MUSIKALISCHER HERBST IN VORARLBERG

MUSIKALISCHER HERBST IN VORARLBERG Heerrufers mit Zdenek Kroupa und dem verläßlichen Franz Mayer. Die beste Leistung des Abends bot Althea Bridges als Ortrud. Ihr für die Zukunft viel versprechender Heroinenmezzo hat Tragkraft und metallische Höhe. Sehr gut studiert und eingesetzt war der verstärkte Chor. Die Regie Alfred Schönolds war auf die Bühnenbilder Hans Ohlands gut abgestimmt. Die Kostüme hatte die Wiener Staatsoper aus ihrem ,,Lohengrin"-Fundus zur Verfügung gestellt. Starker Beifall des ausverkauften Hauses. Paul Lorenz M U S I K A L I S C H E R H E R B S T IN V O R A R L B E R G Mit der Eröffnung der neuen Stadthalle in Feldkirch bekam Vorarlberg endlich einen idealen Konzertsaal. Akustisch erprobt wurde die neue Halle erstmals vom ORFSymphonieorchester unter seinem neuen Chefdirigenten Leif Segerstam, und Ausführende wie Zuhörer waren des Lobes voll. Neben einem Klavierkonzert von Mozart (Solist: Heinz Medjimorec) kam Bruckners ,,Romantische" zur Aufführung. Ein zweites Konzert in Feldkirch mit den Wiener Symphonikern unter Carl Melles präsentierte Gottfried von Einems Orchestermusik op. 9, Glazunows Violinkonzert (Solist: Josef Sivo) und Schumanns Vierte. In Bregenz fand ein Liederabend mit Christa Ludwig Beachtung. Das Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz führte unter Leitung von Wilhelm Stärk mit Bläsern des Schwäbischen Symphonieorchesters Reutlingen Glinkas Ouvertüre zu ,,Ruslan und Ludmilla" und Schuberts Große C-dur-Symphonie auf. Der aus Feldkirch stammende Tenor Walter Kräutler (derzeit Opernhaus Köln) sang Orchesterlieder von Richard Strauss und Wilhelm Stärk. In der Dornbirner Messenalle trat beim ersten Abonnementkonzert das Royal Philharmonie Orchestra aus London unter dem französischen Dirigenten Jean Martinon auf. Auf die Enigma-Variationen von Edward Elgar folgte das a-moll-Klavierkonzert von Schumann (Solist: Justus Frantz) und zum Abschluß Mendelssohns ,,Schottische". Der Abend war das Ereignis der Herbstsaison. Die Dornbirner Opernbühne mit ihren begeistert agierenden Amateurkräften (rund 90 Mitwirkende) brachte unter Leitung von Wilhelm Stärk Verdis ,,Troubadour" zur Aufführung. Die Propstei St. Gerold im Großen Walsertal zog mit ihren Bach-Tagen Musikfreunde aus einem weiten Umkreis, vor allem aus Süddeutschland, an. Professor Dr. August Wenziger (Basel) hielt einen vielbeachteten Vortrag über Kompositionstechnik und Aufführungspraxis bei Johann Sebastian Bach. Er selbst spielte im ersten Konzert, begleitet von Rudolf Scheidegger am Cembalo, drei selten zu hörende Gambensonaten. Der Geiger Rudolf Gähler gestaltete mit seinem Rundbogen überzeugend Sololiteratur für Violine. Der Flötist Günter Rumpl und Günther Fetz am Cembalo führten in die intimen Bereiche Bachscher Kunst, während die österreichischen Bachsolisten mit zwei größer besetzten Konzerten Akzente setzten. In der Propstei St. Gerold kam auch eine Auftragskomposition des O R F , die St. Gerolder Messe von Erich Kleinschuster (Text von Walter Karlberger), zur Uraufführung. Das bewußt einfach und volkstümlich konzipierte Werk ist für das Kleinschuster-Sextett und einen Schülerchor geschrieben, wobei der Gemeindegesang mit einbezogen wird. In der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz erfolgte anläßlich des ersten Todestages des Bregenzer Komponisten Oswald Lutz die posthume Uraufführung seiner deutschen Messe, op. 101, für vier Solisten (Sopran, Tenor, Violine und Orgel). Das spätromantische Werk stellt an die Interpreten hohe Anforderungen. Erich Schneider http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Österreichische Musikzeitschrift de Gruyter

MUSIKALISCHER HERBST IN VORARLBERG

Österreichische Musikzeitschrift, Volume 31 (1) – Jan 1, 1976

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 1976 by the
ISSN
0029-9316
eISSN
2307-2970
DOI
10.7767/omz.1976.31.1.45
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Abstract

Heerrufers mit Zdenek Kroupa und dem verläßlichen Franz Mayer. Die beste Leistung des Abends bot Althea Bridges als Ortrud. Ihr für die Zukunft viel versprechender Heroinenmezzo hat Tragkraft und metallische Höhe. Sehr gut studiert und eingesetzt war der verstärkte Chor. Die Regie Alfred Schönolds war auf die Bühnenbilder Hans Ohlands gut abgestimmt. Die Kostüme hatte die Wiener Staatsoper aus ihrem ,,Lohengrin"-Fundus zur Verfügung gestellt. Starker Beifall des ausverkauften Hauses. Paul Lorenz M U S I K A L I S C H E R H E R B S T IN V O R A R L B E R G Mit der Eröffnung der neuen Stadthalle in Feldkirch bekam Vorarlberg endlich einen idealen Konzertsaal. Akustisch erprobt wurde die neue Halle erstmals vom ORFSymphonieorchester unter seinem neuen Chefdirigenten Leif Segerstam, und Ausführende wie Zuhörer waren des Lobes voll. Neben einem Klavierkonzert von Mozart (Solist: Heinz Medjimorec) kam Bruckners ,,Romantische" zur Aufführung. Ein zweites Konzert in Feldkirch mit den Wiener Symphonikern unter Carl Melles präsentierte Gottfried von Einems Orchestermusik op. 9, Glazunows Violinkonzert (Solist: Josef Sivo) und Schumanns Vierte. In Bregenz fand ein Liederabend mit Christa Ludwig Beachtung. Das Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz führte unter Leitung von Wilhelm Stärk mit Bläsern des Schwäbischen Symphonieorchesters Reutlingen Glinkas Ouvertüre zu ,,Ruslan und Ludmilla" und Schuberts Große C-dur-Symphonie auf. Der aus Feldkirch stammende Tenor Walter Kräutler (derzeit Opernhaus Köln) sang Orchesterlieder von Richard Strauss und Wilhelm Stärk. In der Dornbirner Messenalle trat beim ersten Abonnementkonzert das Royal Philharmonie Orchestra aus London unter dem französischen Dirigenten Jean Martinon auf. Auf die Enigma-Variationen von Edward Elgar folgte das a-moll-Klavierkonzert von Schumann (Solist: Justus Frantz) und zum Abschluß Mendelssohns ,,Schottische". Der Abend war das Ereignis der Herbstsaison. Die Dornbirner Opernbühne mit ihren begeistert agierenden Amateurkräften (rund 90 Mitwirkende) brachte unter Leitung von Wilhelm Stärk Verdis ,,Troubadour" zur Aufführung. Die Propstei St. Gerold im Großen Walsertal zog mit ihren Bach-Tagen Musikfreunde aus einem weiten Umkreis, vor allem aus Süddeutschland, an. Professor Dr. August Wenziger (Basel) hielt einen vielbeachteten Vortrag über Kompositionstechnik und Aufführungspraxis bei Johann Sebastian Bach. Er selbst spielte im ersten Konzert, begleitet von Rudolf Scheidegger am Cembalo, drei selten zu hörende Gambensonaten. Der Geiger Rudolf Gähler gestaltete mit seinem Rundbogen überzeugend Sololiteratur für Violine. Der Flötist Günter Rumpl und Günther Fetz am Cembalo führten in die intimen Bereiche Bachscher Kunst, während die österreichischen Bachsolisten mit zwei größer besetzten Konzerten Akzente setzten. In der Propstei St. Gerold kam auch eine Auftragskomposition des O R F , die St. Gerolder Messe von Erich Kleinschuster (Text von Walter Karlberger), zur Uraufführung. Das bewußt einfach und volkstümlich konzipierte Werk ist für das Kleinschuster-Sextett und einen Schülerchor geschrieben, wobei der Gemeindegesang mit einbezogen wird. In der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz erfolgte anläßlich des ersten Todestages des Bregenzer Komponisten Oswald Lutz die posthume Uraufführung seiner deutschen Messe, op. 101, für vier Solisten (Sopran, Tenor, Violine und Orgel). Das spätromantische Werk stellt an die Interpreten hohe Anforderungen. Erich Schneider

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Österreichische Musikzeitschriftde Gruyter

Published: Jan 1, 1976

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