Zu diesem Heft

Zu diesem Heft Zu diesem Heft:Kirchengeschichtegehe nicht mehr in unseren Schulen . . . Was sollten auch Schülermit Dingen anfangen, die längst vergangen sind und die sich darüber hinaus auchnoch als überholt, ja schädlich erwiesen haben? Und: Wir können im Rahmen unsereszweistündigen Unterrichts nicht alles machen, was irgendwie mit Religion zu tun hat.Solche und ähnliche Stimmen begegnen uns nicht nur in Lehrerzimmern und aus demMunde von Kulturbanausen und Ignoranten.Und dennoch legen wir hier ein Heft vor, das der Reformation gewidmet ist und dasMut machen möchte zu einer Wiederentdeckung dieser wichtigen Epoche unsererGeschichte am Ausgang des Mittelalters oder, wie man ja auch sagen könnte, amBeginn der Neuzeit.Drei gewichtige Beiträge im Aufsatzteil gelten Martin Luther, und alle drei bemühensich nicht nur um eine saubere „historische Erinnerung", sondern zumindest mitgleichem Engagement um eine Aktualisierung des Reformatorischen, zumindest aberum eine kritische Vergegenwärtigung der Gestalt Luthers jenseits von Heldenverehrung und unbilliger Verdammung. Erdmann Sturm nimmt den Wittenbergerbeim Problem der Zweireichelehre und es gelingt ihm dabei, sowohl die unbilligeTrennung von weltlicher und geistlicher Gewalt als auch eine unsachgemäße Vermischung der beiden Reiche als zwei „beliebte" Formen unsachgemäßer Lutherinterpretation abzuwehren. Wie Erdmann Sturm, so sieht auch Martin Widmannden eigentlichen Schlüssel zu einem angemessenen Lutherverständnis in einer Erforschung seines Schriftverständnisses. In diesem Zusammenhang warnt er vor didaktischen Verkürzungen des Reformators ebenso wie vor einer unbesonnenen und zuraschen Definition, was bei Luther eigentlich das Reformatorische sei. Die danngegebenen Antworten sind nicht wohlfeil, sondern überraschend neu und vor allemwohl begründet. Der Luther des Hasses wird dabei von Kritik nicht geschont, derSchriftausleger mit seinem Mut zur Sache gerühmt. Christian Gremmels untersuchtin seiner „historisch-systematischen" Skizze das Berufsverständnis Luthers. Dabeigelingt es ihm nicht nur, hier übliche Mißverständnisse aufzuklären, sondern darüber hinaus auch, die Unverwechselbarkeit der lutherischen Position ebenso herauszuarbeiten wie die Neuheit unserer Situation nach der industriellen Revolution, diees uns nicht mehr erlaubt, sinnlose und quälende Arbeit als Gottesdienst zu rühmen.Die IMPULSE FÜR DIE PRAXIS enthalten einen Unterrichtsvorschlag für eine Einführung in Leben und Werk Luthers, der trotz aller Warnungen Widmanns beiNiederschlägen der Wirkungsgeschichte der Reformation einsetzen möchte, sich aberavich ganz andere Zugänge vorstellen kann. Drei Arbeitshilfen zum Thema, die derHerausgeber dieses Hefts bespricht, sollen ebenfalls als Praxisimpulse dienen.IM BRENNPUNKT steht das Stichwort Spiritualität, das H. G. Heimbrock in seinerBedeutsamkeit auch für den Religionsunterricht bedenkt, und die Rubrik KURZ UNDPRAKTISCH ist der didaktischen Vorstellung eines Filmes gewidmet, der den „weißenMann" aus der Perspektive eines Indianers zeichnet.Die Buchbesprechungen gelten verständlicherweise moderner und bewährter Lutherliteratur und Publikationen, die anderen Reformatoren gewidmet sind. Ursula Stockist die Verfasserin.KlausWegenast251 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Pädagogik und Theologie de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2017 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
ISSN
1437-7160
eISSN
2366-7796
DOI
10.1515/zpt-1981-0402
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Abstract

Zu diesem Heft:Kirchengeschichtegehe nicht mehr in unseren Schulen . . . Was sollten auch Schülermit Dingen anfangen, die längst vergangen sind und die sich darüber hinaus auchnoch als überholt, ja schädlich erwiesen haben? Und: Wir können im Rahmen unsereszweistündigen Unterrichts nicht alles machen, was irgendwie mit Religion zu tun hat.Solche und ähnliche Stimmen begegnen uns nicht nur in Lehrerzimmern und aus demMunde von Kulturbanausen und Ignoranten.Und dennoch legen wir hier ein Heft vor, das der Reformation gewidmet ist und dasMut machen möchte zu einer Wiederentdeckung dieser wichtigen Epoche unsererGeschichte am Ausgang des Mittelalters oder, wie man ja auch sagen könnte, amBeginn der Neuzeit.Drei gewichtige Beiträge im Aufsatzteil gelten Martin Luther, und alle drei bemühensich nicht nur um eine saubere „historische Erinnerung", sondern zumindest mitgleichem Engagement um eine Aktualisierung des Reformatorischen, zumindest aberum eine kritische Vergegenwärtigung der Gestalt Luthers jenseits von Heldenverehrung und unbilliger Verdammung. Erdmann Sturm nimmt den Wittenbergerbeim Problem der Zweireichelehre und es gelingt ihm dabei, sowohl die unbilligeTrennung von weltlicher und geistlicher Gewalt als auch eine unsachgemäße Vermischung der beiden Reiche als zwei „beliebte" Formen unsachgemäßer Lutherinterpretation abzuwehren. Wie Erdmann Sturm, so sieht auch Martin Widmannden eigentlichen Schlüssel zu einem angemessenen Lutherverständnis in einer Erforschung seines Schriftverständnisses. In diesem Zusammenhang warnt er vor didaktischen Verkürzungen des Reformators ebenso wie vor einer unbesonnenen und zuraschen Definition, was bei Luther eigentlich das Reformatorische sei. Die danngegebenen Antworten sind nicht wohlfeil, sondern überraschend neu und vor allemwohl begründet. Der Luther des Hasses wird dabei von Kritik nicht geschont, derSchriftausleger mit seinem Mut zur Sache gerühmt. Christian Gremmels untersuchtin seiner „historisch-systematischen" Skizze das Berufsverständnis Luthers. Dabeigelingt es ihm nicht nur, hier übliche Mißverständnisse aufzuklären, sondern darüber hinaus auch, die Unverwechselbarkeit der lutherischen Position ebenso herauszuarbeiten wie die Neuheit unserer Situation nach der industriellen Revolution, diees uns nicht mehr erlaubt, sinnlose und quälende Arbeit als Gottesdienst zu rühmen.Die IMPULSE FÜR DIE PRAXIS enthalten einen Unterrichtsvorschlag für eine Einführung in Leben und Werk Luthers, der trotz aller Warnungen Widmanns beiNiederschlägen der Wirkungsgeschichte der Reformation einsetzen möchte, sich aberavich ganz andere Zugänge vorstellen kann. Drei Arbeitshilfen zum Thema, die derHerausgeber dieses Hefts bespricht, sollen ebenfalls als Praxisimpulse dienen.IM BRENNPUNKT steht das Stichwort Spiritualität, das H. G. Heimbrock in seinerBedeutsamkeit auch für den Religionsunterricht bedenkt, und die Rubrik KURZ UNDPRAKTISCH ist der didaktischen Vorstellung eines Filmes gewidmet, der den „weißenMann" aus der Perspektive eines Indianers zeichnet.Die Buchbesprechungen gelten verständlicherweise moderner und bewährter Lutherliteratur und Publikationen, die anderen Reformatoren gewidmet sind. Ursula Stockist die Verfasserin.KlausWegenast251

Journal

Zeitschrift für Pädagogik und Theologiede Gruyter

Published: Apr 1, 1981

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