Anja Gregor, Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie. Bielefeld: transcript 2015, 345 S., kt., 34,99 €

Anja Gregor, Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie. Bielefeld:... Geschlechtlichkeit – die deutschsprachige Version von ‚genderʻ – ist derzeit in aller Munde: z. B. berichten die Medien über Transgender-People; Politische Öffentlichkeiten setzen sich zunehmend mit „Anti-Genderismus“ (vgl. Hark / Villa, 2015) auseinander oder thematisieren den ‚gender pay gapʻ, also die Lohndiskriminierung nach Geschlecht, sowie den (Un-)Sinn von Quoten für das eine oder andere Geschlecht. Last but surely not least, ist im Sommer 2016 die für Deutschland wohl ultimative Bastion der ungebrochenen Männlichkeit gefallen: Erstmalig gab es eine EM-Spiele-Kommentatorin im Männerfußball. So viel gender trouble war in Deutschland nie. Im Vergleich hierzu ist die sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung deutlich nüchterner und zugleich stärker auf ein Verständnis des tatsächlichen gender troubles aus. Gender Studies befassen sich seit Jahrzehnten mit den empirisch komplexen Formen, den vielen Dimensionen und den gar nicht so eindeutigen, aber immer wirkmächtigen materiellen Wirklichkeiten dessen, was im Alltag einfach ‚Geschlechtʻ genannt wird. Eine grobe Vereinfachungsform im lebensweltlichen Wissen ist, wie bereits die ethnomethodologische Schule nach H. Garfinkel in den 1970ern herausarbeitete, die naturhafte Ontologie der Zweigeschlechtlichkeit: es gibt Männer und Frauen, von Natur aus, immer und überall, in ‚asozialerʻ – also ahistorischer und praxeologisch nicht verfügbarer Weise. Mit dieser Form setzen sich die Gender Studies empirisch forschend auseinander, als http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Soziologische Revue de Gruyter

Anja Gregor, Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie. Bielefeld: transcript 2015, 345 S., kt., 34,99 €

Soziologische Revue, Volume 40 (2): 5 – Apr 1, 2017

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
2196-7024
eISSN
2196-7024
DOI
10.1515/srsr-2017-0036
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Abstract

Geschlechtlichkeit – die deutschsprachige Version von ‚genderʻ – ist derzeit in aller Munde: z. B. berichten die Medien über Transgender-People; Politische Öffentlichkeiten setzen sich zunehmend mit „Anti-Genderismus“ (vgl. Hark / Villa, 2015) auseinander oder thematisieren den ‚gender pay gapʻ, also die Lohndiskriminierung nach Geschlecht, sowie den (Un-)Sinn von Quoten für das eine oder andere Geschlecht. Last but surely not least, ist im Sommer 2016 die für Deutschland wohl ultimative Bastion der ungebrochenen Männlichkeit gefallen: Erstmalig gab es eine EM-Spiele-Kommentatorin im Männerfußball. So viel gender trouble war in Deutschland nie. Im Vergleich hierzu ist die sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung deutlich nüchterner und zugleich stärker auf ein Verständnis des tatsächlichen gender troubles aus. Gender Studies befassen sich seit Jahrzehnten mit den empirisch komplexen Formen, den vielen Dimensionen und den gar nicht so eindeutigen, aber immer wirkmächtigen materiellen Wirklichkeiten dessen, was im Alltag einfach ‚Geschlechtʻ genannt wird. Eine grobe Vereinfachungsform im lebensweltlichen Wissen ist, wie bereits die ethnomethodologische Schule nach H. Garfinkel in den 1970ern herausarbeitete, die naturhafte Ontologie der Zweigeschlechtlichkeit: es gibt Männer und Frauen, von Natur aus, immer und überall, in ‚asozialerʻ – also ahistorischer und praxeologisch nicht verfügbarer Weise. Mit dieser Form setzen sich die Gender Studies empirisch forschend auseinander, als

Journal

Soziologische Revuede Gruyter

Published: Apr 1, 2017

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