Reformation und Körperlichkeit am Beispiel von Luthers Genesisvorlesung

Reformation und Körperlichkeit am Beispiel von Luthers Genesisvorlesung Reformation und Körperlichkeit am Beispielvon Luthers Genesisvorlesung1Ute GauseAbstractThis contribution asks whether or not Luther maintained his positive attitude towards marriagewhile rejecting celibacy during his late years, and which meaning he attached to the theologicaltreatment of sin and sexuality in his lectures on Genesis. In doing so, special attention is paidto his view of the male body.I. Körper(lichkeit) und Theologie bei LutherIn einem im Jahr 2012 veröffentlichten Aufsatz untersucht die Historikerin LyndalRoper die Konstruktion des Körpers durch verbale und visuelle Diskurse am Beispielvon späten Lutherportraits, auf denen er mindestens beleibt dargestellt wird. Sie fragteinleitend danach, »wie seine Körperlichkeit – seine Massigkeit, seine Verdauung,seine Analität – mit seinem Charakter, seinen Ansichten über den Teufel und derallmählich entstehenden Identität des Luthertums zusammenhing.«2 Sie stellt dieThese auf, dass diese Bildzeugnisse des massigen und beleibten Luther und die Veröffentlichung früher Lutherbiographien sowie der Tischreden genau diesen Aspekteiner weltzugewandten Körperlichkeit für das Luthertum, jedenfalls für den volkstümlichen Protestantismus akzentuieren wollten. Noch viel weitergehender ist jedochihre Bilanz, Luthers Körperlichkeit stünde mit den »Kernpunkten seiner Theologie imEinklang« und dass er eine »ausnehmend positive Haltung gegenüber dem Körper inallen seinen Aspekten«3 eingenommen habe, bis hin zu einem zwanglosen Umgangmit seiner »Beleibtheit, Analität und Sexualität«.4 Diese Schlussfolgerungen, die ausLutherporträts http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Evangelische Theologie de Gruyter

Reformation und Körperlichkeit am Beispiel von Luthers Genesisvorlesung

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Publisher
Gütersloher Verlagshaus
Copyright
© 2018 by Gütersloher Verlagshaus
ISSN
2198-0470
eISSN
2198-0470
D.O.I.
10.14315/evth-2018-0107
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Abstract

Reformation und Körperlichkeit am Beispielvon Luthers Genesisvorlesung1Ute GauseAbstractThis contribution asks whether or not Luther maintained his positive attitude towards marriagewhile rejecting celibacy during his late years, and which meaning he attached to the theologicaltreatment of sin and sexuality in his lectures on Genesis. In doing so, special attention is paidto his view of the male body.I. Körper(lichkeit) und Theologie bei LutherIn einem im Jahr 2012 veröffentlichten Aufsatz untersucht die Historikerin LyndalRoper die Konstruktion des Körpers durch verbale und visuelle Diskurse am Beispielvon späten Lutherportraits, auf denen er mindestens beleibt dargestellt wird. Sie fragteinleitend danach, »wie seine Körperlichkeit – seine Massigkeit, seine Verdauung,seine Analität – mit seinem Charakter, seinen Ansichten über den Teufel und derallmählich entstehenden Identität des Luthertums zusammenhing.«2 Sie stellt dieThese auf, dass diese Bildzeugnisse des massigen und beleibten Luther und die Veröffentlichung früher Lutherbiographien sowie der Tischreden genau diesen Aspekteiner weltzugewandten Körperlichkeit für das Luthertum, jedenfalls für den volkstümlichen Protestantismus akzentuieren wollten. Noch viel weitergehender ist jedochihre Bilanz, Luthers Körperlichkeit stünde mit den »Kernpunkten seiner Theologie imEinklang« und dass er eine »ausnehmend positive Haltung gegenüber dem Körper inallen seinen Aspekten«3 eingenommen habe, bis hin zu einem zwanglosen Umgangmit seiner »Beleibtheit, Analität und Sexualität«.4 Diese Schlussfolgerungen, die ausLutherporträts

Journal

Evangelische Theologiede Gruyter

Published: Jan 1, 2018

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