Neue Lehr-/Lernformen durch Teleteaching?

Neue Lehr-/Lernformen durch Teleteaching? „Teleteaching“ verstehen wir als eine rechner- und netzgestützte Lehrform, die multimedial auf der Basis von Hochgeschwindigkeitsnetzen routinemäßig zwischen verschiedenen Universitäten durchgeführt wird. Generell wird davon ausgegangen, dass der Einsatz neuer Medien (z.B. in Form von Teleteaching) das Lehrangebot an entfernten Universitäten bereichert. Um dieses Ziel zu erreichen, sind von den beteiligten Lehrenden und Lernenden nicht unerhebliche Aufgaben zu bewältigen, die organisatorischer, didaktischer und technischer Art sind. Zum Beispiel stellt die Notwendigkeit der Kooperation über Fachbereichs- und Universitätsgrenzen hinweg neue organisatorische Anforderungen an Veranstalter, ihre Mitarbeiter, Prüfungsämter etc. Der Aufbau virtualisierter Lehr-/Lern- Szenarios führt auch zu „virtualisierten Studierenden“, die außerhalb des Blickfeldes des Veranstalters liegen. Herkömmliche Mittel der Reaktionsabschätzung von Seiten der Veranstalter – wie viele Studierende sehe ich, wie motiviert sehen sie aus? – fallen weg. Der Einsatz neuer Technologien verlangt schließlich allen Beteiligten neue Kompetenzen im Umgang damit ab. Teleteaching-Lehre wird weniger als konventioneller Unterricht mit größerer Breitenwirkung denn als eine eigenständige Lehrform gesehen (Hansen, Dirckinck-Holmfeld, Lewis & Rugelj, 1999; Kerres, 1998), die neue Anforderungen an die Beteiligten und auch an die Organisationsstrukturen der Hochschule stellt. Es wird erwartet, dass die Beteiligten neue Rollenmuster entwickeln. Rollenmuster sind Verhaltensweisen, die Inhaber sozialer Positionen typischerweise zeigen. Zur Beantwortung der Frage, inwieweit dies tatsächlich zutrifft, sind Studien erforderlich, die sich mit den verschiedenen Aspekten aus Sicht von Beobachtern und Teleteaching-Beteiligten befassen. Der vorliegende Beitrag basiert auf zwei Fallstudien an Televorlesungen, die im Rahmen des Projekts VIROR durchgeführt wurden. Die darin systematisch gewonnenen Ergebnisse werden in zusammengefasster Form mitgeteilt. Sie sollen Aufschluss darüber geben, (a) welche Anforderungen und Probleme telemediale Hochschullehre aufwirft, (b) wie Dozenten und Studierende damit umgehen, und (c) ob neue Rollenmuster entstehen. Aus den berichteten Erfahrungen werden Vorschläge für Verbesserungen abgeleitet. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikation de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© Copyright by K.G. Saur Verlag 2000
Subject
Teleteaching und Distance Learning
ISSN
0930-5157
DOI
10.1515/PIKO.2000.129
Publisher site
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Abstract

„Teleteaching“ verstehen wir als eine rechner- und netzgestützte Lehrform, die multimedial auf der Basis von Hochgeschwindigkeitsnetzen routinemäßig zwischen verschiedenen Universitäten durchgeführt wird. Generell wird davon ausgegangen, dass der Einsatz neuer Medien (z.B. in Form von Teleteaching) das Lehrangebot an entfernten Universitäten bereichert. Um dieses Ziel zu erreichen, sind von den beteiligten Lehrenden und Lernenden nicht unerhebliche Aufgaben zu bewältigen, die organisatorischer, didaktischer und technischer Art sind. Zum Beispiel stellt die Notwendigkeit der Kooperation über Fachbereichs- und Universitätsgrenzen hinweg neue organisatorische Anforderungen an Veranstalter, ihre Mitarbeiter, Prüfungsämter etc. Der Aufbau virtualisierter Lehr-/Lern- Szenarios führt auch zu „virtualisierten Studierenden“, die außerhalb des Blickfeldes des Veranstalters liegen. Herkömmliche Mittel der Reaktionsabschätzung von Seiten der Veranstalter – wie viele Studierende sehe ich, wie motiviert sehen sie aus? – fallen weg. Der Einsatz neuer Technologien verlangt schließlich allen Beteiligten neue Kompetenzen im Umgang damit ab. Teleteaching-Lehre wird weniger als konventioneller Unterricht mit größerer Breitenwirkung denn als eine eigenständige Lehrform gesehen (Hansen, Dirckinck-Holmfeld, Lewis & Rugelj, 1999; Kerres, 1998), die neue Anforderungen an die Beteiligten und auch an die Organisationsstrukturen der Hochschule stellt. Es wird erwartet, dass die Beteiligten neue Rollenmuster entwickeln. Rollenmuster sind Verhaltensweisen, die Inhaber sozialer Positionen typischerweise zeigen. Zur Beantwortung der Frage, inwieweit dies tatsächlich zutrifft, sind Studien erforderlich, die sich mit den verschiedenen Aspekten aus Sicht von Beobachtern und Teleteaching-Beteiligten befassen. Der vorliegende Beitrag basiert auf zwei Fallstudien an Televorlesungen, die im Rahmen des Projekts VIROR durchgeführt wurden. Die darin systematisch gewonnenen Ergebnisse werden in zusammengefasster Form mitgeteilt. Sie sollen Aufschluss darüber geben, (a) welche Anforderungen und Probleme telemediale Hochschullehre aufwirft, (b) wie Dozenten und Studierende damit umgehen, und (c) ob neue Rollenmuster entstehen. Aus den berichteten Erfahrungen werden Vorschläge für Verbesserungen abgeleitet.

Journal

PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikationde Gruyter

Published: Sep 1, 2000

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