Das Gesetzesverständnis im Römer- und Galaterbrief

Das Gesetzesverständnis im Römer- und Galaterbrief GÜNTHER BORNKAMM ZUM 70. GEBURTSTAG Das Gesetzesverständnis im Römer- und Galaterbrief von Ferdinand Hahn (6203 Hochheim, Auf der Schlicht 16) Günther Bomkamm, dem dieser Aufsatz aus Anlaß seines 70. Geburtstages in Dankbarkeit gewidmet ist, hat sich in seinen Veröffentlichungen mehrfach mit dem paulinischen Gesetzesverständnis befaßt und nicht zufällig seinen ersten Sammelband unter das Thema >»Das Ende des Gesetzes« gestellt1. In seinem Beitrag »Wandlungen im alt- und neutestamentlichen Gesetzesverständnis« hebt er prägnant die Dialektik hervor, die Paulus gegenüber jeder dualistischen Auseinanderreißung durchhält, indem dieser sowohl die These von Christus als dem Ende des Gesetzes vertritt (Rom 10 4) als auch beharrlich betont, daß das Gesetz damit keineswegs außer Kraft gesetzt ist (Rom 3 3i). Nimmt man diese Dialektik ernst, wird ebenso eine Übereinstimmung der paulinischen Gesetzesauffassung mit der jüdischen Lehre vom Gesetz deutlich wie umgekehrt der entscheidende Differenzpunkt, weil das Gesetz entgegen seiner Zweckbestimmung faktisch den Weg zu Leben und Heil nicht freigibt, sondern ihn aufgrund der Universalität der Sünde der Menschen verschließt. Erst das Heilsgeschehen in Christus bringt Rettung, weil Christus selbst sich dem Gesetz unterstellt und seine Forderung zur Erfüllung gebracht hat. Deshalb wird nun auch der gerechtfertigte Mensch durch das Gesetz inmitten seiner Welt und deren http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirche de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0044-2615
eISSN
1613-009X
DOI
10.1515/zntw.1976.67.1-2.29
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Abstract

GÜNTHER BORNKAMM ZUM 70. GEBURTSTAG Das Gesetzesverständnis im Römer- und Galaterbrief von Ferdinand Hahn (6203 Hochheim, Auf der Schlicht 16) Günther Bomkamm, dem dieser Aufsatz aus Anlaß seines 70. Geburtstages in Dankbarkeit gewidmet ist, hat sich in seinen Veröffentlichungen mehrfach mit dem paulinischen Gesetzesverständnis befaßt und nicht zufällig seinen ersten Sammelband unter das Thema >»Das Ende des Gesetzes« gestellt1. In seinem Beitrag »Wandlungen im alt- und neutestamentlichen Gesetzesverständnis« hebt er prägnant die Dialektik hervor, die Paulus gegenüber jeder dualistischen Auseinanderreißung durchhält, indem dieser sowohl die These von Christus als dem Ende des Gesetzes vertritt (Rom 10 4) als auch beharrlich betont, daß das Gesetz damit keineswegs außer Kraft gesetzt ist (Rom 3 3i). Nimmt man diese Dialektik ernst, wird ebenso eine Übereinstimmung der paulinischen Gesetzesauffassung mit der jüdischen Lehre vom Gesetz deutlich wie umgekehrt der entscheidende Differenzpunkt, weil das Gesetz entgegen seiner Zweckbestimmung faktisch den Weg zu Leben und Heil nicht freigibt, sondern ihn aufgrund der Universalität der Sünde der Menschen verschließt. Erst das Heilsgeschehen in Christus bringt Rettung, weil Christus selbst sich dem Gesetz unterstellt und seine Forderung zur Erfüllung gebracht hat. Deshalb wird nun auch der gerechtfertigte Mensch durch das Gesetz inmitten seiner Welt und deren

Journal

Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirchede Gruyter

Published: Jan 1, 1976

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