Helga Meise, Das archivierte Ich. Schreibkalender und höfische Repräsentation in Hessen-Darmstadt 1624-1790

Helga Meise, Das archivierte Ich. Schreibkalender und höfische Repräsentation in... Lektüren raten Quellenbasis die sich seit etwa 1850 stark ausdifferenzierenden Langeweilediskurse zu bündeln und gewissermaßen an die ,,großen Themen" der Zeit anzudocken: etwa an ,,Politik" im konfliktreichen Spannungsverhältnis von Parlamentarismus und Antiparlamentarismus, oder an ,,Fortschritt" und die virulent gewordene ,,Klassenstruktur", sowie das in jenen Jahrzehnten ebenfalls heftig debattierte Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, deren ,,Vermassung" von vielen befürchtet wurde. Auch der Bogen zur Ersten Frauenbewegung und zum zeitgenössischen Geschlechterkampf wird abschließend noch einmal gezogen, indem beispielsweise die Schriften der Österreicherin Rosa Mayreder vorgestellt werden. Alles in allem ist daher nicht zu bemängeln, dass Martina Kessel in ihrer ,,Langeweile" jeglichen Bezug auf politische oder soziale Entwicklungen einer kulturalistischen Verengung geopfert habe, wie ein Kritiker angemerkt hat; 1 das leistet sie immer wieder - wenn auch mit wechselnder Überzeugungskraft. Dass es ihr nicht durchgehend gelingt, ist wohl, ebenso wie so manche Langatmigkeiten dieses Buches, vor allem eine Konsequenz der bewundernswert eigenwilligen Wahl eines schwierigen Themas. Christa Hämmerle (Wien) *** ner der Oberschichten in ihren Selbstzeugnissen gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihre Ehefrauen und Familien gerade nicht mehr thematisierten, ,,um das Bild einer rein öffentlichen Männlichkeit nicht zu gefährden" - während umgekehrt ,,Geselligkeit" neben der zentraler gewordenen Arbeit weiterhin beschrieben wurde http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Anthropologie de Gruyter

Helga Meise, Das archivierte Ich. Schreibkalender und höfische Repräsentation in Hessen-Darmstadt 1624-1790

Historische Anthropologie, Volume 11 (1) – Dec 1, 2003

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2003 by the
ISSN
0942-8704
eISSN
2194-4032
DOI
10.7788/ha.2003.11.1.154
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Abstract

Lektüren raten Quellenbasis die sich seit etwa 1850 stark ausdifferenzierenden Langeweilediskurse zu bündeln und gewissermaßen an die ,,großen Themen" der Zeit anzudocken: etwa an ,,Politik" im konfliktreichen Spannungsverhältnis von Parlamentarismus und Antiparlamentarismus, oder an ,,Fortschritt" und die virulent gewordene ,,Klassenstruktur", sowie das in jenen Jahrzehnten ebenfalls heftig debattierte Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, deren ,,Vermassung" von vielen befürchtet wurde. Auch der Bogen zur Ersten Frauenbewegung und zum zeitgenössischen Geschlechterkampf wird abschließend noch einmal gezogen, indem beispielsweise die Schriften der Österreicherin Rosa Mayreder vorgestellt werden. Alles in allem ist daher nicht zu bemängeln, dass Martina Kessel in ihrer ,,Langeweile" jeglichen Bezug auf politische oder soziale Entwicklungen einer kulturalistischen Verengung geopfert habe, wie ein Kritiker angemerkt hat; 1 das leistet sie immer wieder - wenn auch mit wechselnder Überzeugungskraft. Dass es ihr nicht durchgehend gelingt, ist wohl, ebenso wie so manche Langatmigkeiten dieses Buches, vor allem eine Konsequenz der bewundernswert eigenwilligen Wahl eines schwierigen Themas. Christa Hämmerle (Wien) *** ner der Oberschichten in ihren Selbstzeugnissen gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihre Ehefrauen und Familien gerade nicht mehr thematisierten, ,,um das Bild einer rein öffentlichen Männlichkeit nicht zu gefährden" - während umgekehrt ,,Geselligkeit" neben der zentraler gewordenen Arbeit weiterhin beschrieben wurde

Journal

Historische Anthropologiede Gruyter

Published: Dec 1, 2003

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