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Die Türkisch-Orthodoxe Kirche

Die Türkisch-Orthodoxe Kirche Die Türkisch-Orthodoxe Kirche Von Grotthard Jäschke (Münster/Westf.)* * ·* Als die wichtigste Tatsache in der Geschichte des türkischen Volkes hat Wilhelm BARTHOLD die um das Jahr 1000 im wesentlichen abgeschlossene durchweg freiwillige Annahme des Islams bezeichnet1). Die vorhergehenden Missionserfolge der Manichäer, Buddhisten und Nestorianer2) hinterließen fast nur literarische Spuren. Nichtmuslimisch waren schließlich bloß die Jakuten, die den Schamanismus, die Urreligion der Türken, bewahrten, die Tschuwaschen (wohl Reste der Wolgabulgaren), die der Mission der Russisch-Orthodoxen Kirche erlagen3), die Karaimen (Karäer), die die jüdische Religion (ohne den Talmud) annahmen, und zwei christliche Splittergruppen: die Gagausen, wohl Nachkommen von Petschenegen, die im Byzantinischen Reich zum Christentum übertraten und unter dem Seldschukenherrscher clzz ed-Din Kai Käwüs II. dahin zurückkehrten4), und die sogenannten Karamajilis6), die entweder auch als ,,christianisierte Türken" (türkische These) oder als ,,turkophone oder kappadokische Griechen" (griechische These) angesehen werden. * Für wertvolle Hinweise bei Beschaffung und Auswertung des Quellenmaterials bin ich den Professoren N, Andriotis (Saloniki), B. Spuler (Hamburg) und F. R. Unat (Ankara) zu Dank verpflichtet. Zahlen hinter Verfassernamen oder Abkürzungen bezeichnen die Anmerkung, in der ihre Schrift oder die Veröffentlichung mit vollem Titel erwähnt ist. 1 ) W. BABTHOLD, 12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens, Beiband http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Islam de Gruyter

Die Türkisch-Orthodoxe Kirche

Der Islam , Volume 39 (1) – Jan 1, 1964

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0021-1818
eISSN
1613-0928
DOI
10.1515/islm.1964.39.1.95
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Abstract

Die Türkisch-Orthodoxe Kirche Von Grotthard Jäschke (Münster/Westf.)* * ·* Als die wichtigste Tatsache in der Geschichte des türkischen Volkes hat Wilhelm BARTHOLD die um das Jahr 1000 im wesentlichen abgeschlossene durchweg freiwillige Annahme des Islams bezeichnet1). Die vorhergehenden Missionserfolge der Manichäer, Buddhisten und Nestorianer2) hinterließen fast nur literarische Spuren. Nichtmuslimisch waren schließlich bloß die Jakuten, die den Schamanismus, die Urreligion der Türken, bewahrten, die Tschuwaschen (wohl Reste der Wolgabulgaren), die der Mission der Russisch-Orthodoxen Kirche erlagen3), die Karaimen (Karäer), die die jüdische Religion (ohne den Talmud) annahmen, und zwei christliche Splittergruppen: die Gagausen, wohl Nachkommen von Petschenegen, die im Byzantinischen Reich zum Christentum übertraten und unter dem Seldschukenherrscher clzz ed-Din Kai Käwüs II. dahin zurückkehrten4), und die sogenannten Karamajilis6), die entweder auch als ,,christianisierte Türken" (türkische These) oder als ,,turkophone oder kappadokische Griechen" (griechische These) angesehen werden. * Für wertvolle Hinweise bei Beschaffung und Auswertung des Quellenmaterials bin ich den Professoren N, Andriotis (Saloniki), B. Spuler (Hamburg) und F. R. Unat (Ankara) zu Dank verpflichtet. Zahlen hinter Verfassernamen oder Abkürzungen bezeichnen die Anmerkung, in der ihre Schrift oder die Veröffentlichung mit vollem Titel erwähnt ist. 1 ) W. BABTHOLD, 12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens, Beiband

Journal

Der Islamde Gruyter

Published: Jan 1, 1964

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