DISKUSSION

DISKUSSION HELMUT REHBOCK ,GRAMMATIKC ALS TOLLKÜHNE METAPHER Zu Edda Weigand: ,,Grammatik des Sprachgebrauchs" inZGL20. 1992, S. 182-192. Eines der produktivsten Verfahren alltäglichen und wissenschaftlichen Erkennens ist es, Begriffe, die Bekanntes ordnen, an neue Bereiche heranzutragen, deren halb erschlossene Strukturen den Begriffsimport als lohnend erscheinen lassen. Die Basis der Übertragung bilden wie bei jeder Metapher einige gemeinsame Merkmale; ein Stimulans für forschendes Erkennen aber wird daraus, indem man jene Schnittmenge überschreitet und weitere Begriffsmerkmale als anwendbar postuliert. Eben darin liegen jedoch auch die Fallstricke des Verfahrens: wenn man das Hypothetische dieser Projektion vergißt oder nicht einmal bemerkt. Konzeptionen einer ,Grammatik des Dialogs', einer kommunikativen Grammatik', einer ,Grammatik des Sprachgebrauchs' bieten reiches Anschauungsmaterial für Reiz und Schaden der Begriffsübertragung. ,Struktur' und ,Regel' bilden den Merkmalsnenner zwischen dem Begriff ,Grammatik' und seinen neuen Anwendungsbereichen: Da Grammatiken ohne Zweifel sprachliche Strukturen und Regeln beschreiben, liegt es nahe, umgekehrt für sprachliche Strukturen und Regeln jeglicher Art eine entsprechende Grammatik zu fordern. Weigand (1992)1 hält dies für so selbstverständlich, daß sie sich in ihrer Argumentation gegenüber ,,manchen", die ,,die Kombination der Begriffe Grammatik und Sprachgebrauch (...) für nicht gerade glücklich halten", damit begnügt, eine seit zwei Jahrzehnten weit offene Tür aufzustoßen: Sie konstatiert explizit, kommunikativ http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für germanistische Linguistik de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 1993 by the
ISSN
0301-3294
eISSN
1613-0626
DOI
10.1515/zfgl.1993.21.2.205
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Abstract

HELMUT REHBOCK ,GRAMMATIKC ALS TOLLKÜHNE METAPHER Zu Edda Weigand: ,,Grammatik des Sprachgebrauchs" inZGL20. 1992, S. 182-192. Eines der produktivsten Verfahren alltäglichen und wissenschaftlichen Erkennens ist es, Begriffe, die Bekanntes ordnen, an neue Bereiche heranzutragen, deren halb erschlossene Strukturen den Begriffsimport als lohnend erscheinen lassen. Die Basis der Übertragung bilden wie bei jeder Metapher einige gemeinsame Merkmale; ein Stimulans für forschendes Erkennen aber wird daraus, indem man jene Schnittmenge überschreitet und weitere Begriffsmerkmale als anwendbar postuliert. Eben darin liegen jedoch auch die Fallstricke des Verfahrens: wenn man das Hypothetische dieser Projektion vergißt oder nicht einmal bemerkt. Konzeptionen einer ,Grammatik des Dialogs', einer kommunikativen Grammatik', einer ,Grammatik des Sprachgebrauchs' bieten reiches Anschauungsmaterial für Reiz und Schaden der Begriffsübertragung. ,Struktur' und ,Regel' bilden den Merkmalsnenner zwischen dem Begriff ,Grammatik' und seinen neuen Anwendungsbereichen: Da Grammatiken ohne Zweifel sprachliche Strukturen und Regeln beschreiben, liegt es nahe, umgekehrt für sprachliche Strukturen und Regeln jeglicher Art eine entsprechende Grammatik zu fordern. Weigand (1992)1 hält dies für so selbstverständlich, daß sie sich in ihrer Argumentation gegenüber ,,manchen", die ,,die Kombination der Begriffe Grammatik und Sprachgebrauch (...) für nicht gerade glücklich halten", damit begnügt, eine seit zwei Jahrzehnten weit offene Tür aufzustoßen: Sie konstatiert explizit, kommunikativ

Journal

Zeitschrift für germanistische Linguistikde Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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