DIE FACHGRUPPE - AUS WIRTSCHAFT U. ANWENDERKREISEN

DIE FACHGRUPPE - AUS WIRTSCHAFT U. ANWENDERKREISEN FACHGRUPPE - AUS WIRTSCHAFT U. ANWENDERKREISEN US-Forschungspolitik 2/93 Der neue US-Präsident Bill Clinton wil! sich stärker in der Forschungspolitik engagieren. Handlungsbedarf sieht er insbesondere bei neuen Technologieprogrammen sowie Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung. Der US-Präsident will das Forschungsbudget verdoppeln, bis ,,die zivile Forschung das Budget der militären FuEAusgaben aus den Zeiten des kalten Krieges erreicht hat". Die Finanzierung soll hierbei zu Lasten der Militärausgaben gehen. Darüber hinaus unterstützt Clinton den Aufbau einer zivilen Forschungsorganisation nach dem Vorbild der militärischen DARPA. Weiterhin befürwortet er ein Hochgeschwindigkeitseisenbahnnetz sowie die Anbindung aller US-Haushalte an ein Glasfasernetz bis zum Jahr 2015. Geldprobleme bei X/OPEN Netz wird von US West International gemeinsam mit zwei russischen Gruppen (Intertelecom und VART) aufgebaut. Auch in Rumänien soll endlich mobil telefoniert werden können. Innerhalb der nächsten Jahre ist dort geplant, den mobilen Erschließungsgrad der rumänischen Bevölkerung auf siebzig Prozent anzuheben. Im wesentlichen sind das neben Bukarest die Städte Konstanza und Kronstadt. Top Secret IRIDIUM-Investoren Das Projekt von Motorola mittels 77 Satelliten im Orbit ein weltweit umspannendes Mobiltelefonnetz aufzuziehen, findet immer mehr interessierte und finanzstarke Partner. Anfang 1993 hatten bereits 18 Investoren eine Absichtserklärung zur Beteiligung an diesem Projekt abgegeben. Durch diese Erklärungen sind mittlerweile ca. 800 Millionen US-Dollar gedeckt. Dies entspricht etwa einem Viertel der Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 3,37 Milliarden US-Dollar. Telefonübersetzer Daß Offenheit nicht überall gefragt ist und letztlich auch Geld kostet, muß auch die X/OPEN-Vereinigung erfahren. Diese Gruppierung, die sich mit ihren Spezifikationen und Portability Guides hervorgetan hat, kämpft derzeit mit ihren Kosten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Krise in der IT-Branche, die X/OPEN ein schrumpfendes Budget bescherte. Durch ein neues Mitgliederkonzept soll die finanzielle Last, die in der Vergangenheit hauptsächlich von der Herstelierseite getragen wurde, auf mehrere Schultern verteilt werden. Neben den Kategorien Hersteller, Software-Anbieter und Anwender hat X/ OPEN als Neuheit Mitgliedschaften für die Arbeitsgruppen Anforderungserstellung, Spezifikation und Verifikation eingeführt. Die Mitgliedschaft in der ersten Gruppe ist für Anwender kostenlos, die Mitarbeit bei der Spezifikation kosten zwl· sehen 5 000 und 25 000 US-Dollar im Jahr. Die Mitgliedschaft in der Verifikationsgruppe ist für Hersteller konzipiert, die ihre Produkte testen wollen. Hierfür müssen Interessenten den Beitrag von Anteilseignern zahlen, der 1992 bei 541 800 US-Dollar lag. GSM-Netz in Rußland Die mobile Kommunikationsweltsoll zukünftig auch dem wirtschaftlich nicht gerade glorreich dastehenden Rußland nicht vorenthalten bleiben. Anfang 1993 wurden vom russischen Ministerium für Kommunikation Aufträge zur Installation eines Mobiltelefonnetzes auf Grundlage des europäischen GSM-Standards (Global System Mobile) vergeben. Das Nach einer Untersuchung von Mercury Personal Communications sollen in Großbritannien rund zwanzig Prozent der führenden Managerin derTelekommunikations-Branche angewiesen worden sein, für vertrauliche oder wichtige Firmengespräche nicht das Mobiltelefon zu nutzen. Auslöser für diese Vorsichtsmaßnahmen ist offensichtlich die ,,Camillagate"-Affäre, bei der Prinz Charles während eines privaten Geplauders via Funk belauscht worden war. OSI im Flug Die amerikanische Retix Inc. hat den Auftrag erhalten, das globale Netzwerk der Societo Internationale de Telecommunications Aoronautiques (SITA) mit OSl-Produkten und -Services auszurüsten. In dem von SITA betriebenen weltweiten Flug-Netzwerk kommen damit zukünftig standardisierte Protokolle, wie beispielsweise X.400, X.500 und CMIP zum Einsatz. Die OSl-Protokoll-Stacks von Retix sollen zusätzlich für den Aufbau des Aoronautical Telocommunications Network (ATN) genutzt werden. ATN stellt Kommunikationsdienste für Cockpit und Passagiere zur Verfügung. Handwerk kommuniziert Eine Umfrage der Fachzeitschrift ,,Handwerkmagazin" unter ihren Lesern hat ergeben, daß zunehmend kleinere und mittelständische Betriebe und Handwerker in moderne und leistungsfähige Kommunikationseinrichtungen investieren. Das in diesen Unternehmen am häufigsten benutzte Telekommunikations-Endgerät ist das Telefon, das nur noch knapp Telefax und Anrufbeantworter auf die Ränge verweisen kann. Jeder fünfte Handwerksbetrieb hat ein Mobiltelefon im C-Netz, zusätzlich nutzen 13 Prozent der befragten Betriebe den Betriebsfunk. Bei den Planungen stehen schnurlose Telefone, Mobiltelefone und neue Faxgeräte ganz oben auf der Prioritätsliste. Anfang 1993 hat Siemens den Prototyp eines automatischen Übersetzungs-Telefons vorgestellt, das es US-Amerikanern, Japanern und Deutschen ermöglichen soll, fließend miteinander zu telefonieren, ohne die jeweils andere Fremdsprache beherrschen zu müssen. Der elektronische ,,Simultandolmetscher" wurde in Zusammenarbeit mit amerikanischen und japanischen Forschungsinstituten entwickelt. Der Prototyp arbeitet zwar noch mit einem sehr begrenzten Wortschatz, dafür ist aber die jeweils übersetzte Fremdsprache im natürlichen Sprachfluß von einer Computerstimme zu hören. Das Funktionsprinzip basiert hierbei nicht auf der relativ einfachen Einzelwort-Erkennung, sondern auf der Basis einer intelligenten und gewisse Satzzusammenhänge erkennenden Bearbeitungsvorschrift. Breitband-ISDN Die DBPTelekom hat Ende 1992 Aufträge in Höhe von 24 Millionen DM für den Aufbau des zukünftigen ISDN-Breitbandnetzes vergeben. Das Pilotprojekt sieht die Vernetzung der Städte Hamburg, Berlin, Köln und Bonn vor. Im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung haben insgesamt fünf Unternehmen Angebote abgegeben, wovon Alcatel/SEL, Ericsson und Siemens mit der Durchführung beauftragt wurden. Damit das BreitbandISDN nicht an den Landesgrenzen endet, hat die Telekom mit den europäischen Netzbetreibern France Telecom, British Telecom, der spanischen Telefonica und der italienischen Stet/ASST eine Vereinbarung über eine gemeinsame länderübergreifende Realisierung getroffen. In Deutschland soll der Betrieb des Pilotnetzes 1994 erfolgen. Verantwortlich: Dr. W. Gora Eichenstr. 16 W-6257 Hünfelden PIK 16 (1993) 2 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikation de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Saur
ISSN
0930-5157
eISSN
1865-8342
DOI
10.1515/piko.1993.16.2.113
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Abstract

FACHGRUPPE - AUS WIRTSCHAFT U. ANWENDERKREISEN US-Forschungspolitik 2/93 Der neue US-Präsident Bill Clinton wil! sich stärker in der Forschungspolitik engagieren. Handlungsbedarf sieht er insbesondere bei neuen Technologieprogrammen sowie Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung. Der US-Präsident will das Forschungsbudget verdoppeln, bis ,,die zivile Forschung das Budget der militären FuEAusgaben aus den Zeiten des kalten Krieges erreicht hat". Die Finanzierung soll hierbei zu Lasten der Militärausgaben gehen. Darüber hinaus unterstützt Clinton den Aufbau einer zivilen Forschungsorganisation nach dem Vorbild der militärischen DARPA. Weiterhin befürwortet er ein Hochgeschwindigkeitseisenbahnnetz sowie die Anbindung aller US-Haushalte an ein Glasfasernetz bis zum Jahr 2015. Geldprobleme bei X/OPEN Netz wird von US West International gemeinsam mit zwei russischen Gruppen (Intertelecom und VART) aufgebaut. Auch in Rumänien soll endlich mobil telefoniert werden können. Innerhalb der nächsten Jahre ist dort geplant, den mobilen Erschließungsgrad der rumänischen Bevölkerung auf siebzig Prozent anzuheben. Im wesentlichen sind das neben Bukarest die Städte Konstanza und Kronstadt. Top Secret IRIDIUM-Investoren Das Projekt von Motorola mittels 77 Satelliten im Orbit ein weltweit umspannendes Mobiltelefonnetz aufzuziehen, findet immer mehr interessierte und finanzstarke Partner. Anfang 1993 hatten bereits 18 Investoren eine Absichtserklärung zur Beteiligung an diesem Projekt abgegeben. Durch diese Erklärungen sind mittlerweile ca. 800 Millionen US-Dollar gedeckt. Dies entspricht etwa einem Viertel der Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 3,37 Milliarden US-Dollar. Telefonübersetzer Daß Offenheit nicht überall gefragt ist und letztlich auch Geld kostet, muß auch die X/OPEN-Vereinigung erfahren. Diese Gruppierung, die sich mit ihren Spezifikationen und Portability Guides hervorgetan hat, kämpft derzeit mit ihren Kosten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Krise in der IT-Branche, die X/OPEN ein schrumpfendes Budget bescherte. Durch ein neues Mitgliederkonzept soll die finanzielle Last, die in der Vergangenheit hauptsächlich von der Herstelierseite getragen wurde, auf mehrere Schultern verteilt werden. Neben den Kategorien Hersteller, Software-Anbieter und Anwender hat X/ OPEN als Neuheit Mitgliedschaften für die Arbeitsgruppen Anforderungserstellung, Spezifikation und Verifikation eingeführt. Die Mitgliedschaft in der ersten Gruppe ist für Anwender kostenlos, die Mitarbeit bei der Spezifikation kosten zwl· sehen 5 000 und 25 000 US-Dollar im Jahr. Die Mitgliedschaft in der Verifikationsgruppe ist für Hersteller konzipiert, die ihre Produkte testen wollen. Hierfür müssen Interessenten den Beitrag von Anteilseignern zahlen, der 1992 bei 541 800 US-Dollar lag. GSM-Netz in Rußland Die mobile Kommunikationsweltsoll zukünftig auch dem wirtschaftlich nicht gerade glorreich dastehenden Rußland nicht vorenthalten bleiben. Anfang 1993 wurden vom russischen Ministerium für Kommunikation Aufträge zur Installation eines Mobiltelefonnetzes auf Grundlage des europäischen GSM-Standards (Global System Mobile) vergeben. Das Nach einer Untersuchung von Mercury Personal Communications sollen in Großbritannien rund zwanzig Prozent der führenden Managerin derTelekommunikations-Branche angewiesen worden sein, für vertrauliche oder wichtige Firmengespräche nicht das Mobiltelefon zu nutzen. Auslöser für diese Vorsichtsmaßnahmen ist offensichtlich die ,,Camillagate"-Affäre, bei der Prinz Charles während eines privaten Geplauders via Funk belauscht worden war. OSI im Flug Die amerikanische Retix Inc. hat den Auftrag erhalten, das globale Netzwerk der Societo Internationale de Telecommunications Aoronautiques (SITA) mit OSl-Produkten und -Services auszurüsten. In dem von SITA betriebenen weltweiten Flug-Netzwerk kommen damit zukünftig standardisierte Protokolle, wie beispielsweise X.400, X.500 und CMIP zum Einsatz. Die OSl-Protokoll-Stacks von Retix sollen zusätzlich für den Aufbau des Aoronautical Telocommunications Network (ATN) genutzt werden. ATN stellt Kommunikationsdienste für Cockpit und Passagiere zur Verfügung. Handwerk kommuniziert Eine Umfrage der Fachzeitschrift ,,Handwerkmagazin" unter ihren Lesern hat ergeben, daß zunehmend kleinere und mittelständische Betriebe und Handwerker in moderne und leistungsfähige Kommunikationseinrichtungen investieren. Das in diesen Unternehmen am häufigsten benutzte Telekommunikations-Endgerät ist das Telefon, das nur noch knapp Telefax und Anrufbeantworter auf die Ränge verweisen kann. Jeder fünfte Handwerksbetrieb hat ein Mobiltelefon im C-Netz, zusätzlich nutzen 13 Prozent der befragten Betriebe den Betriebsfunk. Bei den Planungen stehen schnurlose Telefone, Mobiltelefone und neue Faxgeräte ganz oben auf der Prioritätsliste. Anfang 1993 hat Siemens den Prototyp eines automatischen Übersetzungs-Telefons vorgestellt, das es US-Amerikanern, Japanern und Deutschen ermöglichen soll, fließend miteinander zu telefonieren, ohne die jeweils andere Fremdsprache beherrschen zu müssen. Der elektronische ,,Simultandolmetscher" wurde in Zusammenarbeit mit amerikanischen und japanischen Forschungsinstituten entwickelt. Der Prototyp arbeitet zwar noch mit einem sehr begrenzten Wortschatz, dafür ist aber die jeweils übersetzte Fremdsprache im natürlichen Sprachfluß von einer Computerstimme zu hören. Das Funktionsprinzip basiert hierbei nicht auf der relativ einfachen Einzelwort-Erkennung, sondern auf der Basis einer intelligenten und gewisse Satzzusammenhänge erkennenden Bearbeitungsvorschrift. Breitband-ISDN Die DBPTelekom hat Ende 1992 Aufträge in Höhe von 24 Millionen DM für den Aufbau des zukünftigen ISDN-Breitbandnetzes vergeben. Das Pilotprojekt sieht die Vernetzung der Städte Hamburg, Berlin, Köln und Bonn vor. Im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung haben insgesamt fünf Unternehmen Angebote abgegeben, wovon Alcatel/SEL, Ericsson und Siemens mit der Durchführung beauftragt wurden. Damit das BreitbandISDN nicht an den Landesgrenzen endet, hat die Telekom mit den europäischen Netzbetreibern France Telecom, British Telecom, der spanischen Telefonica und der italienischen Stet/ASST eine Vereinbarung über eine gemeinsame länderübergreifende Realisierung getroffen. In Deutschland soll der Betrieb des Pilotnetzes 1994 erfolgen. Verantwortlich: Dr. W. Gora Eichenstr. 16 W-6257 Hünfelden PIK 16 (1993) 2

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PIK - Praxis der Informationsverarbeitung und Kommunikationde Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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