Das Unmittelbarkeitsprinzip im deutschen und schweizerischen Strafprozessrecht

Das Unmittelbarkeitsprinzip im deutschen und schweizerischen Strafprozessrecht I.EinleitungDas Unmittelbarkeitsprinzip gibt Antworten auf die Frage, wie die Grundlagen eines Urteils dem Gericht zu vermitteln sindSchmid, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, Rdn. 285.. Dabei handelt es sich um eine der wohl prägendsten Dezisionen des Gesetzgebers im Bereich des Strafprozesses: Wie nimmt das Gericht von den Tatsachen Kenntnis, gestützt auf welchen sie später ihr Urteil fällt? Darin drücken sich auch die Funktion der Hauptverhandlung und deren Verhältnis zum Vorverfahren ausAlbrecht, ZStrR 128 (2010), S. 180, 181.. Die Prozessordnungen Deutschlands und der Schweiz weisen dabei äußerst unterschiedliche Ansätze auf, weshalb sich ein Vergleich zum besseren Verständnis des Prinzips aufdrängt. Der Beitrag beabsichtigt, Strafrechtler auf beiden Seiten des Rheins zum kritischen Blick auf die „eigene“ Prozessordnung zu ermutigen. Der Zweck des Unmittelbarkeitsprinzips wird nachfolgend jedenfalls sowohl bekräftigt wie relativiert.Nach einer kurzen abstrakten Darstellung des Unmittelbarkeitsprinzips sollen in einem zweiten und dritten Teil das deutsche und schweizerische System i. S. einer deskriptiven Rechtsvergleichung je isoliert dargestellt werden. Dabei werden aber auch vereinzelte Streitpunkte zur Sprache kommen, welche für eine isolierte Betrachtung der nationalen Prozessordnungen von Interesse sind. In einem vierten und letzten Teil sollen sodann die Vor- und Nachteile des Unmittelbarkeitsprinzips bzw. der beiden Prozessordnungen herausgearbeitet werden sowie für das http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft de Gruyter

Das Unmittelbarkeitsprinzip im deutschen und schweizerischen Strafprozessrecht

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
1612-703X
eISSN
1612-703X
DOI
10.1515/zstw-2018-0005
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Abstract

I.EinleitungDas Unmittelbarkeitsprinzip gibt Antworten auf die Frage, wie die Grundlagen eines Urteils dem Gericht zu vermitteln sindSchmid, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, Rdn. 285.. Dabei handelt es sich um eine der wohl prägendsten Dezisionen des Gesetzgebers im Bereich des Strafprozesses: Wie nimmt das Gericht von den Tatsachen Kenntnis, gestützt auf welchen sie später ihr Urteil fällt? Darin drücken sich auch die Funktion der Hauptverhandlung und deren Verhältnis zum Vorverfahren ausAlbrecht, ZStrR 128 (2010), S. 180, 181.. Die Prozessordnungen Deutschlands und der Schweiz weisen dabei äußerst unterschiedliche Ansätze auf, weshalb sich ein Vergleich zum besseren Verständnis des Prinzips aufdrängt. Der Beitrag beabsichtigt, Strafrechtler auf beiden Seiten des Rheins zum kritischen Blick auf die „eigene“ Prozessordnung zu ermutigen. Der Zweck des Unmittelbarkeitsprinzips wird nachfolgend jedenfalls sowohl bekräftigt wie relativiert.Nach einer kurzen abstrakten Darstellung des Unmittelbarkeitsprinzips sollen in einem zweiten und dritten Teil das deutsche und schweizerische System i. S. einer deskriptiven Rechtsvergleichung je isoliert dargestellt werden. Dabei werden aber auch vereinzelte Streitpunkte zur Sprache kommen, welche für eine isolierte Betrachtung der nationalen Prozessordnungen von Interesse sind. In einem vierten und letzten Teil sollen sodann die Vor- und Nachteile des Unmittelbarkeitsprinzips bzw. der beiden Prozessordnungen herausgearbeitet werden sowie für das

Journal

Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaftde Gruyter

Published: Apr 4, 2018

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