DIE FACHGRUPPE - MARKTZAHLEN, TRENDS, PROGNOSEN

DIE FACHGRUPPE - MARKTZAHLEN, TRENDS, PROGNOSEN PS Downsizing wenderseite und eine zunehmende Marktsättigung zur Stagnation im Markt. Folgen dieser Entwicklung seien Preisverfall und sinkende Margen. Zunehmende Umsätze sind lediglich noch im Workstation- und UNIX-Markt zu erwarten, dagegen werde der Umsatz im PCBereich nahezu gleich bleiben. Für den PC-Bereich prognostiziert Diebold sogar mittelfristig eine Abflachung des Mengenwachstums, da die Marktsättigung auch hier absehbar sei. Eine Sättigung ist gemäß den Diebold-Marktforschern bereits beim Mainframe-Geschäft erreicht, das vom Ersatz- und Erweiterungsgeschäft geprägt sei. Neukunden können häufig nur noch durch Verdrängung und hohe Preisnachlässe gewonnen werden. Neue Wachstumsmärkte wie Multimedia, Pen Computing oder Image Processing stehen Diebold zufolge erst am Anfang ihrer Entwicklung. In diesen Bereichen sei nicht vor Mitte der neunziger Jahre mit entscheidenden Wachstumsimpulsen zu rechnen. ISDN Eine Marktstudie der IMK GmbH hat ergeben, daß deutsche Unternehmen ISDN positiv beurteilen. Gemäß der Studie glauben zwei Drittel der Befragten an den Erfolg von ISDN. Dagegen besteht hinsichtlich der Akzeptanz von ISDN in den befragten Unternehmen deutliche Unterschiede. Auf der einen Seite stehen die Anwender, die in Unternehmen mit mehr als 50 Millionen DM Umsatz tätig sind. Von diesen sprechen sich 80 Prozent für ISDN aus. Dagegen sind nur 31 Prozent der Unternehmen, die einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Mark erzielen, vom dienste-integrierenden Konzept überzeugt. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Projektplanung. Etwa die Hälfte der Großunternehmen beabsichtigen bis 1995 Datenkommunikationslösungen mit Hilfe von ISDN zu realisieren. Die Anbindung externer PCs an LANs mittels des dienste-integrierenden Netzes wird derzeit nur von ca. elf Prozent der Befragten befürwortet, bis 1995 will aber zusätzlich jedes dritte Unternehmen entsprechende Lösungen umsetzen. Bis 1995 wollen 25 Prozent der befragten Großunternehmen das öffentliche ISDN-Netz für ihr eigenes WAN her- 2/93 Dezentralisierung und Downsizing sind Schlagworte, mit denen nahezu jeder Hersteller in der informationsverarbeitenden Branche hausieren geht. Neues argumentatives ,,Pulver" für die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung lieferten jüngst die englischen Marktforscher der Yankee Group. In ihrer Studie ,,Downsizing: Can You Afford It?" weisen sie nach, daß die Kosten für dezentrale Systeme signifikant niedriger im Vergleich zu Großrechnerlandschaften sind. Den Aussagen der Studie zufolge liegen die Kosten einer verteilten DV-Umgebung, betrachtet über einen Zeitraum von fünf Jahren, zwischen 27 und 34 Prozent unter denen, die für eine vergleichbare Mainframe-lnstallation anfallen. Als entscheidenden Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Dezentralisierungsmechanismen hat die Yankee Group den Aufwand für ,,Re-Engineering" -Maßnahmen ausgemacht. Dieser Kosten- und Aufwandsblock entscheidet darüber, welche Einsparungspotentiale eine informationstechnische Umgebung aus PC-LANs, UNIX-Rechnern oder auch proprietären MidrangeSystemen gegenüber dem Großrechner biete. Nicht sonderlich originell, aber richtig ist der Schluß der Studie, daß Erfolg oder Mißerfolg vor allem davon abhängig ist, ob Anwendungen teilweise neu oder komplett neu geschrieben werden müssen. Schlechte Zeiten Schlechte Zeiten prophezeit Diebold Deutschland dem deutschen Markt für Informations- und Kommunikationstechnik. Nachdem sich der DV-Umsatz 1992 noch um vier bis fünf Prozent vergrößert habe, muß für dieses Jahr Schlimmeres befürchtet werden. Aufgrund des Hinausschiebens vieler Investitionen sei höchstens mit einem Zuwachs um zwei Prozent zu rechnen, wahrscheinlicher ist jedoch, daß auch der Umsatz der informationstechnischen Branche 1993 eine Nullrunde einlegt. Erst ab 1995/96 soll es den Pro-gnosen der Marktauguren von Diebold wieder richtig aufwärts gehen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. So führten die sich abschwächende Gesamtkonjunktur, ein verstärktes Kostenbewußtsein auf An- anziehen, während 1993 nur sechs Prozent entsprechende Pläne hatten. Von den umsatzstarken Unternehmen wollen 75 Prozent bis Mitte der neunziger Jahre ISDN-Projekte angehen. Beim Rest reduzieren sich derartige Pläne analog der Firmengröße. Anwender mit 10 bis 50 Millionen DM Umsatz sehen ISDN-Lösungen nur in jedem zweiten Fall in naher Zukunft realisiert, bei kleineren Unternehmen schrumpft dieser Anteil auf ein Viertel der Befragten. Für fast 90 Prozent aller Unternehmen ist die noch unzureichende Flächendekkung des öffentlichen ISDN-Netzes die größte Hemmschwelle für ihre eigenen Aktivitäten. Weiterhin bewerten fast zwei Drittel der befragten Firmen die Gebührenstruktur der Telekom als unklar oder ungünstig. Die Angebote der Telekom finden darüber hinaus bei über 60 Prozent der befragten Firmen wenig positive Resonanz. 80 Prozent der Anwender bewerten gemäß der IMK-Studie den Markt als nicht ausreichend transparent. Jedes vierte Unternehmen beklagt einen Mangel an adäquaten Hardware-Produkten. Bei den ISDNAnwendungslösungen liegt die Zahl der unzufriedenen Unternehmen mit 84 Prozent noch wesentlich höher. Netzmanagement Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Datapro Information Services Group ergab, daß bei Netzadministratoren das Simple Network Management Protocol (SNiMP) in der Beliebtheitsskala auf Platz eins rangiert. Allerdings läßt das Interesse sowie die Absicht, SNMP in neuen Installationen zu realisieren, signifikant nach. Ebenso auf dem absteigenden Ast befindet sich Systemview von IBM, das vor einem Jahr in einer vergleichbaren Datapro-Studie noch von der Mehrheit der IT-Verantwortlichen als Management-Standard der Zukunft genannt wurde. Mittlerweile ist das Interesse an Systemyiew um die Hälfte gesunken. Beliebter werden, so jedenfalls die Datapro-Experten, die OSl-Protokolle CMIP, CMOTund CMOL sowie das Distributed Management Environment (DME) der OSF Verantwortlich: Dr. Walter Gora Eichenstr. 16 W-6257 Hünfelden PIK 16 (1993) 2 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikation de Gruyter

DIE FACHGRUPPE - MARKTZAHLEN, TRENDS, PROGNOSEN

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Saur
ISSN
0930-5157
eISSN
1865-8342
DOI
10.1515/piko.1993.16.2.114
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Abstract

PS Downsizing wenderseite und eine zunehmende Marktsättigung zur Stagnation im Markt. Folgen dieser Entwicklung seien Preisverfall und sinkende Margen. Zunehmende Umsätze sind lediglich noch im Workstation- und UNIX-Markt zu erwarten, dagegen werde der Umsatz im PCBereich nahezu gleich bleiben. Für den PC-Bereich prognostiziert Diebold sogar mittelfristig eine Abflachung des Mengenwachstums, da die Marktsättigung auch hier absehbar sei. Eine Sättigung ist gemäß den Diebold-Marktforschern bereits beim Mainframe-Geschäft erreicht, das vom Ersatz- und Erweiterungsgeschäft geprägt sei. Neukunden können häufig nur noch durch Verdrängung und hohe Preisnachlässe gewonnen werden. Neue Wachstumsmärkte wie Multimedia, Pen Computing oder Image Processing stehen Diebold zufolge erst am Anfang ihrer Entwicklung. In diesen Bereichen sei nicht vor Mitte der neunziger Jahre mit entscheidenden Wachstumsimpulsen zu rechnen. ISDN Eine Marktstudie der IMK GmbH hat ergeben, daß deutsche Unternehmen ISDN positiv beurteilen. Gemäß der Studie glauben zwei Drittel der Befragten an den Erfolg von ISDN. Dagegen besteht hinsichtlich der Akzeptanz von ISDN in den befragten Unternehmen deutliche Unterschiede. Auf der einen Seite stehen die Anwender, die in Unternehmen mit mehr als 50 Millionen DM Umsatz tätig sind. Von diesen sprechen sich 80 Prozent für ISDN aus. Dagegen sind nur 31 Prozent der Unternehmen, die einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Mark erzielen, vom dienste-integrierenden Konzept überzeugt. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Projektplanung. Etwa die Hälfte der Großunternehmen beabsichtigen bis 1995 Datenkommunikationslösungen mit Hilfe von ISDN zu realisieren. Die Anbindung externer PCs an LANs mittels des dienste-integrierenden Netzes wird derzeit nur von ca. elf Prozent der Befragten befürwortet, bis 1995 will aber zusätzlich jedes dritte Unternehmen entsprechende Lösungen umsetzen. Bis 1995 wollen 25 Prozent der befragten Großunternehmen das öffentliche ISDN-Netz für ihr eigenes WAN her- 2/93 Dezentralisierung und Downsizing sind Schlagworte, mit denen nahezu jeder Hersteller in der informationsverarbeitenden Branche hausieren geht. Neues argumentatives ,,Pulver" für die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung lieferten jüngst die englischen Marktforscher der Yankee Group. In ihrer Studie ,,Downsizing: Can You Afford It?" weisen sie nach, daß die Kosten für dezentrale Systeme signifikant niedriger im Vergleich zu Großrechnerlandschaften sind. Den Aussagen der Studie zufolge liegen die Kosten einer verteilten DV-Umgebung, betrachtet über einen Zeitraum von fünf Jahren, zwischen 27 und 34 Prozent unter denen, die für eine vergleichbare Mainframe-lnstallation anfallen. Als entscheidenden Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Dezentralisierungsmechanismen hat die Yankee Group den Aufwand für ,,Re-Engineering" -Maßnahmen ausgemacht. Dieser Kosten- und Aufwandsblock entscheidet darüber, welche Einsparungspotentiale eine informationstechnische Umgebung aus PC-LANs, UNIX-Rechnern oder auch proprietären MidrangeSystemen gegenüber dem Großrechner biete. Nicht sonderlich originell, aber richtig ist der Schluß der Studie, daß Erfolg oder Mißerfolg vor allem davon abhängig ist, ob Anwendungen teilweise neu oder komplett neu geschrieben werden müssen. Schlechte Zeiten Schlechte Zeiten prophezeit Diebold Deutschland dem deutschen Markt für Informations- und Kommunikationstechnik. Nachdem sich der DV-Umsatz 1992 noch um vier bis fünf Prozent vergrößert habe, muß für dieses Jahr Schlimmeres befürchtet werden. Aufgrund des Hinausschiebens vieler Investitionen sei höchstens mit einem Zuwachs um zwei Prozent zu rechnen, wahrscheinlicher ist jedoch, daß auch der Umsatz der informationstechnischen Branche 1993 eine Nullrunde einlegt. Erst ab 1995/96 soll es den Pro-gnosen der Marktauguren von Diebold wieder richtig aufwärts gehen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. So führten die sich abschwächende Gesamtkonjunktur, ein verstärktes Kostenbewußtsein auf An- anziehen, während 1993 nur sechs Prozent entsprechende Pläne hatten. Von den umsatzstarken Unternehmen wollen 75 Prozent bis Mitte der neunziger Jahre ISDN-Projekte angehen. Beim Rest reduzieren sich derartige Pläne analog der Firmengröße. Anwender mit 10 bis 50 Millionen DM Umsatz sehen ISDN-Lösungen nur in jedem zweiten Fall in naher Zukunft realisiert, bei kleineren Unternehmen schrumpft dieser Anteil auf ein Viertel der Befragten. Für fast 90 Prozent aller Unternehmen ist die noch unzureichende Flächendekkung des öffentlichen ISDN-Netzes die größte Hemmschwelle für ihre eigenen Aktivitäten. Weiterhin bewerten fast zwei Drittel der befragten Firmen die Gebührenstruktur der Telekom als unklar oder ungünstig. Die Angebote der Telekom finden darüber hinaus bei über 60 Prozent der befragten Firmen wenig positive Resonanz. 80 Prozent der Anwender bewerten gemäß der IMK-Studie den Markt als nicht ausreichend transparent. Jedes vierte Unternehmen beklagt einen Mangel an adäquaten Hardware-Produkten. Bei den ISDNAnwendungslösungen liegt die Zahl der unzufriedenen Unternehmen mit 84 Prozent noch wesentlich höher. Netzmanagement Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Datapro Information Services Group ergab, daß bei Netzadministratoren das Simple Network Management Protocol (SNiMP) in der Beliebtheitsskala auf Platz eins rangiert. Allerdings läßt das Interesse sowie die Absicht, SNMP in neuen Installationen zu realisieren, signifikant nach. Ebenso auf dem absteigenden Ast befindet sich Systemview von IBM, das vor einem Jahr in einer vergleichbaren Datapro-Studie noch von der Mehrheit der IT-Verantwortlichen als Management-Standard der Zukunft genannt wurde. Mittlerweile ist das Interesse an Systemyiew um die Hälfte gesunken. Beliebter werden, so jedenfalls die Datapro-Experten, die OSl-Protokolle CMIP, CMOTund CMOL sowie das Distributed Management Environment (DME) der OSF Verantwortlich: Dr. Walter Gora Eichenstr. 16 W-6257 Hünfelden PIK 16 (1993) 2

Journal

PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikationde Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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