Reflexion zu Governance und einer kooperativen Governance

Reflexion zu Governance und einer kooperativen Governance Unternehmensskandale heute und in der Vergangenheit offenbaren immer wieder unternehmerische Fehlleistungen, moralische Entgleisungen und kriminelles Verhalten. Unsere mediale Gesellschaft reagiert darauf regelmäßig mit Skandalisierung, Stigmatisierung und dem Ruf nach drastischen Konsequenzen. Wirtschaften wir heute in einer Welt der Skandale? Sind Personen, die Unternehmen führen, per se schlechte Menschen? Sind Fehlleistungen die Regel? Darf es überhaupt Fehlleistungen geben?Fehlleistungen sind materialisierte Abweichungen von einer Vorgabe. Die Möglichkeit, dass eine Vorgabe nicht erreicht wird, nennt man Risiko. Die Vorgabe kann übertroffen werden; das ist die Chance. Sie kann aber auch nicht erreicht werden, das ist die Gefahr oder gemeinhin das Risiko oder eben die Fehlleistung. Risiko wird in unserer Gesellschaft per se als schlecht perzipiert, ja die Risikonahme mehr und mehr pönalisiert. Wir leben in einer risikoaversen Gesellschaft. Unternehmerische Tätigkeit bedeutet aber gerade, Risiken einzugehen, unter Einsatz der eigenen personellen und finanziellen Ressourcen. Wer kein Risiko eingeht, kann nicht gestalten, sondern allerhöchstens verwalten. Innovation und volkswirtschaftliches Wachstum basieren auf dem Eingehen von (mehr oder weniger kalkulierbaren) Risiken.Aber welches sind die Rahmenbedingungen für das Eingehen von Risiken? Setzen von Rahmenbedingungen ist Regulierung. Diese ist abhängig von der durch eine Gesellschaft gewählten Wirtschaftsverfassung. In liberalen Wirtschaftsverfassungen greift der Staat mit Regulierung primär in den http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen de Gruyter

Reflexion zu Governance und einer kooperativen Governance

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Publisher
De Gruyter Oldenbourg
Copyright
© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
0044-2429
eISSN
2366-0414
D.O.I.
10.1515/zfgg-2017-0023
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Abstract

Unternehmensskandale heute und in der Vergangenheit offenbaren immer wieder unternehmerische Fehlleistungen, moralische Entgleisungen und kriminelles Verhalten. Unsere mediale Gesellschaft reagiert darauf regelmäßig mit Skandalisierung, Stigmatisierung und dem Ruf nach drastischen Konsequenzen. Wirtschaften wir heute in einer Welt der Skandale? Sind Personen, die Unternehmen führen, per se schlechte Menschen? Sind Fehlleistungen die Regel? Darf es überhaupt Fehlleistungen geben?Fehlleistungen sind materialisierte Abweichungen von einer Vorgabe. Die Möglichkeit, dass eine Vorgabe nicht erreicht wird, nennt man Risiko. Die Vorgabe kann übertroffen werden; das ist die Chance. Sie kann aber auch nicht erreicht werden, das ist die Gefahr oder gemeinhin das Risiko oder eben die Fehlleistung. Risiko wird in unserer Gesellschaft per se als schlecht perzipiert, ja die Risikonahme mehr und mehr pönalisiert. Wir leben in einer risikoaversen Gesellschaft. Unternehmerische Tätigkeit bedeutet aber gerade, Risiken einzugehen, unter Einsatz der eigenen personellen und finanziellen Ressourcen. Wer kein Risiko eingeht, kann nicht gestalten, sondern allerhöchstens verwalten. Innovation und volkswirtschaftliches Wachstum basieren auf dem Eingehen von (mehr oder weniger kalkulierbaren) Risiken.Aber welches sind die Rahmenbedingungen für das Eingehen von Risiken? Setzen von Rahmenbedingungen ist Regulierung. Diese ist abhängig von der durch eine Gesellschaft gewählten Wirtschaftsverfassung. In liberalen Wirtschaftsverfassungen greift der Staat mit Regulierung primär in den

Journal

Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesende Gruyter

Published: Dec 20, 2017

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