Von Ausrufezeichen, Tätern und Wellen

Von Ausrufezeichen, Tätern und Wellen Metaphern und Bilder in der deutschen Geschichtsschreibung des Holocaust seit 1989 von In seinem Artikel ,,Die drei Sprachen der Metapher" plädiert Peter Burke für einen sorgfältigen Umgang mit der Metapher in der Geschichtswissenschaft: Denn die Wahl der Metapher präge nicht nur die Deutung eines bestimmten historischen Ereignisses; sie zeige auch die Haltung, die der Historiker gegenüber seinem Gegenstand einnimmt.1 Diese Überlegungen sollen im Folgenden aufgegriffen und auf neuere Studien von deutschen Historikern zur Geschichte des Holocaust2 übertragen werden. Bisher fand eine solche theoretische Reflexion über das Schreiben von Geschichte nur am Rande statt.3 Dieser geschichtswissenschaftlichen ,,Abstinenz" der Bedeutung von Sprache stehen unzählige literarische Bearbeitungen des Holocaust gegenüber, in denen die Grenzen des Sagbaren auf vielfältige Weise thematisiert werden.4 In den gleichermaßen fiktionalen wie autobiographischen Berichten von Überlebenden des Holocaust werden (wie beispielsweise bei Primo Levi, Jorge Semprun und Ruth Klüger) die Grenzen der Repräsentation durch Sprache reflektiert.5 Diese Problematik war vor mittlerweile mehr als zehn Jahren Ausgangspunkt einer Debatte unter (US-amerikanischen) Historikern: Angeregt durch den ,,linguistic turn" in den Kultur- und Geisteswissenschaften erörterten unter ande1 Vgl. Peter Burke, Die drei Sprachen der Metapher, in: Historische Anthropologie 14 (2006) H. 1, 1­10. Ich danke Susanne Heim und Mark Rosemann http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Anthropologie de Gruyter

Von Ausrufezeichen, Tätern und Wellen

Historische Anthropologie, Volume 14 (3) – Dec 1, 2006

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2006 by the
ISSN
0942-8704
eISSN
2194-4032
DOI
10.7788/ha.2006.14.3.430
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Abstract

Metaphern und Bilder in der deutschen Geschichtsschreibung des Holocaust seit 1989 von In seinem Artikel ,,Die drei Sprachen der Metapher" plädiert Peter Burke für einen sorgfältigen Umgang mit der Metapher in der Geschichtswissenschaft: Denn die Wahl der Metapher präge nicht nur die Deutung eines bestimmten historischen Ereignisses; sie zeige auch die Haltung, die der Historiker gegenüber seinem Gegenstand einnimmt.1 Diese Überlegungen sollen im Folgenden aufgegriffen und auf neuere Studien von deutschen Historikern zur Geschichte des Holocaust2 übertragen werden. Bisher fand eine solche theoretische Reflexion über das Schreiben von Geschichte nur am Rande statt.3 Dieser geschichtswissenschaftlichen ,,Abstinenz" der Bedeutung von Sprache stehen unzählige literarische Bearbeitungen des Holocaust gegenüber, in denen die Grenzen des Sagbaren auf vielfältige Weise thematisiert werden.4 In den gleichermaßen fiktionalen wie autobiographischen Berichten von Überlebenden des Holocaust werden (wie beispielsweise bei Primo Levi, Jorge Semprun und Ruth Klüger) die Grenzen der Repräsentation durch Sprache reflektiert.5 Diese Problematik war vor mittlerweile mehr als zehn Jahren Ausgangspunkt einer Debatte unter (US-amerikanischen) Historikern: Angeregt durch den ,,linguistic turn" in den Kultur- und Geisteswissenschaften erörterten unter ande1 Vgl. Peter Burke, Die drei Sprachen der Metapher, in: Historische Anthropologie 14 (2006) H. 1, 1­10. Ich danke Susanne Heim und Mark Rosemann

Journal

Historische Anthropologiede Gruyter

Published: Dec 1, 2006

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