Selbsterkenntnis und Metaphysik in den philosophischen Hauptschriften Friedrich Heinrich Jacobis

Selbsterkenntnis und Metaphysik in den philosophischen Hauptschriften Friedrich Heinrich Jacobis Selbsterkenntnis und Metaphysik in den philosophischen Hauptschriften Friedrich Heinrich Jacobis1 von Eilert Herms (Kiel) Die Zusammenstellung der Begriffe ,,Selbsterkenntnis" und ,,Metaphysik" bezeichnet eine der fundamentalen Probleinkonstellationen, welche die neuzeitliche Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte seit ihren Anfängen begleiten: Bekanntlich hatte Rene Descartes seinen Um- und Neubau der Metaphysik de facto auf die Selbsterkenntnis der Intelligenz gegründet, ohne gleichzeitig epistemologisch die Möglichkeit dieser Art von Erkenntnis sicherzustellen2. Als daher Jahrzehnte später John Locke erstmals ausdrücklich die Frage nach dem Ursprung, den Konstitutionsbedingungen und den danach3 zu bemessenden Grenzen von Erkenntnis überhaupt aufwarf und in einem Descartes widersprechenden Sinne beantwortete4, hatte das für die europäische Wissenschaftswelt erschütternde Konsequenzen. Wo immer nämlich Lockes Sensualismus rezipiert oder gar verschärft5 wurde, ergab sich die schwierige Aufgabe, den bereits traditionell geErweiterte und mit Anmerkungen versehene Fassung meiner am 15. 2. 1975 vor dem Fachbereich Theologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel gehaltenen Probevorlesung. 2 Daß Descartes seine Metaphysik nicht im Rahmen einer Erkenntnis-» sondern nur im Rahmen einer Methodenlehre begründet, kommt besonders durch die Interpretation von H. Scholz (Descartes' Bedeutung für die Umgestaltung des abendländischen Geistes, in: Mathesis Universalis, Darmstadt 1969, S. 95--114) und W. Röd (Descartes. Die innere Genesis des cartesianischen Systems, München-Basel 1964; und: Descartes' Erste Philosophie. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Geschichte der Philosophie de Gruyter

Selbsterkenntnis und Metaphysik in den philosophischen Hauptschriften Friedrich Heinrich Jacobis

Archiv für Geschichte der Philosophie, Volume 58 (2) – Jan 1, 1976

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
Subject
Aufsätze
ISSN
0003-9101
eISSN
1613-0650
DOI
10.1515/agph.1976.58.2.121
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Abstract

Selbsterkenntnis und Metaphysik in den philosophischen Hauptschriften Friedrich Heinrich Jacobis1 von Eilert Herms (Kiel) Die Zusammenstellung der Begriffe ,,Selbsterkenntnis" und ,,Metaphysik" bezeichnet eine der fundamentalen Probleinkonstellationen, welche die neuzeitliche Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte seit ihren Anfängen begleiten: Bekanntlich hatte Rene Descartes seinen Um- und Neubau der Metaphysik de facto auf die Selbsterkenntnis der Intelligenz gegründet, ohne gleichzeitig epistemologisch die Möglichkeit dieser Art von Erkenntnis sicherzustellen2. Als daher Jahrzehnte später John Locke erstmals ausdrücklich die Frage nach dem Ursprung, den Konstitutionsbedingungen und den danach3 zu bemessenden Grenzen von Erkenntnis überhaupt aufwarf und in einem Descartes widersprechenden Sinne beantwortete4, hatte das für die europäische Wissenschaftswelt erschütternde Konsequenzen. Wo immer nämlich Lockes Sensualismus rezipiert oder gar verschärft5 wurde, ergab sich die schwierige Aufgabe, den bereits traditionell geErweiterte und mit Anmerkungen versehene Fassung meiner am 15. 2. 1975 vor dem Fachbereich Theologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel gehaltenen Probevorlesung. 2 Daß Descartes seine Metaphysik nicht im Rahmen einer Erkenntnis-» sondern nur im Rahmen einer Methodenlehre begründet, kommt besonders durch die Interpretation von H. Scholz (Descartes' Bedeutung für die Umgestaltung des abendländischen Geistes, in: Mathesis Universalis, Darmstadt 1969, S. 95--114) und W. Röd (Descartes. Die innere Genesis des cartesianischen Systems, München-Basel 1964; und: Descartes' Erste Philosophie.

Journal

Archiv für Geschichte der Philosophiede Gruyter

Published: Jan 1, 1976

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