Gerhard Wolf u. Norbert H. Ott (Hgg.): Handbuch Chroniken des Mittelalters

Gerhard Wolf u. Norbert H. Ott (Hgg.): Handbuch Chroniken des Mittelalters Handbücher sind das neue Schwarz. Die Wissenschaftsverlage haben großes Interesse an den Kompendien, die breite Wissensfelder systematisch vermessen; und Studierende wie Forscher schätzen verlässliche Überblickswerke, die rasche Orientierung bieten und zugleich das Material in seiner Breite erschließen. Handbücher sind indes keine Selbstläufer. Gerade angesichts großer Textmengen ist die Frage von entscheidender Bedeutung, wie Handbücher zu gliedern, nach welchen Gesichtspunkten das Material zu ordnen ist. Das hier anzuzeigende Handbuch weist in dieser Hinsicht bedauerliche Mängel auf, wenn man nicht überhaupt von einem Etikettenschwindel sprechen will. Jeder, der sich mit mittelalterlichen Chroniken beschäftigt hat, weiß, wie wichtig diese Gattung, wie breit überliefert und zugleich wie schlecht erschlossen sie ist. Daran ändert auch dieses Kompendium nur wenig, denn es unterrichtet schwerpunktmäßig über deutschsprachige historiographische Werke des Spätmittelalters.Die Schieflage erklärt sich nur zu einem geringen Teil durch einen eigentlich geplanten, dann allerdings nicht fertiggestellten Beitrag zu den »Ursprünge[n] der mittelalterlichen (Welt‑)Chroniken zwischen Eschatologie und römischer Annalistik« (S. 32). Solche Ausfälle sind ärgerlich, aber leider nicht zu vermeiden und nur unter Inkaufnahme enormer Verzögerungen bei der Veröffentlichung zu kompensieren. Fragwürdig hingegen ist der nur pragmatisch begründete Ausschluss der »Chronistik, die in und für geistliche Institutionen« (S. 40) verfasst wurde – und dies, obwohl etwa http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur de Gruyter

Gerhard Wolf u. Norbert H. Ott (Hgg.): Handbuch Chroniken des Mittelalters

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De Gruyter
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© 2018 Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston
ISSN
1865-9373
eISSN
1865-9373
D.O.I.
10.1515/bgsl-2018-0007
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Abstract

Handbücher sind das neue Schwarz. Die Wissenschaftsverlage haben großes Interesse an den Kompendien, die breite Wissensfelder systematisch vermessen; und Studierende wie Forscher schätzen verlässliche Überblickswerke, die rasche Orientierung bieten und zugleich das Material in seiner Breite erschließen. Handbücher sind indes keine Selbstläufer. Gerade angesichts großer Textmengen ist die Frage von entscheidender Bedeutung, wie Handbücher zu gliedern, nach welchen Gesichtspunkten das Material zu ordnen ist. Das hier anzuzeigende Handbuch weist in dieser Hinsicht bedauerliche Mängel auf, wenn man nicht überhaupt von einem Etikettenschwindel sprechen will. Jeder, der sich mit mittelalterlichen Chroniken beschäftigt hat, weiß, wie wichtig diese Gattung, wie breit überliefert und zugleich wie schlecht erschlossen sie ist. Daran ändert auch dieses Kompendium nur wenig, denn es unterrichtet schwerpunktmäßig über deutschsprachige historiographische Werke des Spätmittelalters.Die Schieflage erklärt sich nur zu einem geringen Teil durch einen eigentlich geplanten, dann allerdings nicht fertiggestellten Beitrag zu den »Ursprünge[n] der mittelalterlichen (Welt‑)Chroniken zwischen Eschatologie und römischer Annalistik« (S. 32). Solche Ausfälle sind ärgerlich, aber leider nicht zu vermeiden und nur unter Inkaufnahme enormer Verzögerungen bei der Veröffentlichung zu kompensieren. Fragwürdig hingegen ist der nur pragmatisch begründete Ausschluss der »Chronistik, die in und für geistliche Institutionen« (S. 40) verfasst wurde – und dies, obwohl etwa

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Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literaturde Gruyter

Published: Mar 1, 2018

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