Keltorom. frog-, frogn-; Lautsymbolik.

Keltorom. frog-, frogn-; Lautsymbolik. Das Bedenken gegen meine gallische Herleitung von it.frqge, ,,Nüstern", welches Meyer-Lübke Ztschr. XX, 5 30 f. aus dem Verbreitungsgebiet dieses Wortes schöpft, ist vollberechtigt. Indessen wird er mir zugeben, dafs ein Wort in seiner ursprünglichen Heimat ausgestorben sein und dort, wohin es ausgewandert ist, fortleben kann; vielleicht schweben ihm selbst derartige Fälle vor. Und da es sich hier um einen hippologischen Ausdruck zu handeln scheint (froge bedeutet insbesondere den behaarten obern Teil der Nüstern), konnte ein solcher nicht schon früh von den so pferdekundigen Galliern entlehnt worden sein, so gut wie vermutlich caballus selbst? An der Caix'schen Gleichung froge = fauces nimmt Meyer-Lübke wegen des unerklärten r Anstofs, und allerdings wird, wenn im Sizilischen forgia neben foggia, ,,Flufsmündung" vorkommt (was übrigens auch nicht ohne Weiteres auf fauces sich zurückführen läfst), das nur eine Umkehrung von foggia \forgia ,,Schmiede" sein, das neap. forgia für froscia, ,,Nasenloch" aber wohl nur eine scherzhafte Angleichung an eben dasselbe Wort. Würde nun aber die Bedeutungsentwickelung ,,Kehle" zu ,,Nüstern" etwas Selbstverständliches sein? Ich vermöchte sie mir nur so zu denken, dafs man zwischen der doppelten Nasenöfmung und dem durch das Zäpfchen halbierten Isthmus faucium eine Aehnlichkeit gefunden hätte. Eine allmähliche Verschiebung nach aufwärts, wie http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für romanische Philologie (ZrP) de Gruyter

Keltorom. frog-, frogn-; Lautsymbolik.

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0049-8661
eISSN
1865-9063
DOI
10.1515/zrph.1897.21.2.199
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Abstract

Das Bedenken gegen meine gallische Herleitung von it.frqge, ,,Nüstern", welches Meyer-Lübke Ztschr. XX, 5 30 f. aus dem Verbreitungsgebiet dieses Wortes schöpft, ist vollberechtigt. Indessen wird er mir zugeben, dafs ein Wort in seiner ursprünglichen Heimat ausgestorben sein und dort, wohin es ausgewandert ist, fortleben kann; vielleicht schweben ihm selbst derartige Fälle vor. Und da es sich hier um einen hippologischen Ausdruck zu handeln scheint (froge bedeutet insbesondere den behaarten obern Teil der Nüstern), konnte ein solcher nicht schon früh von den so pferdekundigen Galliern entlehnt worden sein, so gut wie vermutlich caballus selbst? An der Caix'schen Gleichung froge = fauces nimmt Meyer-Lübke wegen des unerklärten r Anstofs, und allerdings wird, wenn im Sizilischen forgia neben foggia, ,,Flufsmündung" vorkommt (was übrigens auch nicht ohne Weiteres auf fauces sich zurückführen läfst), das nur eine Umkehrung von foggia \forgia ,,Schmiede" sein, das neap. forgia für froscia, ,,Nasenloch" aber wohl nur eine scherzhafte Angleichung an eben dasselbe Wort. Würde nun aber die Bedeutungsentwickelung ,,Kehle" zu ,,Nüstern" etwas Selbstverständliches sein? Ich vermöchte sie mir nur so zu denken, dafs man zwischen der doppelten Nasenöfmung und dem durch das Zäpfchen halbierten Isthmus faucium eine Aehnlichkeit gefunden hätte. Eine allmähliche Verschiebung nach aufwärts, wie

Journal

Zeitschrift für romanische Philologie (ZrP)de Gruyter

Published: Jan 1, 1897

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