Amy Colin, Paul Celan. Holograms of Darkness.

Amy Colin, Paul Celan. Holograms of Darkness. 24o Markus Fischer phischen Romans herauszustellen, werden fruchtbare Vergleiche mit dem Bildungsroman und dem psychologischen Roman (und dabei natürlich mit Karl Philipp Moritz' Anton Reiser) angestellt. Michaela Holdenried knüpft mit ihren Überlegungen an einen frühen Aufsatz Helmut Heißenbüttels an, der ,,erstmals die wechselseitige Abhängigkeit von autobiographischem Erzählen und geschichtlichen Veränderungen des Subjektverständnisses umrissen" (S. 62) habe. Unter diesen Vorzeichen entfaltet der moderne autobiographische Roman die Möglichkeit, die sich radikal gewandelten Auffassungen der Begriffe Jdentität', Individualität' und ,Subjektc literarisch zu reflektieren, ohne sie zu verabschieden. So sehr die Verfasserin den ein verändertes Konzept von Individualität spiegelnden ,,Entwurfscharakter" (S. 199) des autobiographischen Romans betont, so vehement grenzt sie sich von poststrukturalistischen beziehungsweise dekonstruktivistischen Versuchen ab, die - das vorhandene Textmaterial oft unzulässig selektierend - das Verschwinden des Subjekts als Kennzeichen moderner Autobiographik ausmachen wollen.1 Demgegenüber betont Holdenried mit Recht, welches innovatorische Potential der autobiographische Roman in den letzten dreißig Jahren entfaltet hat und wie er als ,,Autopoiesis" (S. 456) maßgeblich an einer Neubestimmung des Subjektbegriffs arbeitet. Obschon man der Behauptung, ,,daß die Autobiographie sich anschickt, den Roman als paradigmatische Gattung abzulösen" (S. 97), sicher nicht sofort zustimmen wird, ist Michaela Holdenrieds Monographie zum autobiographischen Roman eine in allen ihren Verästelungen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Arbitrium - Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
0723-2977
eISSN
1865-8849
DOI
10.1515/arbi.1993.11.2.240
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Abstract

24o Markus Fischer phischen Romans herauszustellen, werden fruchtbare Vergleiche mit dem Bildungsroman und dem psychologischen Roman (und dabei natürlich mit Karl Philipp Moritz' Anton Reiser) angestellt. Michaela Holdenried knüpft mit ihren Überlegungen an einen frühen Aufsatz Helmut Heißenbüttels an, der ,,erstmals die wechselseitige Abhängigkeit von autobiographischem Erzählen und geschichtlichen Veränderungen des Subjektverständnisses umrissen" (S. 62) habe. Unter diesen Vorzeichen entfaltet der moderne autobiographische Roman die Möglichkeit, die sich radikal gewandelten Auffassungen der Begriffe Jdentität', Individualität' und ,Subjektc literarisch zu reflektieren, ohne sie zu verabschieden. So sehr die Verfasserin den ein verändertes Konzept von Individualität spiegelnden ,,Entwurfscharakter" (S. 199) des autobiographischen Romans betont, so vehement grenzt sie sich von poststrukturalistischen beziehungsweise dekonstruktivistischen Versuchen ab, die - das vorhandene Textmaterial oft unzulässig selektierend - das Verschwinden des Subjekts als Kennzeichen moderner Autobiographik ausmachen wollen.1 Demgegenüber betont Holdenried mit Recht, welches innovatorische Potential der autobiographische Roman in den letzten dreißig Jahren entfaltet hat und wie er als ,,Autopoiesis" (S. 456) maßgeblich an einer Neubestimmung des Subjektbegriffs arbeitet. Obschon man der Behauptung, ,,daß die Autobiographie sich anschickt, den Roman als paradigmatische Gattung abzulösen" (S. 97), sicher nicht sofort zustimmen wird, ist Michaela Holdenrieds Monographie zum autobiographischen Roman eine in allen ihren Verästelungen

Journal

Arbitrium - Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaftde Gruyter

Published: Jan 1, 1993

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