Zur Strafbarkeit des zurücktretenden Tatbeteiligten, wenn die Haupttat vollendet wird

Zur Strafbarkeit des zurücktretenden Tatbeteiligten, wenn die Haupttat vollendet wird Walter, Zur Strafbarkeit des zurücktretenden Tatbeteiligten JR1976 daß die Drohung mit einer Strafanzeige zur Herbeiführung eines Geständnisses erfolgreich genutzt wird: Wer leugnet, ist der staatlichen Strafverfolgung eher ausgesetzt, als wer gestanden hat. Auch im Bereich der Betricbsjustiz sollte der Drohung mit Strafanzeige mehr Beachtung geschenkt werden. Gerade wenn man die positiven Seiten der heutigen Bctricbsjustizpraxis betont - Entlastung der Verfolgungsorgane, Entkriminalisicrung durch Wiederherstellung der gestörten sozialen Ordnung mit außerstrafrechtlichcn Mitteln - und weiter darauf abstellt, daß die Effektivität durch eine Formalisicrung des Verfahrens (also durch ein Verfahren mit rechtsstaatlichcr Gewähr) gefährdet sei48, sollte dafür Sorge getragen werden, daß dann auch die Drohung mit einer Strafanzeige kein zulässiges Zwangsmittel sein darf 49 . V. Die künftigen Überlegungen zur Reform der Freiheitsdelikte müssen sich intensiver mit dem Rechtsgut der persönlichen Autonomie auseinandersetzen. Die Strafbarkcitsgrenze ist vor allem dort exakt festzulegen, wo das Rechtsgut stark bedroht ist, nämlich beim privaten Zwang zur Durchsetzung von Rechten. Man sollte sich dabei vor der Neuschaffung von Tatbeständen nicht scheuen, vor allem solcher, die den Schutz der Rechtspflege mit dem Schutz der persönlichen Freiheit verbinden. Der Gesetzgeber hat im Bereich des 18. Abschnitts des StGB schon weit weniger zentrale Rechtsverletzungen in speziellen Tatbeständen erfaßt, wo http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Juristische Rundschau de Gruyter

Zur Strafbarkeit des zurücktretenden Tatbeteiligten, wenn die Haupttat vollendet wird

Juristische Rundschau, Volume 1976 (3) – Jan 1, 1976

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de Gruyter
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Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0022-6920
eISSN
1612-7064
DOI
10.1515/juru.1976.1976.3.100
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Abstract

Walter, Zur Strafbarkeit des zurücktretenden Tatbeteiligten JR1976 daß die Drohung mit einer Strafanzeige zur Herbeiführung eines Geständnisses erfolgreich genutzt wird: Wer leugnet, ist der staatlichen Strafverfolgung eher ausgesetzt, als wer gestanden hat. Auch im Bereich der Betricbsjustiz sollte der Drohung mit Strafanzeige mehr Beachtung geschenkt werden. Gerade wenn man die positiven Seiten der heutigen Bctricbsjustizpraxis betont - Entlastung der Verfolgungsorgane, Entkriminalisicrung durch Wiederherstellung der gestörten sozialen Ordnung mit außerstrafrechtlichcn Mitteln - und weiter darauf abstellt, daß die Effektivität durch eine Formalisicrung des Verfahrens (also durch ein Verfahren mit rechtsstaatlichcr Gewähr) gefährdet sei48, sollte dafür Sorge getragen werden, daß dann auch die Drohung mit einer Strafanzeige kein zulässiges Zwangsmittel sein darf 49 . V. Die künftigen Überlegungen zur Reform der Freiheitsdelikte müssen sich intensiver mit dem Rechtsgut der persönlichen Autonomie auseinandersetzen. Die Strafbarkcitsgrenze ist vor allem dort exakt festzulegen, wo das Rechtsgut stark bedroht ist, nämlich beim privaten Zwang zur Durchsetzung von Rechten. Man sollte sich dabei vor der Neuschaffung von Tatbeständen nicht scheuen, vor allem solcher, die den Schutz der Rechtspflege mit dem Schutz der persönlichen Freiheit verbinden. Der Gesetzgeber hat im Bereich des 18. Abschnitts des StGB schon weit weniger zentrale Rechtsverletzungen in speziellen Tatbeständen erfaßt, wo

Journal

Juristische Rundschaude Gruyter

Published: Jan 1, 1976

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