Editorial

Editorial DOI 10.1515/abitech-2012-0034  ABI Technik 2012; 32(4): 185 Berndt Dugall Die in den letzten Monaten mehrfach erschienenen Stellungnahmen des Wissenschaftsrates zur Informa- tionsversorgung in diversen Bereichen haben eine Gat- tung in den Fokus gerückt, die bisher eher ein Schatten- dasein, zumindest in den Hochschulen, fristete. Hinter dem Begriff „Sammlungen“ verbirgt sich tatsächlich eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Kollektionen und Ge- bilde. Muten manche davon auf den ersten Blick eher als Kuriositätenkabinett an, so lassen sich bei näherem Hin- sehen jedoch hoch interessante Anwendungen erkennen. Ein solches Beispiel ist die Materialsammlung der Bau- Liebe Leserinnen und Leser, bibliothek der ETH Zürich. Was hier bei entsprechender Aufbereitung und „Zuwendung“ möglich ist, ist schon er- Der in wenigen Monaten in Leipzig beginnende Biblio- staunlich. Natürlich passt eine solche Sammlung nicht in thekskongress trägt den Titel „Wissenswelten neu ge- das klassische Schema einer Bibliothek. Aber dies soll stalten“. Zu dieser Gestaltung gehören nicht nur Inhalte ihren Wert in keiner Weise schmälern. Vielleicht sind sol- und Funktionen, sondern auch äußere Merkmale wie Ge- che Sammlungen sogar in Zukunft Ausweis besonderer Leistungsfähigkeit, da sie sich im Gegensatz zu Buch- bäude und ihre Einrichtung. Mit den damit zusammen- hängenden Fragen und Perspektiven hat sich das LIBER seiten nicht 1:1 digitalisieren lassen. Auch das eher an Seminar zur Bibliotheksarchitektur in Prag befasst. Dabei klassischen Bibliotheksaufgaben orientierte Sammlungs- wurden Gestaltung und Ausstattung ebenso betrachtet verständnis der Staatsbibliothek zu Berlin ist hier erwäh- wie etwa Energieeffizienz oder die Transformation von nenswert. analog zu digital unter generell baulichen Gesichtspunk- Weihnachten ist bekanntlich die Zeit des Spendens ten. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die Hin- und Schenkens. Da könnte jemand doch tatsächlich auf wendung zum Digitalen – immerhin geben die meisten die Idee kommen, irgendwie den griechischen Bibliothe- wissenschaftlichen Bibliotheken heute schon mehr als ken etwas zuzuwenden. Wenn schon so viele Euros dort- 30 Prozent ihres Erwerbungsetats für elektronische Ma- hin fließen, warum nicht auch etwas davon in die Biblio- terialien aus – den Bauboom zumindest nicht abebben theken? Um nun den richtigen Aufhänger zu finden, liegt lässt. So ziert zum Beispiel die Fassade der gerade neu es nahe, zunächst einmal einen Ausgangspunkt zu su- eröffneten Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt chen. Gibt man also in Google „Bibliothek Griechenland in der Stadtmitte das Deckblatt dieser Ausgabe. An der Not“ ein, so stößt man rasch auf einen Beitrag des WDR Goethe-Universität Frankfurt, um nur die unmittelbare vom August diesen Jahres. Titel: „Kommunen in Not“; Umgebung zu betrachten, wird im kommenden Quartal Untertitel: „NRW ist ein kleines Griechenland“. Daraus erneut eine neue Bereichsbibliothek bezogen; es ist dann schließen wir, wer etwas für Griechenland tun will, sollte die dritte innerhalb von vier Jahren. Auch in Fulda neigt in Düsseldorf beginnen. sich die Fertigstellung einer neuen Hochschulbibliothek dem Ende zu. Ob man in zwanzig Jahren die meist vor fünf bis sechs Jahren getroffenen Entscheidungen noch für richtig hält, wird dann auf einem anderen Blatt ste- Ihr Berndt Dugall hen. Brought to you by | DeepDyve Inc. Authenticated Download Date | 2/28/19 12:23 AM http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png ABI Technik de Gruyter

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ABI Technik, Volume 32 (4) – Dec 1, 2012

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10.1515/abitech-2012-0034
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DOI 10.1515/abitech-2012-0034  ABI Technik 2012; 32(4): 185 Berndt Dugall Die in den letzten Monaten mehrfach erschienenen Stellungnahmen des Wissenschaftsrates zur Informa- tionsversorgung in diversen Bereichen haben eine Gat- tung in den Fokus gerückt, die bisher eher ein Schatten- dasein, zumindest in den Hochschulen, fristete. Hinter dem Begriff „Sammlungen“ verbirgt sich tatsächlich eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Kollektionen und Ge- bilde. Muten manche davon auf den ersten Blick eher als Kuriositätenkabinett an, so lassen sich bei näherem Hin- sehen jedoch hoch interessante Anwendungen erkennen. Ein solches Beispiel ist die Materialsammlung der Bau- Liebe Leserinnen und Leser, bibliothek der ETH Zürich. Was hier bei entsprechender Aufbereitung und „Zuwendung“ möglich ist, ist schon er- Der in wenigen Monaten in Leipzig beginnende Biblio- staunlich. Natürlich passt eine solche Sammlung nicht in thekskongress trägt den Titel „Wissenswelten neu ge- das klassische Schema einer Bibliothek. Aber dies soll stalten“. Zu dieser Gestaltung gehören nicht nur Inhalte ihren Wert in keiner Weise schmälern. Vielleicht sind sol- und Funktionen, sondern auch äußere Merkmale wie Ge- che Sammlungen sogar in Zukunft Ausweis besonderer Leistungsfähigkeit, da sie sich im Gegensatz zu Buch- bäude und ihre Einrichtung. Mit den damit zusammen- hängenden Fragen und Perspektiven hat sich das LIBER seiten nicht 1:1 digitalisieren lassen. Auch das eher an Seminar zur Bibliotheksarchitektur in Prag befasst. Dabei klassischen Bibliotheksaufgaben orientierte Sammlungs- wurden Gestaltung und Ausstattung ebenso betrachtet verständnis der Staatsbibliothek zu Berlin ist hier erwäh- wie etwa Energieeffizienz oder die Transformation von nenswert. analog zu digital unter generell baulichen Gesichtspunk- Weihnachten ist bekanntlich die Zeit des Spendens ten. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die Hin- und Schenkens. Da könnte jemand doch tatsächlich auf wendung zum Digitalen – immerhin geben die meisten die Idee kommen, irgendwie den griechischen Bibliothe- wissenschaftlichen Bibliotheken heute schon mehr als ken etwas zuzuwenden. Wenn schon so viele Euros dort- 30 Prozent ihres Erwerbungsetats für elektronische Ma- hin fließen, warum nicht auch etwas davon in die Biblio- terialien aus – den Bauboom zumindest nicht abebben theken? Um nun den richtigen Aufhänger zu finden, liegt lässt. So ziert zum Beispiel die Fassade der gerade neu es nahe, zunächst einmal einen Ausgangspunkt zu su- eröffneten Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt chen. Gibt man also in Google „Bibliothek Griechenland in der Stadtmitte das Deckblatt dieser Ausgabe. An der Not“ ein, so stößt man rasch auf einen Beitrag des WDR Goethe-Universität Frankfurt, um nur die unmittelbare vom August diesen Jahres. Titel: „Kommunen in Not“; Umgebung zu betrachten, wird im kommenden Quartal Untertitel: „NRW ist ein kleines Griechenland“. Daraus erneut eine neue Bereichsbibliothek bezogen; es ist dann schließen wir, wer etwas für Griechenland tun will, sollte die dritte innerhalb von vier Jahren. Auch in Fulda neigt in Düsseldorf beginnen. sich die Fertigstellung einer neuen Hochschulbibliothek dem Ende zu. Ob man in zwanzig Jahren die meist vor fünf bis sechs Jahren getroffenen Entscheidungen noch für richtig hält, wird dann auf einem anderen Blatt ste- Ihr Berndt Dugall hen. Brought to you by | DeepDyve Inc. Authenticated Download Date | 2/28/19 12:23 AM

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Published: Dec 1, 2012

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