Chronik

Chronik Aus der Zeit und dem Rundfunkorchester aus Dornbirn ein Opernkonzert mit Ausschnitten aus Freischütz, Tiefland, Carmen, Bohème u. a., wobei Therese Köszegi-Kiss, Hilde Lins und Sebastian Hauser sehr schöne Gesangsleistungen boten. Nach dem Rossinischen ,,Stabat Mater" hörten wir nun das Mozartrequiem (mit Mar-g. Gassner-Caspart, Ilse Matzkeit-Erdmann, Georg Schieferer-Klett und Emst Osterkamp als Soloquartett). Vielleicht wäre es geboten, an Stelle der Quantität der Aufführungen eine feinfühligere Durcharbeitung anzustreben. Das Lutzquartet (Lutz, Frau Stambader, Wostry und Schrammel) spielte an mehreren Orten nach Haydn und Mozart zwei Kammermusiken ihres Primarius und Ernst Kreal, dem die musikalischen Belange der Bauhütte anvertraut sind, versuchte in einem Kompositionsabend das Interesse für seine Arbeiten zu erwecken (Frau Erdmann und die Geigerin Erika Kahr-Groh standen da vor beträchtlichen Aufgaben). -- Die Musikschulen (in Dornbirn leitet sie Dir. Walter, in Feldkirch Musikdir. Brien, in Bludenz Musikdir. Rulay) bewiesen vor den Ferien noch ihr erfolgreiches Erziehungswerk in zahlreichen Vorspielabenden aller Unterrichtssparten, auch der Volksmusik. -- Eine gewisse Sensation ist hier natürlich der Klavierabend eines prominenten Pianisten, wie es Frederic Ogouse ist, der hier an mehreren Orten vor nicht allzu zahlreichem, aber gutem Publikum Chopin spielte. -- Und nun blicken wir natürlich mit besonderer Erwartung den Bregenzer Festwochen entgegen, wo neben sportlichen, literarischen und theatralischen Veranstaltungen auch die Musik im Vordergrund stehen wird. Vor allem dürfen wir uns auf den Besuch der Wiener Symphoniker freuen. W. St. Veranstaltungen hervorgehoben: Im .Theater gab es neben einem mit großer Begeisterung aufgenommenen Opemkonzert, in dem zwei beliebte Bühnenkünstler mitwirkten (Cordi Struckl und Willy Treffner), und einem Symphoniekonzert, das R. Kattnig leitete (Tsdiaikowskys monumentale 5. Symphonie) -- G. Jaquinto spielte mit Brillanz Mozarts berühmtes Violinkonzert in D-dur --, die gelungene Einstudierung des reizenden Einakters ,,Susannes Geheimnis" von Wolf Ferrari (in den Hauptrollen waren, 1· Stefflitsch und A. Hugues beschäftigt), verbunden mit dem sehr temperamentvollen Ballett Kattnigs ,,Tarantella", in dem sich die Solotänzerin des Klagenfurter Stadttheaters Hera Linda verabschiedete. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Theo Haslinger. Weniger zu begrüßen war die Aufführung des schon mit Freuden überwunden geglaubten ,,Dreimäderlhauses", das ja mit der eigentlichen Musik Schuberts nichts zu tun hat, sondern mit der geschmacklosen Bearbeitung einer Reihe seiner schönsten Melodien nur auf Publikumserfolg hinzielt. -- Der Höhepunkt der konzertanten Veranstaltungen war die Wiedergabe des einmalig in seiner Größe dastehenden Oratoriums ,,Die Schöpfung" von J. Haydn. Domkapellmeister Dr. Sabitzer bemühte sich nach Kräften und erfolgreich, allen Feinheiten des Werkes nachzuspüren und konnte mit der Leistung seines gut bestellten Chores zufrieden sein. Als Solisten wirkten mit: Asta Perjatel, Solosängerin des Klagenfurter Domchores (Sopran), der Grazer Bassist Rudolf Großmann und der mit schönen Stimmitteln versehene Tenor Fritz Pölzl aus Wien. -- Robert Keldorfer setzte seine bereits zu einem Begriff gewordenen Serenadenabende mit viel Glück fort und brachte u. a. Mozarts g-moll-Symphonie, die erhabene Jupiter-Symphonie und Schuberts liebenswerte Symphonie in B-dur. Eine Überraschung in der Reihe der solistischen Darbietungen war für viele das 13jährige Wunderkind Grete Sdierzer mit dem d-moll-Klavierkonzert von Mozart. Eine geradezu verblüffende Leistung. Als musikalisches Erlebnis kann die Wiedergabe des Violinkonzertes von Beethoven, das Christa Richter-Steiner spielte, bezeichnet werden. In einer stimmungsvollen Kammermusik, bei der erstmalig ein Cembalo vorgeführt wurde, von Keldorfer meisterlich gehandhabt, hatten wiederum Myra Bethan (Sopran), Martha Lubowsky (Violine), Hedy Gigler (Violine), Dora Streicher (Viola) und Rudolf Prokopp (Flöte) Gelegenheit, Stilsicherheit und echtes Musikantentum zu bekunden. A. R. VORARLBERG: Daß auch in Vorarlberg trotz der schönen Jahreszeit die musikalischen Veranstaltungen nicht rar werden, ist ein schönes Zeichen kultureller Regsamkeit. So brachte Musikdirektor Becce, der Leiter der Bregenzer städtischen Musikschule, mit den vereinigten Orchestern der Stadt Am 1. August beginnen, wie berichtet, die diesjährigen Salzburger Festspiele. Bei einem Empfang im Bundeskanzleramt wurden den österreichischen Pressevertretern Einzelheiten über die Vorbereitungsarbeiten sowie eine Vorschau auf das Programm bekanntgegeben. In seiner Begrüßungsansprache betonte Landeshauptmann Ingenieur Hochleitner, daß man sich allen Schwierigkeiten zum Trotz entschlossen habe, auch im heurigen Jahr Festspiele abzuhalten, um die Tradition der Festspielstadt Salzburg weiterzuführen. Der Chef der Bundestheaterverwaltung Ministerialrat Dr. Egon Hilbert, der inzwischen in die Leitung der Salzburger Festspiele berufen worden ist, bezeichnete diese als einen der bedeutendsten kulturellen Aktivposten Österreichs. Die Salzburger Festspiele 1946 werden, obgleich der äußere Rahmen im Vergleich zu den Jahren vor 1937 noch bescheiden sein wird, Zeugnis von -dem kulturellen Aufbauwillen unseres Landes geben. Ein umfassendes Programm bringen wir an anderer Stelle. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Österreichische Musikzeitschrift de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 1946 by the
ISSN
0029-9316
eISSN
2307-2970
DOI
10.7767/omz.1946.1.7.250
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Abstract

Aus der Zeit und dem Rundfunkorchester aus Dornbirn ein Opernkonzert mit Ausschnitten aus Freischütz, Tiefland, Carmen, Bohème u. a., wobei Therese Köszegi-Kiss, Hilde Lins und Sebastian Hauser sehr schöne Gesangsleistungen boten. Nach dem Rossinischen ,,Stabat Mater" hörten wir nun das Mozartrequiem (mit Mar-g. Gassner-Caspart, Ilse Matzkeit-Erdmann, Georg Schieferer-Klett und Emst Osterkamp als Soloquartett). Vielleicht wäre es geboten, an Stelle der Quantität der Aufführungen eine feinfühligere Durcharbeitung anzustreben. Das Lutzquartet (Lutz, Frau Stambader, Wostry und Schrammel) spielte an mehreren Orten nach Haydn und Mozart zwei Kammermusiken ihres Primarius und Ernst Kreal, dem die musikalischen Belange der Bauhütte anvertraut sind, versuchte in einem Kompositionsabend das Interesse für seine Arbeiten zu erwecken (Frau Erdmann und die Geigerin Erika Kahr-Groh standen da vor beträchtlichen Aufgaben). -- Die Musikschulen (in Dornbirn leitet sie Dir. Walter, in Feldkirch Musikdir. Brien, in Bludenz Musikdir. Rulay) bewiesen vor den Ferien noch ihr erfolgreiches Erziehungswerk in zahlreichen Vorspielabenden aller Unterrichtssparten, auch der Volksmusik. -- Eine gewisse Sensation ist hier natürlich der Klavierabend eines prominenten Pianisten, wie es Frederic Ogouse ist, der hier an mehreren Orten vor nicht allzu zahlreichem, aber gutem Publikum Chopin spielte. -- Und nun blicken wir natürlich mit besonderer Erwartung den Bregenzer Festwochen entgegen, wo neben sportlichen, literarischen und theatralischen Veranstaltungen auch die Musik im Vordergrund stehen wird. Vor allem dürfen wir uns auf den Besuch der Wiener Symphoniker freuen. W. St. Veranstaltungen hervorgehoben: Im .Theater gab es neben einem mit großer Begeisterung aufgenommenen Opemkonzert, in dem zwei beliebte Bühnenkünstler mitwirkten (Cordi Struckl und Willy Treffner), und einem Symphoniekonzert, das R. Kattnig leitete (Tsdiaikowskys monumentale 5. Symphonie) -- G. Jaquinto spielte mit Brillanz Mozarts berühmtes Violinkonzert in D-dur --, die gelungene Einstudierung des reizenden Einakters ,,Susannes Geheimnis" von Wolf Ferrari (in den Hauptrollen waren, 1· Stefflitsch und A. Hugues beschäftigt), verbunden mit dem sehr temperamentvollen Ballett Kattnigs ,,Tarantella", in dem sich die Solotänzerin des Klagenfurter Stadttheaters Hera Linda verabschiedete. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Theo Haslinger. Weniger zu begrüßen war die Aufführung des schon mit Freuden überwunden geglaubten ,,Dreimäderlhauses", das ja mit der eigentlichen Musik Schuberts nichts zu tun hat, sondern mit der geschmacklosen Bearbeitung einer Reihe seiner schönsten Melodien nur auf Publikumserfolg hinzielt. -- Der Höhepunkt der konzertanten Veranstaltungen war die Wiedergabe des einmalig in seiner Größe dastehenden Oratoriums ,,Die Schöpfung" von J. Haydn. Domkapellmeister Dr. Sabitzer bemühte sich nach Kräften und erfolgreich, allen Feinheiten des Werkes nachzuspüren und konnte mit der Leistung seines gut bestellten Chores zufrieden sein. Als Solisten wirkten mit: Asta Perjatel, Solosängerin des Klagenfurter Domchores (Sopran), der Grazer Bassist Rudolf Großmann und der mit schönen Stimmitteln versehene Tenor Fritz Pölzl aus Wien. -- Robert Keldorfer setzte seine bereits zu einem Begriff gewordenen Serenadenabende mit viel Glück fort und brachte u. a. Mozarts g-moll-Symphonie, die erhabene Jupiter-Symphonie und Schuberts liebenswerte Symphonie in B-dur. Eine Überraschung in der Reihe der solistischen Darbietungen war für viele das 13jährige Wunderkind Grete Sdierzer mit dem d-moll-Klavierkonzert von Mozart. Eine geradezu verblüffende Leistung. Als musikalisches Erlebnis kann die Wiedergabe des Violinkonzertes von Beethoven, das Christa Richter-Steiner spielte, bezeichnet werden. In einer stimmungsvollen Kammermusik, bei der erstmalig ein Cembalo vorgeführt wurde, von Keldorfer meisterlich gehandhabt, hatten wiederum Myra Bethan (Sopran), Martha Lubowsky (Violine), Hedy Gigler (Violine), Dora Streicher (Viola) und Rudolf Prokopp (Flöte) Gelegenheit, Stilsicherheit und echtes Musikantentum zu bekunden. A. R. VORARLBERG: Daß auch in Vorarlberg trotz der schönen Jahreszeit die musikalischen Veranstaltungen nicht rar werden, ist ein schönes Zeichen kultureller Regsamkeit. So brachte Musikdirektor Becce, der Leiter der Bregenzer städtischen Musikschule, mit den vereinigten Orchestern der Stadt Am 1. August beginnen, wie berichtet, die diesjährigen Salzburger Festspiele. Bei einem Empfang im Bundeskanzleramt wurden den österreichischen Pressevertretern Einzelheiten über die Vorbereitungsarbeiten sowie eine Vorschau auf das Programm bekanntgegeben. In seiner Begrüßungsansprache betonte Landeshauptmann Ingenieur Hochleitner, daß man sich allen Schwierigkeiten zum Trotz entschlossen habe, auch im heurigen Jahr Festspiele abzuhalten, um die Tradition der Festspielstadt Salzburg weiterzuführen. Der Chef der Bundestheaterverwaltung Ministerialrat Dr. Egon Hilbert, der inzwischen in die Leitung der Salzburger Festspiele berufen worden ist, bezeichnete diese als einen der bedeutendsten kulturellen Aktivposten Österreichs. Die Salzburger Festspiele 1946 werden, obgleich der äußere Rahmen im Vergleich zu den Jahren vor 1937 noch bescheiden sein wird, Zeugnis von -dem kulturellen Aufbauwillen unseres Landes geben. Ein umfassendes Programm bringen wir an anderer Stelle.

Journal

Österreichische Musikzeitschriftde Gruyter

Published: Jul 1, 1946

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