Editorial

Editorial Editorial ABI Technik 2011;31(3):129 © 2011 by Walter de Gruyter • Berlin • Boston. DOI 10.1515/ABI.2011.019 Berndt Dugall Liebe Leserinnen und Leser, Studien über Erwartungshaltungen von Nutzern, ihre Gewohnheiten und ihre Vorlieben gibt es zuhauf. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, diesen vielen Befragungsergebnissen nun noch ein weiteres hinzuzufügen, so deshalb, weil Studien mit einer im fünfstelligen Bereich liegenden Teilnehmerzahl doch wieder die Ausnahme darstellen. Wenn dann noch – bezogen auf unterschiedliche Standorte – eine recht homogene Struktur in den Antworten zum Ausdruck kommt, so sind die Ergebnisse schon gewichtig. Die hier publizierte, im HeBIS-Verbund durchgeführte Befragung ist ein solches Beispiel. Auffallend ist dabei, mit welch hohem Anteil eine spürbare Verbesserung bestehender Dienste eingefordert wird, wohingegen neu an Web 2.0 oder gar 3.0 orientierte Formen doch auf eher mäßiges Interesse stoßen. Mit dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln ist wieder einmal bewusst geworden, wie brüchig letztlich eine scheinbar sichere Welt sein kann. Auch wenn man denkt, dass im Zusammenhang mit Aufbewahrung und Sicherheit doch eigentlich alles getan wurde, stellt man immer wieder fest, dass auch scheinbar rundum abgesicherte Systeme plötzlich in sich zusammenbrechen können. Von daher ist es nicht nur interessant, sondern sogar eminent wichtig, sich mehr mit den Aspekten der Prävention als denen der Schadensbekämpfung und -behebung zu befassen. Der Beitrag von Hanns Peter Neuheuser zeigt zum einen auf, wie komplex die Welt der Gesetzesvorgaben, Richtlinien und Normen sein kann, und wie aufwändig es ist, diese dann auch tatsächlich einzuhalten. Am Ende gibt es jedoch auch im Archiv- und Bibliotheksbereich letztlich nur eine relative Sicherheit. Absoluten Schutz vor allem und jedem kann niemand bieten. Wir arbeiten alle schon seit Jahrzehnten mit Textverarbeitung, mit „drag and drop“, mit Makros und weiteren Versatzstücken. Dass dabei am Ende nicht immer ein wohlformuliertes Schriftstück herauskommt, ist eine weithin bekannte Tatsache. Warum dies so ist, warum automatisierte Kommunikation erhebliche Nebenwirkungen haben kann und wie man dagegen angehen kann, dies wird in dem Beitrag von Christian Stetter aufgezeigt. Auch wenn die gewählten Beispiele eher allgemeiner Art sind, so lassen sie sich doch auf Korrespondenz zum Beispiel zwischen Bibliotheken und ihren Nutzern nahtlos übertragen. Nunmehr aber noch zu einem weiteren Thema. Der Oktober ist bekanntlich der Monat der Buchmesse. Auch dieses Jahr gab es wieder einen Massenandrang an Ausstellern und Besuchern. Das diesjährige Gastland (mit 320 000 Einwohnern nicht einmal halb so groß wie die Stadt Frankfurt a. M.) firmierte unter dem Titel „sagenhaftes Island“. Höhepunkt soll aber ein Auftritt des CERN gewesen sein, das den Urknall simulierte. Somit konnte die Entstehung der Welt – wenn sie denn aus allerlei Elementarteilchen entstanden sein sollte – für jedermann nachvollziehbar gemacht werden. Wem das aber zu viel war, der konnte als Alternative in der „Edda“ lesen. Dort fand man dann die Geschichte von dem Riesen Ymir, der von Börs Söhnen getötet wurde. Diese schufen aus seinem Blut das Meer und aus seinem Fleisch die Erde. Ihr Berndt Dugall http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png ABI Technik de Gruyter

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ABI Technik, Volume 31 (3) – Oct 1, 2011

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Editorial ABI Technik 2011;31(3):129 © 2011 by Walter de Gruyter • Berlin • Boston. DOI 10.1515/ABI.2011.019 Berndt Dugall Liebe Leserinnen und Leser, Studien über Erwartungshaltungen von Nutzern, ihre Gewohnheiten und ihre Vorlieben gibt es zuhauf. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, diesen vielen Befragungsergebnissen nun noch ein weiteres hinzuzufügen, so deshalb, weil Studien mit einer im fünfstelligen Bereich liegenden Teilnehmerzahl doch wieder die Ausnahme darstellen. Wenn dann noch – bezogen auf unterschiedliche Standorte – eine recht homogene Struktur in den Antworten zum Ausdruck kommt, so sind die Ergebnisse schon gewichtig. Die hier publizierte, im HeBIS-Verbund durchgeführte Befragung ist ein solches Beispiel. Auffallend ist dabei, mit welch hohem Anteil eine spürbare Verbesserung bestehender Dienste eingefordert wird, wohingegen neu an Web 2.0 oder gar 3.0 orientierte Formen doch auf eher mäßiges Interesse stoßen. Mit dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln ist wieder einmal bewusst geworden, wie brüchig letztlich eine scheinbar sichere Welt sein kann. Auch wenn man denkt, dass im Zusammenhang mit Aufbewahrung und Sicherheit doch eigentlich alles getan wurde, stellt man immer wieder fest, dass auch scheinbar rundum abgesicherte Systeme plötzlich in sich zusammenbrechen können. Von daher ist es nicht nur interessant, sondern sogar eminent wichtig, sich mehr mit den Aspekten der Prävention als denen der Schadensbekämpfung und -behebung zu befassen. Der Beitrag von Hanns Peter Neuheuser zeigt zum einen auf, wie komplex die Welt der Gesetzesvorgaben, Richtlinien und Normen sein kann, und wie aufwändig es ist, diese dann auch tatsächlich einzuhalten. Am Ende gibt es jedoch auch im Archiv- und Bibliotheksbereich letztlich nur eine relative Sicherheit. Absoluten Schutz vor allem und jedem kann niemand bieten. Wir arbeiten alle schon seit Jahrzehnten mit Textverarbeitung, mit „drag and drop“, mit Makros und weiteren Versatzstücken. Dass dabei am Ende nicht immer ein wohlformuliertes Schriftstück herauskommt, ist eine weithin bekannte Tatsache. Warum dies so ist, warum automatisierte Kommunikation erhebliche Nebenwirkungen haben kann und wie man dagegen angehen kann, dies wird in dem Beitrag von Christian Stetter aufgezeigt. Auch wenn die gewählten Beispiele eher allgemeiner Art sind, so lassen sie sich doch auf Korrespondenz zum Beispiel zwischen Bibliotheken und ihren Nutzern nahtlos übertragen. Nunmehr aber noch zu einem weiteren Thema. Der Oktober ist bekanntlich der Monat der Buchmesse. Auch dieses Jahr gab es wieder einen Massenandrang an Ausstellern und Besuchern. Das diesjährige Gastland (mit 320 000 Einwohnern nicht einmal halb so groß wie die Stadt Frankfurt a. M.) firmierte unter dem Titel „sagenhaftes Island“. Höhepunkt soll aber ein Auftritt des CERN gewesen sein, das den Urknall simulierte. Somit konnte die Entstehung der Welt – wenn sie denn aus allerlei Elementarteilchen entstanden sein sollte – für jedermann nachvollziehbar gemacht werden. Wem das aber zu viel war, der konnte als Alternative in der „Edda“ lesen. Dort fand man dann die Geschichte von dem Riesen Ymir, der von Börs Söhnen getötet wurde. Diese schufen aus seinem Blut das Meer und aus seinem Fleisch die Erde. Ihr Berndt Dugall

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Published: Oct 1, 2011

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