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Die österreichische Annalistik bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts

Die österreichische Annalistik bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts Die österreichische Annalistik bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts von Oswal d Redl i c h. In den Landen, die das heutige deutsche Oesterreich bilden, hat verhültnissmässig erst spät im Mittelalter eine allgemeinere geschichtscbreibende Thätigkeit begonnen. Es siud diese Gegenden fast in ihrem ganzen Umfange deutsches Colouialgebiet. Nachdem sie durch Karl den Grossen in den Kreis des mächtigen Frankenreiches oingoftlgt und so der Cultur und christlicher Gosittung erschlossen waren, dio während des ganzen 9. Jahrhunderts fast ungestört ihre stille Arbeit verrichten und am Ende desselben bereits reiche Frtlchte auf weisen konnten, wurde durch die furchtbare Ungarnkatastrophe das beschaffene zu grossem Theile zerstört, dio gedeihliche Entwicklung »uf lange Zeit zum Stillstand gebracht. Erst nach der Festiguug der politischen Verhältnisse in der zweiten Hälfte dos 10. Jahrhun derts konnte dio Culturarbeit von neuem beginnen und in fortau un gehemmter Entwicklung sind dann diese Landschaften binnen zwei hundert Jahren allmählig so ziemlich in dem Umfange, wie heute noch die Sprachgrenzen laufen, der deutschen Zunge gewonnen worden. Dieser Charakter und Entwicklungsgang eines Colonialgebiotes erklärt ohne Zweifel allein schon das spätere Auftreten geistigen Lebens. Daun ist aber auch zu beachten, dass erst während des InvestiturStreites für diese Gegenden die eigentliche Zeit der Klostergrüuduugen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung de Gruyter

Die österreichische Annalistik bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 1882 by the
ISSN
0073-8484
eISSN
2307-2903
DOI
10.7767/miog-1882-0114
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Abstract

Die österreichische Annalistik bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts von Oswal d Redl i c h. In den Landen, die das heutige deutsche Oesterreich bilden, hat verhültnissmässig erst spät im Mittelalter eine allgemeinere geschichtscbreibende Thätigkeit begonnen. Es siud diese Gegenden fast in ihrem ganzen Umfange deutsches Colouialgebiet. Nachdem sie durch Karl den Grossen in den Kreis des mächtigen Frankenreiches oingoftlgt und so der Cultur und christlicher Gosittung erschlossen waren, dio während des ganzen 9. Jahrhunderts fast ungestört ihre stille Arbeit verrichten und am Ende desselben bereits reiche Frtlchte auf weisen konnten, wurde durch die furchtbare Ungarnkatastrophe das beschaffene zu grossem Theile zerstört, dio gedeihliche Entwicklung »uf lange Zeit zum Stillstand gebracht. Erst nach der Festiguug der politischen Verhältnisse in der zweiten Hälfte dos 10. Jahrhun derts konnte dio Culturarbeit von neuem beginnen und in fortau un gehemmter Entwicklung sind dann diese Landschaften binnen zwei hundert Jahren allmählig so ziemlich in dem Umfange, wie heute noch die Sprachgrenzen laufen, der deutschen Zunge gewonnen worden. Dieser Charakter und Entwicklungsgang eines Colonialgebiotes erklärt ohne Zweifel allein schon das spätere Auftreten geistigen Lebens. Daun ist aber auch zu beachten, dass erst während des InvestiturStreites für diese Gegenden die eigentliche Zeit der Klostergrüuduugen

Journal

Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschungde Gruyter

Published: Dec 1, 1882

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