KLINISCHE BLUTRHEOLOGIE

KLINISCHE BLUTRHEOLOGIE H. Chmiel Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik, Stuttgart/BRD (Ideologische Untersuchungen an Blut beschränken sich bisher meistens auf die stationäre Strömung und hier auf die Messung der Viskosität. Dabei ist man sich hinsichtlich des Einflusses der Erythrozytenaggregation auf die Scherviskosität des Blutes (abnehmende Viskosität mit zunehmender Beanspruchung) weitgehend einig. Unterschiedlicher Auffassung ist man bezüglich einer eventuell existierenden Fließgrenze. In eigenen Arbeiten l konnte gezeigt werden, daß eine Fließgrenze bei Blut nicht existiert. Vielmehr ist die Scherabhängigkeit der Viskosität, wie Abb. l zeigt, mit derjenigen einer Polymerlösung vergleichbar. einer verstärkten Erythrozytenaggregation einhergehen. Bedenkt mäh, wie hoch der Prozentsatz der auf Gefäßerkrankungen zurückzuführenden jährlichen Todesfälle ist, so würde aliein diese Tatsache den klinischen Einsatz der Blutrheologie als zusätzliche Entscheidungshilfe bei Diagnose und Therapie rechtfertigen. Die Blutviskosität ist allerdings nicht nur bei erhöhter Erythrozytenaggregationsneigung verändert; auch eine Änderung der Plasmaviskosität - sei sie erhöht, wie z.B. bei den rheumatischen Erkrankungen 5 , sei sie vermindert, wie z.B. beim Morbus-Willebrand-Jürgens-Syndrom 6 ändert die Viskosität des Gesamtblutes. Schließlich bewirkt auch eine verminderte Flexibilität der Erythrozyten ^>^^^ """· \, v.^ ~" eine erhöhte Blutviskosität, hier allerdings nur im Bereich hoher Schergeschwindigkeiten nachweisbar. Berücksichtigt man noch, daß auch der Hämatokrit einen starken Einfluß auf die Blutviskosität http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Biomedizinische Technik / Biomedical Engineering de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0013-5585
eISSN
1862-278X
DOI
10.1515/bmte.1976.21.s1.59
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Abstract

H. Chmiel Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik, Stuttgart/BRD (Ideologische Untersuchungen an Blut beschränken sich bisher meistens auf die stationäre Strömung und hier auf die Messung der Viskosität. Dabei ist man sich hinsichtlich des Einflusses der Erythrozytenaggregation auf die Scherviskosität des Blutes (abnehmende Viskosität mit zunehmender Beanspruchung) weitgehend einig. Unterschiedlicher Auffassung ist man bezüglich einer eventuell existierenden Fließgrenze. In eigenen Arbeiten l konnte gezeigt werden, daß eine Fließgrenze bei Blut nicht existiert. Vielmehr ist die Scherabhängigkeit der Viskosität, wie Abb. l zeigt, mit derjenigen einer Polymerlösung vergleichbar. einer verstärkten Erythrozytenaggregation einhergehen. Bedenkt mäh, wie hoch der Prozentsatz der auf Gefäßerkrankungen zurückzuführenden jährlichen Todesfälle ist, so würde aliein diese Tatsache den klinischen Einsatz der Blutrheologie als zusätzliche Entscheidungshilfe bei Diagnose und Therapie rechtfertigen. Die Blutviskosität ist allerdings nicht nur bei erhöhter Erythrozytenaggregationsneigung verändert; auch eine Änderung der Plasmaviskosität - sei sie erhöht, wie z.B. bei den rheumatischen Erkrankungen 5 , sei sie vermindert, wie z.B. beim Morbus-Willebrand-Jürgens-Syndrom 6 ändert die Viskosität des Gesamtblutes. Schließlich bewirkt auch eine verminderte Flexibilität der Erythrozyten ^>^^^ """· \, v.^ ~" eine erhöhte Blutviskosität, hier allerdings nur im Bereich hoher Schergeschwindigkeiten nachweisbar. Berücksichtigt man noch, daß auch der Hämatokrit einen starken Einfluß auf die Blutviskosität

Journal

Biomedizinische Technik / Biomedical Engineeringde Gruyter

Published: Jan 1, 1976

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