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Sprache und Demokratie

Sprache und Demokratie ZGL 2015; 43(1): 144­153 Bericht Interdisziplinäre Tagung vom 2. bis 4. Oktober 2014 in Siegen DOI 10.1515/zgl-2015-0008 Den an der Oberfläche rasch auszumachenden, darunter in seiner Vielseitigkeit aber widersprüchlichen und höchstens interdisziplinär erfassbaren Zusammenhang zwischen ,,Sprache und Demokratie" im Lichte vielfältiger Zugänge zu erhellen, hatten die Veranstalter Clemens Knobloch und Friedemann Vogel für den 2. bis 4. Oktober 2014 an die Universität Siegen geladen. Zahlreiche Forscher_innen diskurs- und kommunikationswissenschaftlicher, politologischer und literaturwissenschaftlicher Provenienz waren dem Ruf gefolgt, um Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. Im Mittelpunkt der Tagung standen dabei Fragen nach der Funktion von Sprache in der Konstituierung, Inszenierung und Gefährdung von Demokratie sowie dem Wesen demokratischen Sprachgebrauches. Die Organisatoren Clemens Knobloch (Siegen) und Friedemann Vogel (Freiburg) eröffneten den lebhaften Austausch mit Beobachtungen aus einer am Deutschen Referenzkorpus durchgeführten Kookkurenzanalyse. Sie hätten feststellen können, dass das Lexem ,Demokratie` selten inhaltlich konkretisiert, oft in Begleitung weiterer schwer bestimmbarer Hochwertwörter und darüber hinaus zumeist in negativen Bestimmungen auftrete, die entweder einen Mangel an demokratischer Qualität des eigenen Systems oder einen Mangel an demokratischer Eignung und Überzeugung der ,Anderen` konstatierten. Die Vortragenden illustrierten die semantische Beliebigkeit des Lexems mit Beispielen wie dem Wechsel der Labels ,demokratisch` und ,terroristisch` für politische Bewegungen oder http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für germanistische Linguistik de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2015 by the
ISSN
0301-3294
eISSN
1613-0626
DOI
10.1515/zgl-2015-0008
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Abstract

ZGL 2015; 43(1): 144­153 Bericht Interdisziplinäre Tagung vom 2. bis 4. Oktober 2014 in Siegen DOI 10.1515/zgl-2015-0008 Den an der Oberfläche rasch auszumachenden, darunter in seiner Vielseitigkeit aber widersprüchlichen und höchstens interdisziplinär erfassbaren Zusammenhang zwischen ,,Sprache und Demokratie" im Lichte vielfältiger Zugänge zu erhellen, hatten die Veranstalter Clemens Knobloch und Friedemann Vogel für den 2. bis 4. Oktober 2014 an die Universität Siegen geladen. Zahlreiche Forscher_innen diskurs- und kommunikationswissenschaftlicher, politologischer und literaturwissenschaftlicher Provenienz waren dem Ruf gefolgt, um Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. Im Mittelpunkt der Tagung standen dabei Fragen nach der Funktion von Sprache in der Konstituierung, Inszenierung und Gefährdung von Demokratie sowie dem Wesen demokratischen Sprachgebrauches. Die Organisatoren Clemens Knobloch (Siegen) und Friedemann Vogel (Freiburg) eröffneten den lebhaften Austausch mit Beobachtungen aus einer am Deutschen Referenzkorpus durchgeführten Kookkurenzanalyse. Sie hätten feststellen können, dass das Lexem ,Demokratie` selten inhaltlich konkretisiert, oft in Begleitung weiterer schwer bestimmbarer Hochwertwörter und darüber hinaus zumeist in negativen Bestimmungen auftrete, die entweder einen Mangel an demokratischer Qualität des eigenen Systems oder einen Mangel an demokratischer Eignung und Überzeugung der ,Anderen` konstatierten. Die Vortragenden illustrierten die semantische Beliebigkeit des Lexems mit Beispielen wie dem Wechsel der Labels ,demokratisch` und ,terroristisch` für politische Bewegungen oder

Journal

Zeitschrift für germanistische Linguistikde Gruyter

Published: Mar 1, 2015

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