II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus

II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus Nationalökonomische Gesetzgebung. II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus. Von Dr. ü a e t a n o B e e l l e r , St. Gallen. Am 7. Mai d. J . hat die glarnerische Landsgemeinde (Versammlung aller Stimmberechtigten des ganzen Kantons zur Beschlußfassung über die in ihren Kompetenzkreis gehörenden Angelegenheiten) ein Qesotz über die Errichtung einer kantonalen, obligatorischen Alters- und InvalidenVersicherung angenommen, und hat damit als erster Gliedstaat der Eidgenossenschaft deren Einführung beschlossen. Die Kantone Neuenburg und Waadt besitzen zwar sohon seit 1898 bzw. 1907 staatliche Altersversicherungen, doch ist der Beitritt bei beiden Institutionen freiwillig. In anderen Kantonen, z. B. in St. Gallen, Zürioh, Basel-Stadt, bestehen wenigstens Fonds für diesen Zweck. Aber sie sind noch viel zu klein, und es besteht angesichts der duroh den europäischen Krieg stark in Anspruch genommenen Finanzen fast aller Einzelstaaten der Schweiz zu wenig Aussicht auf eine stärkere Dotierung dieser Fonds, als daß in naher Zukunft in den genannton Kantonen an die Verwirklichung dieses sozialpolitischen Postulates gedacht werden konnte. Ebenso aussichtslos ist der Gedanke an eine eidgenossische Alters- und Invalidenversicherung, da die hierfür vorgesehenen Finanzquellen zur Verzinsung und Amortisation der stark angewachsenen Mobilisationskosten herangezogen werden müssen. Das nun im http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik de Gruyter

II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus

II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus


Nationalökonomische Gesetzgebung. II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus. Von Dr. ü a e t a n o B e e l l e r , St. Gallen. Am 7. Mai d. J . hat die glarnerische Landsgemeinde (Versammlung aller Stimmberechtigten des ganzen Kantons zur Beschlußfassung über die in ihren Kompetenzkreis gehörenden Angelegenheiten) ein Qesotz über die Errichtung einer kantonalen, obligatorischen Alters- und InvalidenVersicherung angenommen, und hat damit als erster Gliedstaat der Eidgenossenschaft deren Einführung beschlossen. Die Kantone Neuenburg und Waadt besitzen zwar sohon seit 1898 bzw. 1907 staatliche Altersversicherungen, doch ist der Beitritt bei beiden Institutionen freiwillig. In anderen Kantonen, z. B. in St. Gallen, Zürioh, Basel-Stadt, bestehen wenigstens Fonds für diesen Zweck. Aber sie sind noch viel zu klein, und es besteht angesichts der duroh den europäischen Krieg stark in Anspruch genommenen Finanzen fast aller Einzelstaaten der Schweiz zu wenig Aussicht auf eine stärkere Dotierung dieser Fonds, als daß in naher Zukunft in den genannton Kantonen an die Verwirklichung dieses sozialpolitischen Postulates gedacht werden konnte. Ebenso aussichtslos ist der Gedanke an eine eidgenossische Alters- und Invalidenversicherung, da die hierfür vorgesehenen Finanzquellen zur Verzinsung und Amortisation der stark angewachsenen Mobilisationskosten herangezogen werden müssen. Das nun im Kanton Glarus angenommene Gesetz umfaßt 41 Artikel und wird mit dem 1. Januar 1918 in Kraft treten x ). Einer der beiden hervorstechendsten Grundsätze desselben ist derjenige der Z w a n g s v e r s i c h o r u n g für die gesamte, im Alter von 17 bis 60 Jahren stehende Wohnbevölkerung. Diese Maßnahme bezweckt die Sicherung eines stetigen, hinreichenden Mitgliederbestandes, ein Haupterfordernis einer Volksversicherung. Auch haben die in den Kantonen Neuenbürg und Waadt...
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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 1916 by the
ISSN
0021-4027
eISSN
2366-049X
DOI
10.1515/jbnst-1916-0105
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Abstract

Nationalökonomische Gesetzgebung. II. Die Alters- und Invalidenversicherung des Kantons Glarus. Von Dr. ü a e t a n o B e e l l e r , St. Gallen. Am 7. Mai d. J . hat die glarnerische Landsgemeinde (Versammlung aller Stimmberechtigten des ganzen Kantons zur Beschlußfassung über die in ihren Kompetenzkreis gehörenden Angelegenheiten) ein Qesotz über die Errichtung einer kantonalen, obligatorischen Alters- und InvalidenVersicherung angenommen, und hat damit als erster Gliedstaat der Eidgenossenschaft deren Einführung beschlossen. Die Kantone Neuenburg und Waadt besitzen zwar sohon seit 1898 bzw. 1907 staatliche Altersversicherungen, doch ist der Beitritt bei beiden Institutionen freiwillig. In anderen Kantonen, z. B. in St. Gallen, Zürioh, Basel-Stadt, bestehen wenigstens Fonds für diesen Zweck. Aber sie sind noch viel zu klein, und es besteht angesichts der duroh den europäischen Krieg stark in Anspruch genommenen Finanzen fast aller Einzelstaaten der Schweiz zu wenig Aussicht auf eine stärkere Dotierung dieser Fonds, als daß in naher Zukunft in den genannton Kantonen an die Verwirklichung dieses sozialpolitischen Postulates gedacht werden konnte. Ebenso aussichtslos ist der Gedanke an eine eidgenossische Alters- und Invalidenversicherung, da die hierfür vorgesehenen Finanzquellen zur Verzinsung und Amortisation der stark angewachsenen Mobilisationskosten herangezogen werden müssen. Das nun im

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Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistikde Gruyter

Published: Feb 1, 1916

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