Effizienz oder Gerechtigkeit?

Effizienz oder Gerechtigkeit? 1Verteilungsfragen verdienen weder Naivität noch IgnoranzWenn Sozialdemokraten, Grüne oder Linke über Steuerpolitik sprechen, betonen sie üblicherweise, dass sich in den vergangenen Jahren die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen verschärft hat. Das Einkommen eines Spitzenverdieners in der Wirtschaft stelle ein Vielfaches des Einkommens eines „normalen“ Beschäftigten dar, die Kapitaleinkommen seien noch stärker konzentriert als die Arbeitseinkommen und die Zurückhaltung in der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften trage dazu bei, dass sich eine persistente Ungleichheit herausbilde. Aufgabe der Steuerpolitik sei es, diese Ungleichheit zu korrigieren.Die meisten Konservativen und Liberalen bringen dagegen eine Reihe von Einwänden vor. Zunächst ist da die Frage, ob es überhaupt wünschenswert ist, Ungleichheit zu korrigieren. Wenn ein leistungsfähiger Sozialstaat eine menschenwürdige Existenz für alle garantiert, gibt es nur noch Ungleichheit unter all jenen, deren Einkommen und Vermögen einen höheren Lebensstandard erlaubt. Warum sollte man diese Form der Ungleichheit überhaupt korrigieren wollen? Und dann sind da noch die Kosten der Steuerpolitik: Einkommensteuern reduzieren die Arbeitsanreize, Mehrwertsteuer und Sozialabgaben machen Schwarzarbeit attraktiv, Steuern auf Kapitaleinkommen führen dazu, dass die Reichen das Land verlassen, und dann muss auch noch die gesamte Finanzverwaltung aus dem Steueraufkommen bezahlt werden.Wäre es da nicht einfacher, effizient und gerechter, wenn man einen einheitlichen Steuersatz auf http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Perspektiven der Wirtschaftspolitik de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
1465-6493
eISSN
1468-2516
DOI
10.1515/pwp-2016-0001
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Abstract

1Verteilungsfragen verdienen weder Naivität noch IgnoranzWenn Sozialdemokraten, Grüne oder Linke über Steuerpolitik sprechen, betonen sie üblicherweise, dass sich in den vergangenen Jahren die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen verschärft hat. Das Einkommen eines Spitzenverdieners in der Wirtschaft stelle ein Vielfaches des Einkommens eines „normalen“ Beschäftigten dar, die Kapitaleinkommen seien noch stärker konzentriert als die Arbeitseinkommen und die Zurückhaltung in der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften trage dazu bei, dass sich eine persistente Ungleichheit herausbilde. Aufgabe der Steuerpolitik sei es, diese Ungleichheit zu korrigieren.Die meisten Konservativen und Liberalen bringen dagegen eine Reihe von Einwänden vor. Zunächst ist da die Frage, ob es überhaupt wünschenswert ist, Ungleichheit zu korrigieren. Wenn ein leistungsfähiger Sozialstaat eine menschenwürdige Existenz für alle garantiert, gibt es nur noch Ungleichheit unter all jenen, deren Einkommen und Vermögen einen höheren Lebensstandard erlaubt. Warum sollte man diese Form der Ungleichheit überhaupt korrigieren wollen? Und dann sind da noch die Kosten der Steuerpolitik: Einkommensteuern reduzieren die Arbeitsanreize, Mehrwertsteuer und Sozialabgaben machen Schwarzarbeit attraktiv, Steuern auf Kapitaleinkommen führen dazu, dass die Reichen das Land verlassen, und dann muss auch noch die gesamte Finanzverwaltung aus dem Steueraufkommen bezahlt werden.Wäre es da nicht einfacher, effizient und gerechter, wenn man einen einheitlichen Steuersatz auf

Journal

Perspektiven der Wirtschaftspolitikde Gruyter

Published: Apr 1, 2016

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