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Wolfgang Spohn, Peter Schroeder-Heister und Erik J. Olsson (Hrsg.): Logik in der Philosophie. Heidelberg: Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren 2005, ISBN: 3935025661; EUR 39.80 (paperback); 396 Seiten

Wolfgang Spohn, Peter Schroeder-Heister und Erik J. Olsson (Hrsg.): Logik in der Philosophie.... Book Reviews – Buchbesprechungen 213 für äquivalent. Sokrates zeigt aber, daß das zu bekommen, was einem gut zu sein scheint und auch die Befriedigung augenblicklicher Bedürfnisse nicht in jedem Falle die Erfüllung der eigenen Wünsche darstellt. Weder (B) noch (C) bedeuten (A). Sokrates vertritt These (A) im „Protagoras“ und widerlegt Thesen (B) und (C) im „Gorgias“ (62 f.). Modale Freuden werden, wie gesagt, in der Ausübung intrinsisch wünschenswerter Fähigkeiten empfunden. Für Sokrates ist nun auch das Gutsein selbst eine Fähigkeit, die der tugendhafte Mensch um ihrer (nämlich um seiner) selbst willen ausübt („Apologie“ 28b). Das tugendhafte und das angenehme Handeln sind für Sokrates deshalb dasselbe. Der scheinbare Widerspruch verschwindet: „Thus Socrates can make both pleasure and virtue the chief good for human beings, relieving the tension between … Socrates the hedonist and Socrates the virtue supremacist“ (128). Eine Konsequenz der Interpretation der modal-hedonistischen Auffassung im „Protago- ras“ ist die Einsicht, daß diese Auffassung offenbar auch ein Element der generellen pla- tonischen Konzeption des Gutseins darstellt, die als sokratischer Intellektualismus bekannt ist. Das Gutsein (arete) ist für Platons Sokrates eine bestimmte Art von Wissen. Um welche Art von Wissen es sich genau handelt, ist bekanntlich eine der schwierigsten Fragen der http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Wolfgang Spohn, Peter Schroeder-Heister und Erik J. Olsson (Hrsg.): Logik in der Philosophie. Heidelberg: Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren 2005, ISBN: 3935025661; EUR 39.80 (paperback); 396 Seiten

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-01001013
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Abstract

Book Reviews – Buchbesprechungen 213 für äquivalent. Sokrates zeigt aber, daß das zu bekommen, was einem gut zu sein scheint und auch die Befriedigung augenblicklicher Bedürfnisse nicht in jedem Falle die Erfüllung der eigenen Wünsche darstellt. Weder (B) noch (C) bedeuten (A). Sokrates vertritt These (A) im „Protagoras“ und widerlegt Thesen (B) und (C) im „Gorgias“ (62 f.). Modale Freuden werden, wie gesagt, in der Ausübung intrinsisch wünschenswerter Fähigkeiten empfunden. Für Sokrates ist nun auch das Gutsein selbst eine Fähigkeit, die der tugendhafte Mensch um ihrer (nämlich um seiner) selbst willen ausübt („Apologie“ 28b). Das tugendhafte und das angenehme Handeln sind für Sokrates deshalb dasselbe. Der scheinbare Widerspruch verschwindet: „Thus Socrates can make both pleasure and virtue the chief good for human beings, relieving the tension between … Socrates the hedonist and Socrates the virtue supremacist“ (128). Eine Konsequenz der Interpretation der modal-hedonistischen Auffassung im „Protago- ras“ ist die Einsicht, daß diese Auffassung offenbar auch ein Element der generellen pla- tonischen Konzeption des Gutseins darstellt, die als sokratischer Intellektualismus bekannt ist. Das Gutsein (arete) ist für Platons Sokrates eine bestimmte Art von Wissen. Um welche Art von Wissen es sich genau handelt, ist bekanntlich eine der schwierigsten Fragen der

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 2007

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