Die Ermittlung und Verfolgung organisierter Kriminalität in Italien

Die Ermittlung und Verfolgung organisierter Kriminalität in Italien I.Einleitende FragenDie Strafverfolgung organisierter Kriminalität wird in Italien durch mehrere Faktoren erschwert. Dies sind an erster Stelle materiell-rechtliche Gründe, die meist auf das Fehlen einer einheitlichen gesetzlichen Definition von „organisierter Kriminalität“ (im Folgenden auch: OK) im italienischen Strafrecht zurückzuführen sind. Zwar enthält Art. 416 des italienischen Strafgesetzbuchs (Codice Penale) den allgemeinen Tatbestand der „kriminellen Vereinigung“; die Formulierung dieser Vorschrift erweist sich allerdings – vor allem wegen der immer dynamischeren Struktur und der Globalisierung der organisierten Kriminalität – als nicht mehr aktuell genug, um neue Formen organisierter Kriminalität erfolgreich zu verfolgen. Hinzu kommen strafprozessuale Faktoren, die die OK-Strafverfolgung deutlich erschweren. Trotz des häufigen Verweises der italienischen Strafprozessordnung (Codice di Procedura Penale) auf die „organisierte Kriminalität“ verfügt auch das italienische Prozessrecht weder über ein definiertes Konzept von organisierter Kriminalität noch über eine umfassende Regelung zu ihrer Ermittlung und Verfolgung, die die Besonderheiten verschiedener krimineller Organisationen berücksichtigt. Der Codice di Procedura Penale von 1988 war auf eine umfassende Regelung der Verfolgung sowohl allgemeiner Delikte als auch organisierter Kriminalität angelegt. Diese Strategie musste allerdings schon wenige Jahre nach dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessordnung als gescheitert betrachtet werden, was zur Einführung der ersten Sonderregelungen zu spezifischen OK-Delikten führte.Ein Einblick in das italienische Strafverfahrensrecht bietet http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft de Gruyter

Die Ermittlung und Verfolgung organisierter Kriminalität in Italien

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De Gruyter
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© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
1612-703X
eISSN
1612-703X
D.O.I.
10.1515/zstw-2017-0054
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Abstract

I.Einleitende FragenDie Strafverfolgung organisierter Kriminalität wird in Italien durch mehrere Faktoren erschwert. Dies sind an erster Stelle materiell-rechtliche Gründe, die meist auf das Fehlen einer einheitlichen gesetzlichen Definition von „organisierter Kriminalität“ (im Folgenden auch: OK) im italienischen Strafrecht zurückzuführen sind. Zwar enthält Art. 416 des italienischen Strafgesetzbuchs (Codice Penale) den allgemeinen Tatbestand der „kriminellen Vereinigung“; die Formulierung dieser Vorschrift erweist sich allerdings – vor allem wegen der immer dynamischeren Struktur und der Globalisierung der organisierten Kriminalität – als nicht mehr aktuell genug, um neue Formen organisierter Kriminalität erfolgreich zu verfolgen. Hinzu kommen strafprozessuale Faktoren, die die OK-Strafverfolgung deutlich erschweren. Trotz des häufigen Verweises der italienischen Strafprozessordnung (Codice di Procedura Penale) auf die „organisierte Kriminalität“ verfügt auch das italienische Prozessrecht weder über ein definiertes Konzept von organisierter Kriminalität noch über eine umfassende Regelung zu ihrer Ermittlung und Verfolgung, die die Besonderheiten verschiedener krimineller Organisationen berücksichtigt. Der Codice di Procedura Penale von 1988 war auf eine umfassende Regelung der Verfolgung sowohl allgemeiner Delikte als auch organisierter Kriminalität angelegt. Diese Strategie musste allerdings schon wenige Jahre nach dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessordnung als gescheitert betrachtet werden, was zur Einführung der ersten Sonderregelungen zu spezifischen OK-Delikten führte.Ein Einblick in das italienische Strafverfahrensrecht bietet

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Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaftde Gruyter

Published: Mar 16, 2018

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