Euthanasie im Krankenhaus

Euthanasie im Krankenhaus JUKISTISCHE RUNDSCHAU April Heft 4, S. 133 -- Tötungskriminalität zwischen Sterbehilfe und Mord -- * Von Professor Dr. Winrich Langer, Marburg Die sich in jüngster Zeit häufenden Nachrichten über gezielte Tötungen Schwerstkranker oder Sterbender durch medizinisches Hilfspersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen legen die Annahme nahe, daß von dieser Form der Tötungskriminalität bis jetzt nur die Spitze des Eisbergs sichtbar geworden ist, während das wahre Ausmaß der bisherigen Praxis und der künftigen Gefahren vielleicht vereinzelt geahnt, jedenfalls aber vom öffentlichen Bewußtsein verdrängt worden ist. Der dem hier zu besprechenden Urteil des Bundesgerichtshofes zugrunde liegende Sachverhalt erhellt schlaglichtartig, wie weit die von bestimmten Massenmedien gepflegte Sprachverwirrung bereits zur Begriffsverwirrung und in deren Gefolge zum Abbau des Bewußtseins von der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens geführt hat. Materiell-rechtlich ging es für den Bundesgerichtshof zum einen darum, durch sein Urteil die gezielte Tötung unheilbar Kranker und Sterbender aus Mitleid (sog. Euthanasie) unmißverständlich in ihrem Charakter als Tötungsverbrechen aufzuweisen und sie damit zugleich begrifflich scharf von der Sterbehilfe als dem erlaubten und häufig sogar rechtlich gebotenen tätigen Beistand für einen Menschen in der Phase seines Sterbens zu unterscheiden (A). Da das Mitleid den Euthanasietäter im Regelfall zu einer heimlichen Tötung seines wehrlosen Opfers veranlaßt, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Juristische Rundschau de Gruyter

Euthanasie im Krankenhaus

Juristische Rundschau, Volume 1993 (4) – Jan 1, 1993

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0022-6920
eISSN
1612-7064
DOI
10.1515/juru.1993.1993.4.133
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Abstract

JUKISTISCHE RUNDSCHAU April Heft 4, S. 133 -- Tötungskriminalität zwischen Sterbehilfe und Mord -- * Von Professor Dr. Winrich Langer, Marburg Die sich in jüngster Zeit häufenden Nachrichten über gezielte Tötungen Schwerstkranker oder Sterbender durch medizinisches Hilfspersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen legen die Annahme nahe, daß von dieser Form der Tötungskriminalität bis jetzt nur die Spitze des Eisbergs sichtbar geworden ist, während das wahre Ausmaß der bisherigen Praxis und der künftigen Gefahren vielleicht vereinzelt geahnt, jedenfalls aber vom öffentlichen Bewußtsein verdrängt worden ist. Der dem hier zu besprechenden Urteil des Bundesgerichtshofes zugrunde liegende Sachverhalt erhellt schlaglichtartig, wie weit die von bestimmten Massenmedien gepflegte Sprachverwirrung bereits zur Begriffsverwirrung und in deren Gefolge zum Abbau des Bewußtseins von der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens geführt hat. Materiell-rechtlich ging es für den Bundesgerichtshof zum einen darum, durch sein Urteil die gezielte Tötung unheilbar Kranker und Sterbender aus Mitleid (sog. Euthanasie) unmißverständlich in ihrem Charakter als Tötungsverbrechen aufzuweisen und sie damit zugleich begrifflich scharf von der Sterbehilfe als dem erlaubten und häufig sogar rechtlich gebotenen tätigen Beistand für einen Menschen in der Phase seines Sterbens zu unterscheiden (A). Da das Mitleid den Euthanasietäter im Regelfall zu einer heimlichen Tötung seines wehrlosen Opfers veranlaßt,

Journal

Juristische Rundschaude Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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