Erhebungen lettischer Dialektdaten

Erhebungen lettischer Dialektdaten DiG 7 (1999)t 3-7 Aina Blinkena Die Kartographierung von sprachlichen Erscheinungen ist ein relativ neuer Zweig der Sprachwissenschaft, der erst dann entstehen konnte, als Faktensammlungen und Einzelforschungen bereits vorhanden waren. In der lettischen Sprachwissenschaft begann die Kartographierung erst am Ende des 19. Jahrhunderts, obwohl die ersten sprachwissenschaftlichen Untersuchungen der lettischen Sprache bereits auf das 17. Jahrhundert zurückgehen: das erste deutsch-lettische Wörterbuch (Lettus von G. Mancelius im Jahre 1638) und die erste lettische Grammatik (Manuductio ad linguam Lettonicam von J.G. Rehehusen im Jahre 1644). Dem Lettischen ist große territoriale Variabilität eigen. Dies ist mit den spezifischen geschichtlichen Umständen verbunden, unter denen das lettische Volk im Laufe von Jahrhunderten gelebt hat. Als sich im ersten Jahrtausend nach Christus die lettische Nationalität und die lettische Sprache herauszubilden begann, nahm sie auch Besonderheiten der Sprachen einzelner baltischer Stämme (der Kuronen, Semgaller, Lettgaller und Selonen) in sich auf. Nach dem 13. Jahrhundert, als das Territorium Lettlands durch Kreuzritter erobert wurde, verteilte man das Land unter deutsche Feudalherren. Die Leibeigenen eines Feudalherren waren von denjenigen eines anderen isoliert. Als Ergebnis der feudalen Isolierung und Zersplitterung bildeten sich in dem von Letten bewohnten Land, dessen Territorium ca. 64.000 km2 mißt, mehr als 500 Mundarten heraus, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Dialectologia et Geolinguistica de Gruyter

Erhebungen lettischer Dialektdaten

Dialectologia et Geolinguistica, Volume 1999 (7) – Jan 1, 1999

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0942-4040
eISSN
1867-0903
DOI
10.1515/dig.1999.1999.7.3
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Abstract

DiG 7 (1999)t 3-7 Aina Blinkena Die Kartographierung von sprachlichen Erscheinungen ist ein relativ neuer Zweig der Sprachwissenschaft, der erst dann entstehen konnte, als Faktensammlungen und Einzelforschungen bereits vorhanden waren. In der lettischen Sprachwissenschaft begann die Kartographierung erst am Ende des 19. Jahrhunderts, obwohl die ersten sprachwissenschaftlichen Untersuchungen der lettischen Sprache bereits auf das 17. Jahrhundert zurückgehen: das erste deutsch-lettische Wörterbuch (Lettus von G. Mancelius im Jahre 1638) und die erste lettische Grammatik (Manuductio ad linguam Lettonicam von J.G. Rehehusen im Jahre 1644). Dem Lettischen ist große territoriale Variabilität eigen. Dies ist mit den spezifischen geschichtlichen Umständen verbunden, unter denen das lettische Volk im Laufe von Jahrhunderten gelebt hat. Als sich im ersten Jahrtausend nach Christus die lettische Nationalität und die lettische Sprache herauszubilden begann, nahm sie auch Besonderheiten der Sprachen einzelner baltischer Stämme (der Kuronen, Semgaller, Lettgaller und Selonen) in sich auf. Nach dem 13. Jahrhundert, als das Territorium Lettlands durch Kreuzritter erobert wurde, verteilte man das Land unter deutsche Feudalherren. Die Leibeigenen eines Feudalherren waren von denjenigen eines anderen isoliert. Als Ergebnis der feudalen Isolierung und Zersplitterung bildeten sich in dem von Letten bewohnten Land, dessen Territorium ca. 64.000 km2 mißt, mehr als 500 Mundarten heraus,

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Dialectologia et Geolinguisticade Gruyter

Published: Jan 1, 1999

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