Wolfgang Sofsky, Zeiten des Schreckens. Amok, Terror, Krieg

Wolfgang Sofsky, Zeiten des Schreckens. Amok, Terror, Krieg Wolfgang Sofsky, Zeiten des Schreckens in Großbritannien während des 1. und 2. Weltkriegs. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Geschichte polizeilicher Identifizierung, seine Themen sind Steckbriefe, Bertillons Anthropométrie sowie die Verwendung von Fingerabdrücken. Die fünf letzten Beiträge behandeln aktuelle Entwicklungen, von der Verwendung der DNA und der Retina zur Identifizierung über die Ausforschung illegaler migrantischer Arbeitskräfte bis hin zum mörderischen Gebrauch der Identitätskarten während des Genozids in Ruanda 1994. II. Insgesamt handelt es sich bei diesem Sammelband um ein Kompendium, das erste Schneisen in ein noch relativ neues Forschungsgebiet schlägt und nützliche Anhaltspunkte für weitere Untersuchungen liefert. Zu bedauern bleibt, dass insbesondere durch das Vorwort kein kritischer Wind im Umgang mit dem gewählten Thema weht. Kein foucaultsches Gelächter erschüttert die behandelten Erfassungstechniken, stattdessen werden staatstragende Reflexionen geliefert, die repressive und emanzipatorische Aspekte am Untersuchungsgegenstand erkennen und vor allem die letzteren betonen wollen. ,,Alptraumhafte Verwendungen" (5) wie während des Nationalsozialismus werden zwar zugestanden, die Identifizierungstechniken an sich werden jedoch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Der Gedanke, dass es keine Identitätsdokumente, keine fix vorgegebene Identität geben könnte, wird von Caplan und Torpey nicht riskiert. Sie finden sich mit dem Gegebenen ab und ignorieren, dass die Kraft der geschichtswissenschaftlichen Beschäftigung mit http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Anthropologie de Gruyter

Wolfgang Sofsky, Zeiten des Schreckens. Amok, Terror, Krieg

Historische Anthropologie, Volume 11 (1) – Dec 1, 2003

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2003 by the
ISSN
0942-8704
eISSN
2194-4032
DOI
10.7788/ha.2003.11.1.149
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Abstract

Wolfgang Sofsky, Zeiten des Schreckens in Großbritannien während des 1. und 2. Weltkriegs. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Geschichte polizeilicher Identifizierung, seine Themen sind Steckbriefe, Bertillons Anthropométrie sowie die Verwendung von Fingerabdrücken. Die fünf letzten Beiträge behandeln aktuelle Entwicklungen, von der Verwendung der DNA und der Retina zur Identifizierung über die Ausforschung illegaler migrantischer Arbeitskräfte bis hin zum mörderischen Gebrauch der Identitätskarten während des Genozids in Ruanda 1994. II. Insgesamt handelt es sich bei diesem Sammelband um ein Kompendium, das erste Schneisen in ein noch relativ neues Forschungsgebiet schlägt und nützliche Anhaltspunkte für weitere Untersuchungen liefert. Zu bedauern bleibt, dass insbesondere durch das Vorwort kein kritischer Wind im Umgang mit dem gewählten Thema weht. Kein foucaultsches Gelächter erschüttert die behandelten Erfassungstechniken, stattdessen werden staatstragende Reflexionen geliefert, die repressive und emanzipatorische Aspekte am Untersuchungsgegenstand erkennen und vor allem die letzteren betonen wollen. ,,Alptraumhafte Verwendungen" (5) wie während des Nationalsozialismus werden zwar zugestanden, die Identifizierungstechniken an sich werden jedoch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Der Gedanke, dass es keine Identitätsdokumente, keine fix vorgegebene Identität geben könnte, wird von Caplan und Torpey nicht riskiert. Sie finden sich mit dem Gegebenen ab und ignorieren, dass die Kraft der geschichtswissenschaftlichen Beschäftigung mit

Journal

Historische Anthropologiede Gruyter

Published: Dec 1, 2003

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