Symmetriebrechung und Wahrnehmung.

Symmetriebrechung und Wahrnehmung. Book Reviews Italienischen. 13 Tafeln. Symmetriebrechung und Wahrnehmung. Von G. Caglioti, Übers, aus dem Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1990, 800 Seiten. Mit 41 Bildern (ISBN 3-528-08914-8). Preis DM 48,-. u. Das Buch könnte auch ,,Von der Doppeldeutigkeit bei der Verarbeitung von Sinnesreizen" heißen, denn darauf kommt der Autor immer wieder zurück und darin unterscheidet den zahlreichen früheren Abhandlungen zu Symmetrie und Anhand von 7 graphischen Darstellungen sog. ,psychoplastischer Strukturen', bei deren Betrachtung der Leser ein .Umklappen' seiner Ansicht vom räumlichen Zusammenhang zu verspüren glaubt (mitunter wohl auch ein wiederholtes Hin- und Rückklappen), versucht G. Caglioti eine Beziehung zu jenen Instabilitäten herzustellen, wie sie im physikalischen und chemischen Erfahrungsbereich inzwischen wohluntersucht sind. Zu diesem Zwecke stellt der Autor in 5 Kapiteln eine Fülle bekannter und einige weniger bekannte Beispiele aus der Physik (er arbeitet im Kernforschungszentrum Mailand) zusammen, die Begriffe wie Ordnung, Symmetrie, Information, Instabilität möglichst ohne Zuhilfenahme von Rechnungen illustrieren sollen. Auf dieser grünen Wiese läßt der Verfasser nun regellos verstreut einige bunte Blumen (drei Reproduktionen sind auch buchstäblich bunt) wachsen in Gestalt der oben erwähnten Psychoplastiken, von Bildern van Goghs, Francescas und Giottos, zweier Notenblattauszüge der Werke J. S. Bachs und von Bildern griechischer Vasen. Teilweise wird deren Einordnung in den Text erst in den Bildunterschriften begründet, im ganzen sind die Parallelen von Physik und Kunst nur auf vordergründige Eindrücke reduziert. Erst im letzten Kapitel offenbart G. Caglioti dem Leser seine These und rechtfertigt gleichzeitig seine Darstellungsweise: Kunst und Wissenschaft bedienen sich verschiedener Sprachen. Treffen beide aufeinander, wird die Sprache doppeldeutig und damit nach Ansicht des Autors kulturell wertvoll. Das Buch macht auf den ersten Blick den Eindruck einer populärwissenschaftlichen Abhandlung. Welcher Autor wäre wohl auch imstande, ein so weites Feld tiefgründig zu beackern. Aber dieser Eindruck täuscht. Wer . B. den atomphysikalischen Erörterungen folgen können will, sollte sich mit quantenmechanischen Grundkenntnissen ausrüsten. Im Anhang wird zwar der Versuch gemacht, Nachhilfeunterricht in Unschärferelation, Stark-Effekt und statistischer Deutung der Entropie zu geben, ein Wörterbuch einiger Fachausdrücke zusammenzustellen und die Mühe des Lesens durch eine Symmetriebetrachtung zu populären europäischen Automarkenzeichen zu belohnen, es dürfte aber eher vergebliche Liebesmüh sein, weil der Abstraktionsgrad im Hauptteil des Buches denn doch zu hoch ist. Den Gewinn dieses Buches werden wie so oft neben potentiellen Autoren ähnlicher Bücher und Hochschulpädagogen vor allem Studierende der Physik und benachbarter naturwissenschaftlicher Grundlagenfächer nach dem Vordiplom davontragen, vorausgesetzt sie haben jenen Spaß an Symmetriebetrachtungen, den man Kristallographen nachvon sich das Buch auch Symmetriebrechung. sagt. P. Paufler, Leipzig http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials de Gruyter

Symmetriebrechung und Wahrnehmung.

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de Gruyter
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Copyright © 1993 by the
ISSN
2194-4946
eISSN
2196-7105
DOI
10.1524/zkri.1993.204.Part-1.156
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Abstract

Book Reviews Italienischen. 13 Tafeln. Symmetriebrechung und Wahrnehmung. Von G. Caglioti, Übers, aus dem Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1990, 800 Seiten. Mit 41 Bildern (ISBN 3-528-08914-8). Preis DM 48,-. u. Das Buch könnte auch ,,Von der Doppeldeutigkeit bei der Verarbeitung von Sinnesreizen" heißen, denn darauf kommt der Autor immer wieder zurück und darin unterscheidet den zahlreichen früheren Abhandlungen zu Symmetrie und Anhand von 7 graphischen Darstellungen sog. ,psychoplastischer Strukturen', bei deren Betrachtung der Leser ein .Umklappen' seiner Ansicht vom räumlichen Zusammenhang zu verspüren glaubt (mitunter wohl auch ein wiederholtes Hin- und Rückklappen), versucht G. Caglioti eine Beziehung zu jenen Instabilitäten herzustellen, wie sie im physikalischen und chemischen Erfahrungsbereich inzwischen wohluntersucht sind. Zu diesem Zwecke stellt der Autor in 5 Kapiteln eine Fülle bekannter und einige weniger bekannte Beispiele aus der Physik (er arbeitet im Kernforschungszentrum Mailand) zusammen, die Begriffe wie Ordnung, Symmetrie, Information, Instabilität möglichst ohne Zuhilfenahme von Rechnungen illustrieren sollen. Auf dieser grünen Wiese läßt der Verfasser nun regellos verstreut einige bunte Blumen (drei Reproduktionen sind auch buchstäblich bunt) wachsen in Gestalt der oben erwähnten Psychoplastiken, von Bildern van Goghs, Francescas und Giottos, zweier Notenblattauszüge der Werke J. S. Bachs und von Bildern griechischer Vasen. Teilweise wird deren Einordnung in den Text erst in den Bildunterschriften begründet, im ganzen sind die Parallelen von Physik und Kunst nur auf vordergründige Eindrücke reduziert. Erst im letzten Kapitel offenbart G. Caglioti dem Leser seine These und rechtfertigt gleichzeitig seine Darstellungsweise: Kunst und Wissenschaft bedienen sich verschiedener Sprachen. Treffen beide aufeinander, wird die Sprache doppeldeutig und damit nach Ansicht des Autors kulturell wertvoll. Das Buch macht auf den ersten Blick den Eindruck einer populärwissenschaftlichen Abhandlung. Welcher Autor wäre wohl auch imstande, ein so weites Feld tiefgründig zu beackern. Aber dieser Eindruck täuscht. Wer . B. den atomphysikalischen Erörterungen folgen können will, sollte sich mit quantenmechanischen Grundkenntnissen ausrüsten. Im Anhang wird zwar der Versuch gemacht, Nachhilfeunterricht in Unschärferelation, Stark-Effekt und statistischer Deutung der Entropie zu geben, ein Wörterbuch einiger Fachausdrücke zusammenzustellen und die Mühe des Lesens durch eine Symmetriebetrachtung zu populären europäischen Automarkenzeichen zu belohnen, es dürfte aber eher vergebliche Liebesmüh sein, weil der Abstraktionsgrad im Hauptteil des Buches denn doch zu hoch ist. Den Gewinn dieses Buches werden wie so oft neben potentiellen Autoren ähnlicher Bücher und Hochschulpädagogen vor allem Studierende der Physik und benachbarter naturwissenschaftlicher Grundlagenfächer nach dem Vordiplom davontragen, vorausgesetzt sie haben jenen Spaß an Symmetriebetrachtungen, den man Kristallographen nachvon sich das Buch auch Symmetriebrechung. sagt. P. Paufler, Leipzig

Journal

Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materialsde Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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