Die verfassungsrechtliche Legitimation des US-amerikanischen „plea bargaining“ – Lehren für Verfahrensabsprachen nach § 257 c StPO?

Die verfassungsrechtliche Legitimation des US-amerikanischen „plea bargaining“ – Lehren... DOI 10.1515/zstw-2012-0031 ZSTW 2012; 124(3): 733­777 Dominik Brodowski LL.M. (UPenn) Die verfassungsrechtliche Legitimation des US-amerikanischen ,,plea bargaining" ­ Lehren für Verfahrensabsprachen nach § 257 c StPO? Dominik Brodowski: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht (Prof. Dr. Joachim Vogel) an der Ludwig-Maximilians-Universität München I. Einführung Die Diskussion über Verfahrensabsprachen ist auch nach der Einführung des § 257 c StPO durch das Gesetz zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren vom 29. Juli 20091 alles andere als verstummt. Sie verlagert sich aber zunehmend von einer dogmatischen, strafrechtsinternen Beurteilung hin zu einer verfassungsrechtlichen Würdigung am Maßstab des Grundgesetzes. Nun stand zumindest in funktionaler Betrachtungsweise2 das US-amerikanische Modell von konsensualen Verfahrensbeendigungen ­ das plea bargaining ­ Pate im deutschen Diskurs3; etliche rechtsgrundsätzliche Beiträge über den ,,Deal" im deutschen Strafprozess sparten auch nicht an Verweisen auf die Rechtspraxis in den USA4. Die bestehenden rechtsvergleichenden Studien zu konsensualen Elementen im Strafverfahren konzentrieren sich jedoch auf strafrechtsdogmatische und strafrechtspraktische Aspekte5, während die Fragen, auf welchem Verfassungsverständnis die jeweiligen konsensualen Elemente im Strafverfahren beruhen und 1 BGBl. I S. 2353. 2 Trüg, Lösungskonvergenzen trotz Systemdivergenzen im deutschen und US-amerikanischen Strafverfahren, 2003, spricht insoweit von ,,Lösungskonvergenzen". 3 Vgl. Rosenau, Festschrift für Puppe, 2011, S. 1597, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft de Gruyter

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0084-5310
eISSN
1612-703X
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10.1515/zstw-2012-0031
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Abstract

DOI 10.1515/zstw-2012-0031 ZSTW 2012; 124(3): 733­777 Dominik Brodowski LL.M. (UPenn) Die verfassungsrechtliche Legitimation des US-amerikanischen ,,plea bargaining" ­ Lehren für Verfahrensabsprachen nach § 257 c StPO? Dominik Brodowski: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht (Prof. Dr. Joachim Vogel) an der Ludwig-Maximilians-Universität München I. Einführung Die Diskussion über Verfahrensabsprachen ist auch nach der Einführung des § 257 c StPO durch das Gesetz zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren vom 29. Juli 20091 alles andere als verstummt. Sie verlagert sich aber zunehmend von einer dogmatischen, strafrechtsinternen Beurteilung hin zu einer verfassungsrechtlichen Würdigung am Maßstab des Grundgesetzes. Nun stand zumindest in funktionaler Betrachtungsweise2 das US-amerikanische Modell von konsensualen Verfahrensbeendigungen ­ das plea bargaining ­ Pate im deutschen Diskurs3; etliche rechtsgrundsätzliche Beiträge über den ,,Deal" im deutschen Strafprozess sparten auch nicht an Verweisen auf die Rechtspraxis in den USA4. Die bestehenden rechtsvergleichenden Studien zu konsensualen Elementen im Strafverfahren konzentrieren sich jedoch auf strafrechtsdogmatische und strafrechtspraktische Aspekte5, während die Fragen, auf welchem Verfassungsverständnis die jeweiligen konsensualen Elemente im Strafverfahren beruhen und 1 BGBl. I S. 2353. 2 Trüg, Lösungskonvergenzen trotz Systemdivergenzen im deutschen und US-amerikanischen Strafverfahren, 2003, spricht insoweit von ,,Lösungskonvergenzen". 3 Vgl. Rosenau, Festschrift für Puppe, 2011, S. 1597,

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Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaftde Gruyter

Published: Jan 1, 2013

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