Die bewegenden Kräfte in Kants philosophischer Entwicklung und die beiden Pole seines Systems.

Die bewegenden Kräfte in Kants philosophischer Entwicklung und die beiden Pole seines Systems. Die bewegenden Kräftein Kants philosophischer Entwicklung unddie beiden Pole seines Systems.1)Von E. Adickes in Kiel.Kants System, speziell seine Kritik der reinen Vernunft, bietetnns ein Schauspiel, welches wohl einzig dasteht in der Litteraturaller Zeiten und Völker. Ueber ein Werk, ein System werdentausende von Büchern, hunderttausende von Seiten geschrieben, und— schliesslich weiss man nicht einmal, was die Hauptabsicht desVerfassers war und wo der Schwerpunkt seines Systems zu suchenist. Mitschuldig an dieser wundersamen Erscheinung ist gewiss dieKompliziertheit des Gedankenbaus. Doch könnte man ihrer sehrwohl Herr werden, wäre nicht die souveraine Verachtung, mit welcherKant in späteren Jahren auf die äussere Form seiner Schriftenherabsieht, vermiede er — mit einer Rücksichtslosigkeit gegen denLeser, die ihres Gleichen sucht — es nicht sorgfältig, seine Begriffegenau zu bestimmen und an der einmal gewählten Bedeutung konsequent festzuhalten, stünden endlich seine eigenen Aeusserungenüber den Hauptzweck seines Philosophierens nur halbwegs mit einander in Einklang.Endgültige, nicht mehr anfechtbare Entscheidungen werden sichunter diesen Umständen ohne Veröffentlichung neuen Materials kaumjemals fällen lassen. Aber man kann doch nach meiner Meinungerheblich weiter kommen, als man jetzt ist, und sich dem Zielewenigstens nähern. Nur ist dazu erforderlich, dass man mit derErforschung des fertigen Systems die Erforschung seiner Entwicklungsgeschichte auf! das engste verbindet.Freilich, auch was die Entwicklung Kants http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Kant-Studien de Gruyter

Die bewegenden Kräfte in Kants philosophischer Entwicklung und die beiden Pole seines Systems.

Kant-Studien, Volume 1 (1-3): 51 – Jan 1, 1897

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Walter de Gruyter
ISSN
1613-1134
eISSN
1613-1134
DOI
10.1515/kant.1897.1.1-3.9
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Abstract

Die bewegenden Kräftein Kants philosophischer Entwicklung unddie beiden Pole seines Systems.1)Von E. Adickes in Kiel.Kants System, speziell seine Kritik der reinen Vernunft, bietetnns ein Schauspiel, welches wohl einzig dasteht in der Litteraturaller Zeiten und Völker. Ueber ein Werk, ein System werdentausende von Büchern, hunderttausende von Seiten geschrieben, und— schliesslich weiss man nicht einmal, was die Hauptabsicht desVerfassers war und wo der Schwerpunkt seines Systems zu suchenist. Mitschuldig an dieser wundersamen Erscheinung ist gewiss dieKompliziertheit des Gedankenbaus. Doch könnte man ihrer sehrwohl Herr werden, wäre nicht die souveraine Verachtung, mit welcherKant in späteren Jahren auf die äussere Form seiner Schriftenherabsieht, vermiede er — mit einer Rücksichtslosigkeit gegen denLeser, die ihres Gleichen sucht — es nicht sorgfältig, seine Begriffegenau zu bestimmen und an der einmal gewählten Bedeutung konsequent festzuhalten, stünden endlich seine eigenen Aeusserungenüber den Hauptzweck seines Philosophierens nur halbwegs mit einander in Einklang.Endgültige, nicht mehr anfechtbare Entscheidungen werden sichunter diesen Umständen ohne Veröffentlichung neuen Materials kaumjemals fällen lassen. Aber man kann doch nach meiner Meinungerheblich weiter kommen, als man jetzt ist, und sich dem Zielewenigstens nähern. Nur ist dazu erforderlich, dass man mit derErforschung des fertigen Systems die Erforschung seiner Entwicklungsgeschichte auf! das engste verbindet.Freilich, auch was die Entwicklung Kants

Journal

Kant-Studiende Gruyter

Published: Jan 1, 1897

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