Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914–1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014

Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen... Die diachrone Perspektive des Bandes ist sehr gewinnbringend (und die Beiträge zu unfreien Öffentlichkeiten und Außenpolitik im NS und in der DDR besonders interessant). Die einzelnen Beiträge gewichten den Arkanbereich von Außenpolitik unterschiedlich, von einer kontinuierlichen ,,Demokratisierung" von Außenpolitik im Laufe des 20.Jahrhunderts lässt sich jedenfalls nicht sprechen. Und auch für das frühe 21.Jahrhundert mit seinen neuartigen Enthüllungsmöglichkeiten durch das Internet kann vermutet werden, dass die Entwicklung nur teilweise zu mehr Transparenz führt, während sich gleichzeitig die ,,Geheimnisse der Herrschaft" neu abschotten müssen. Zusammenfassend lässt sich sagen: ein gut gemachtes, für einen Sammelband sehr kohärentes Buch, dem man möglichst viele Leser wünschen möchte. Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914­1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20.Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014. 520 S., 49,90. // doi 10.1515/hzhz-2016-0160 Wilfried Loth, Münster Den Prämissen einer konstruktivistischen Kulturgeschichte verpflichtet geht Florian Greiner der Frage nach, wie in den Jahren zwischen dem Beginn des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs ,,Europa" gedacht und erfahren wurde. Er wertet dazu jeweils zwei (im deutschen Fall zweieinhalb) unterschiedlich positionierte Qualitätszeitungen aus Deutschland, Großbritannien und den USA im Hinblick auf die Verwendung des Europabegriffes und die Diskussion http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Zeitschrift de Gruyter

Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914–1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014

Historische Zeitschrift, Volume 302 (2) – Apr 23, 2016

Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914–1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014


Die diachrone Perspektive des Bandes ist sehr gewinnbringend (und die Beiträge zu unfreien Öffentlichkeiten und Außenpolitik im NS und in der DDR besonders interessant). Die einzelnen Beiträge gewichten den Arkanbereich von Außenpolitik unterschiedlich, von einer kontinuierlichen ,,Demokratisierung" von Außenpolitik im Laufe des 20.Jahrhunderts lässt sich jedenfalls nicht sprechen. Und auch für das frühe 21.Jahrhundert mit seinen neuartigen Enthüllungsmöglichkeiten durch das Internet kann vermutet werden, dass die Entwicklung nur teilweise zu mehr Transparenz führt, während sich gleichzeitig die ,,Geheimnisse der Herrschaft" neu abschotten müssen. Zusammenfassend lässt sich sagen: ein gut gemachtes, für einen Sammelband sehr kohärentes Buch, dem man möglichst viele Leser wünschen möchte. Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914­1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20.Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014. 520 S., 49,90. // doi 10.1515/hzhz-2016-0160 Wilfried Loth, Münster Den Prämissen einer konstruktivistischen Kulturgeschichte verpflichtet geht Florian Greiner der Frage nach, wie in den Jahren zwischen dem Beginn des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs ,,Europa" gedacht und erfahren wurde. Er wertet dazu jeweils zwei (im deutschen Fall zweieinhalb) unterschiedlich positionierte Qualitätszeitungen aus Deutschland, Großbritannien und den USA im Hinblick auf die Verwendung des Europabegriffes und die Diskussion von Sachverhalten aus, die Europa zugeschrieben werden oder Europa betreffen. Die außergewöhnliche Breite der Quellen, die so erschlossen werden, erlaubt es, Diskurse über Europa und deren Bedeutung für die Entwicklung von Identitäten auch jenseits der intellektuellen und...
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de Gruyter
Copyright
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ISSN
0018-2613
eISSN
2196-680X
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10.1515/hzhz-2016-0160
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Abstract

Die diachrone Perspektive des Bandes ist sehr gewinnbringend (und die Beiträge zu unfreien Öffentlichkeiten und Außenpolitik im NS und in der DDR besonders interessant). Die einzelnen Beiträge gewichten den Arkanbereich von Außenpolitik unterschiedlich, von einer kontinuierlichen ,,Demokratisierung" von Außenpolitik im Laufe des 20.Jahrhunderts lässt sich jedenfalls nicht sprechen. Und auch für das frühe 21.Jahrhundert mit seinen neuartigen Enthüllungsmöglichkeiten durch das Internet kann vermutet werden, dass die Entwicklung nur teilweise zu mehr Transparenz führt, während sich gleichzeitig die ,,Geheimnisse der Herrschaft" neu abschotten müssen. Zusammenfassend lässt sich sagen: ein gut gemachtes, für einen Sammelband sehr kohärentes Buch, dem man möglichst viele Leser wünschen möchte. Florian Greiner, Wege nach Europa. Deutung eines imaginierten Kontinents in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914­1945. (Medien und Gesellschaftswandel im 20.Jahrhundert, Bd. 1.) Göttingen, Wallstein 2014. 520 S., 49,90. // doi 10.1515/hzhz-2016-0160 Wilfried Loth, Münster Den Prämissen einer konstruktivistischen Kulturgeschichte verpflichtet geht Florian Greiner der Frage nach, wie in den Jahren zwischen dem Beginn des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs ,,Europa" gedacht und erfahren wurde. Er wertet dazu jeweils zwei (im deutschen Fall zweieinhalb) unterschiedlich positionierte Qualitätszeitungen aus Deutschland, Großbritannien und den USA im Hinblick auf die Verwendung des Europabegriffes und die Diskussion

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Historische Zeitschriftde Gruyter

Published: Apr 23, 2016

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