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Mehrfachzugehörigkeit von Individuen – Prämissen und Reichweite des Begriffs der Multikollektivität

Mehrfachzugehörigkeit von Individuen – Prämissen und Reichweite des Begriffs der Multikollektivität Mehrfachzugehörigkeit von Individuen –Prämissen und Reichweite des Begriffs derMultikollektivitätJan-Christoph Marschelke∗1. E INLEITUNGZiel der Kollektivwissenschaft ist „die Vermessung des Feldes [der Kollektivität]“. Dem dient die „Schaffung eines Begriffs-Instrumentariums“1, eineder empirischen Forschung „vorgeschaltete Heuristik, die darauf hinweist,was zu bedenken ist.“2 Dieses Vokabular soll Wissenschaftlern einenWerkzeugkasten bieten, mittels dessen sie empirischen Studien über Kollektivität theoretisch rahmen können.*Jan-Christoph Marschelke, Akademischer Rat auf Zeit, ist promovierter Rechtsphilosoph und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft der Universität Regensburg. Er forscht interdisziplinär zu Kollektivität, Kultur, Interkulturalität und Recht.1Klaus P. Hansen, Kultur, Kollektiv, Nation, Passau 2009, S. 27.2Vgl. Klaus P. Hansen, „Versuch einer Systematisierung der Kollektivwissenschaft“, in: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft 1/1, 2015, S. 89110 (S. 95), ein Anwendungsbeispiel gibt er ebd. S. 95 f.30 | Jan-Christoph MarschelkeZu den eingängigsten und bisher bestrezipierten Begriffen des Instrumentariums gehört die Multikollektivität.3 Sie bringt zum Ausdruck, dassIndividuen einer Vielzahl von Kollektiven angehören4, etwa Familie, Berufsgruppe, Sportvereinen, politischer Partei, Sprach-, Religionsgemeinschaft, Ethnie und Nation(en). Mithilfe dieser Beschreibung lässt sich dieVorstellung monolithischer Zugehörigkeit und Determiniertheit dekonstruieren, insbesondere: die Idee, Menschen seien ausschließlich durch ethnische, nationale oder religiöse Zugehörigkeit geprägt. In diesem Sinne wird3S. z.B. Claudia Ang-Stein, Interkulturelles Training, Systematisierung, Analyseund Konzeption einer Weiterbildung, Wiesbaden 2015, z.B. S. 110 ff.; JürgenBolten, Interkulturelle http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2017 by transcript Verlag
ISSN
2363-6300
eISSN
2363-6319
DOI
10.14361/zkkw-2017-0104
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Abstract

Mehrfachzugehörigkeit von Individuen –Prämissen und Reichweite des Begriffs derMultikollektivitätJan-Christoph Marschelke∗1. E INLEITUNGZiel der Kollektivwissenschaft ist „die Vermessung des Feldes [der Kollektivität]“. Dem dient die „Schaffung eines Begriffs-Instrumentariums“1, eineder empirischen Forschung „vorgeschaltete Heuristik, die darauf hinweist,was zu bedenken ist.“2 Dieses Vokabular soll Wissenschaftlern einenWerkzeugkasten bieten, mittels dessen sie empirischen Studien über Kollektivität theoretisch rahmen können.*Jan-Christoph Marschelke, Akademischer Rat auf Zeit, ist promovierter Rechtsphilosoph und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft der Universität Regensburg. Er forscht interdisziplinär zu Kollektivität, Kultur, Interkulturalität und Recht.1Klaus P. Hansen, Kultur, Kollektiv, Nation, Passau 2009, S. 27.2Vgl. Klaus P. Hansen, „Versuch einer Systematisierung der Kollektivwissenschaft“, in: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft 1/1, 2015, S. 89110 (S. 95), ein Anwendungsbeispiel gibt er ebd. S. 95 f.30 | Jan-Christoph MarschelkeZu den eingängigsten und bisher bestrezipierten Begriffen des Instrumentariums gehört die Multikollektivität.3 Sie bringt zum Ausdruck, dassIndividuen einer Vielzahl von Kollektiven angehören4, etwa Familie, Berufsgruppe, Sportvereinen, politischer Partei, Sprach-, Religionsgemeinschaft, Ethnie und Nation(en). Mithilfe dieser Beschreibung lässt sich dieVorstellung monolithischer Zugehörigkeit und Determiniertheit dekonstruieren, insbesondere: die Idee, Menschen seien ausschließlich durch ethnische, nationale oder religiöse Zugehörigkeit geprägt. In diesem Sinne wird3S. z.B. Claudia Ang-Stein, Interkulturelles Training, Systematisierung, Analyseund Konzeption einer Weiterbildung, Wiesbaden 2015, z.B. S. 110 ff.; JürgenBolten, Interkulturelle

Journal

Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaftde Gruyter

Published: Mar 1, 2017

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