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Aufsteiger oder Außenseiter? Jüdische Konvertiten im 16. und 17. Jahrhundert

Aufsteiger oder Außenseiter? Jüdische Konvertiten im 16. und 17. Jahrhundert ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 10/2000, H. 2 WOLFGANG TREUE Aufsteiger oder Außenseiter? Jüdische Konvertiten im 16. und 17. Jahrhundert Einleitung Einen der extremsten Reibungspunkte im christlich-jüdischen Zusammenleben bildete - nicht nur während der frühen Neuzeit - der Übertritt von Mitgliedern der einen zur anderen Religionsgemeinschaft. Während die Konversion zum Judentum von der christlichen Obrigkeit scharf geahndet, unter Umständen sogar mit dem Tode bestraft wurde und daher selten blieb, fanden sich häufig Juden, die - aus sehr unterschiedlichen Motiven heraus - den umgekehrten Weg betraten. Die Quellen geben in dieser Hinsicht allerdings ein stark verzerrtes Bild, da Konvertiten in der Regel vor allem dann "aktenkundig" wurden, wenn sie sich nach Empfang der Taufe nicht einfach in ihr neues soziales Umfeld integrierten (was ihnen zweifellos nicht immer leicht gemacht wurde), sondern versuchten, ihre Position auf Kosten der ehemaligen Glaubensgenossen zu verbessern. Manche von ihnen bemühten sich, den Eifer in der neuen Religion unter Beweis zu stellen, indem sie Schriften über -- und meist gegen -- die alte verfaßten, wobei sie oft nicht davor zurückschreckten, gängige antijüdische Stereotype wie etwa die Ritualmordbeschuldigung zu benutzen;1 andere beDies gilt - um nur zwei Beispiele zu nennen - für http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden de Gruyter

Aufsteiger oder Außenseiter? Jüdische Konvertiten im 16. und 17. Jahrhundert

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
Subject
Aufsätze
ISSN
1016-4987
eISSN
1016-4987
DOI
10.1515/asch.2000.10.2.307
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Abstract

ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 10/2000, H. 2 WOLFGANG TREUE Aufsteiger oder Außenseiter? Jüdische Konvertiten im 16. und 17. Jahrhundert Einleitung Einen der extremsten Reibungspunkte im christlich-jüdischen Zusammenleben bildete - nicht nur während der frühen Neuzeit - der Übertritt von Mitgliedern der einen zur anderen Religionsgemeinschaft. Während die Konversion zum Judentum von der christlichen Obrigkeit scharf geahndet, unter Umständen sogar mit dem Tode bestraft wurde und daher selten blieb, fanden sich häufig Juden, die - aus sehr unterschiedlichen Motiven heraus - den umgekehrten Weg betraten. Die Quellen geben in dieser Hinsicht allerdings ein stark verzerrtes Bild, da Konvertiten in der Regel vor allem dann "aktenkundig" wurden, wenn sie sich nach Empfang der Taufe nicht einfach in ihr neues soziales Umfeld integrierten (was ihnen zweifellos nicht immer leicht gemacht wurde), sondern versuchten, ihre Position auf Kosten der ehemaligen Glaubensgenossen zu verbessern. Manche von ihnen bemühten sich, den Eifer in der neuen Religion unter Beweis zu stellen, indem sie Schriften über -- und meist gegen -- die alte verfaßten, wobei sie oft nicht davor zurückschreckten, gängige antijüdische Stereotype wie etwa die Ritualmordbeschuldigung zu benutzen;1 andere beDies gilt - um nur zwei Beispiele zu nennen - für

Journal

Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Judende Gruyter

Published: Jan 1, 2000

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