Vergleichende Versuche über die Fälrbung mit Meldola-Blau und Neublau-R als Vitalitätstest fiir pflanzenparasitäre Nematoden

Vergleichende Versuche über die Fälrbung mit Meldola-Blau und Neublau-R als Vitalitätstest... SHORT COMMUNICATION H. GOFFART1): Vergleichende Versuche über die Fälrbung mit Meldola-Blau und Neublau-R als Vitalitätstest fiir pflanzenparasitäre Nematoden. Shepherd (1962) beschrieb ein Verfahren, durch Verwendung von Neublau-R lebende und tote Nematoden voneinander zu unterscheiden. Wahrend lebende Nematoden ungefarbt bleiben, werden tote Tiere nach Anfarben mit Neublau-R mauvefarben bis tiefpurpur. Bei unseren Versuchen benutz- ten wir Meldola-Blau, einen dem Neublau-R nahe verwandten Farbstoff der Firma Chroma-Gesell- schaft Schmid und Co., Stuttgart-Untert3rkheim 2). Der Farbstoff ist wasserlbslich und nicht toxisch. Dr. Shepherd uberlief3 mir freundlicherweise eine kleine Menge von Neublau-R, sodaQ es gleich- zeitig moglich war, beide Farbstoffe miteinander zu vergleichen 3). F3r die Versuche benutzten wir Zysten von Heterodera ro.rtochien.ri.r, die aus feuchter Erde gewonnen waren und zunachst zwischen 24 und 96 Stunden in Wasser aufgehoben wurden. Trockene Zysten müssen entsprechend langer in Wasser vorquellen. Bei dem Verfahren sollte destilliertes Wasser verwendet und mindestens einmal gewechselt werden, da sonst die Gefahr einer Ausflockung des Farbstoffs besteht. Nach Ablauf der genannten Zeit wurde ein Teil der Zysten vor Anwendung des Farbtestes bestimmten Nematiziden (DD, Methylisothiocyanat, Vapam) 24 Stunden bei 30° C in Dampfform ausgesetzt. Vergleichsweise wurden dieselben Versuche auch mit Neublau-R angestellt. Jede Versuchsreihe bestand aus 20 Zysten mit Brutinhalt. Nach dem Farben in 0,05% wassriger Losung, das 7 Tage dauerte, wurden die Zystenschalen mit Hilfe einer durch einen Ruhrmotor betriebenen Spindel zertrummert und der Zysteninhalt nach gefarbten und nicht gefarbten Eiern und Larven ausgezahlt. Das Auszahlen erfolgte unter einem stereoskopischen Binokular mit Oc. 12,5 X und Objektivpaar 4 oder 8. F3r die Durchfuhrung des Vitaltestes genugte es zwar, wenn die aus feuchtem Boden gewonnenen Zysten 1 Tag in Wasser liegen, der Aufenthalt in der Farblosung sollte aber 7 Tage nicht unter- schreiten. Bei Versuchen mit Ditylenchus dipsaci brauchen die Nematoden allerdings nur 24 Stunden in der Farb]6sung zu bleiben. Durch das Anfarben des Brutinhalts mit Meldola-Blau bzw. Neublau-R wird die bisher nicht immer leichte und manchmal unsichere Trennung von gesunden Eiern und solchen, die wdhrend der Entwicklung aus naturlichen Grunden abgestorben sind, wesentlich er- leichtert, was vor allem fur Untersuchungen uber die Populationsdynamik bedeutsam sein kann. Neben ungefarbten und stark gefarbten Eiern und Larven gibt es auch Formen mit einer inter- medihren Farbung, das heifit, einzelne Farbkornchen finden sich teils im Innern der Nematoden, teils haben sie sich an den nat3rlichen Korperoffnungen abgesetzt. Bei entsprechender Vergrofierung sind derartige Tiere gut erkennbar. Sie sind zwar noch lebend, durften aber kaum noch imstande sein, zu infizieren. Daher wird man sie mit einer gewissen Berechtigung den "toten" Tieren hinzu- zdhlen durfen. Daf3 durch den Farbtest in der Tat die Entscheidung iiber die Vitalitat des Versuchs- objekts gefallt werden kann, ergibt sich sehr deutlich aus einem Versuch, den wir mit je etwa 1100 angefdrbten, handverlesenen Eiern und Larven in neunfacher Wiederholung und mit je 1200 un- gefarbten, handverlesenen Eiern und Larven in siebenfacher Wiederholung im Biotest (sterilisierter Boden, nach Vornahme der Infektion Auslegen einer Kartoffelknolle) anstellten. Im ersten Falle entwickelten sich in zwei Gefassen nur je eine Zyste, im zweiten Falle hingegen bis zu 34 (Mittel 21) Zysten. Beide Farbstoffe sind auch verwendbar, wenn die Zysten zuvor mit nematiziden Stoffen in Ber3hrung gekommen sind. Durch den Farbtest kann dann deutlich die nematizide Wirkung ermittelt werden. Meldola-Blau hat sich somit als ein zur Bestimmung der Vitalitat pflanzenparasitarer Nematoden brauchbarer und dem Neublau-R ebenburtiger Farbstoff erwiesen; es kann den zeitaufwendigen Biotest ersetzen. SHEPHERD, AUDREY, M. (1962). New blue-R, a stain that differentiates between living and dead nematodes. Nematologica 8, 201-208. 1) Biologische Bundesanstalt, Münster (Westf.), Deutschland. 2) Neublau-R Meldola-Blau = -N(C2 H5)2. 3) Hierfür sei Dr. Shepherd bestens gedankt. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Nematologica Brill

Vergleichende Versuche über die Fälrbung mit Meldola-Blau und Neublau-R als Vitalitätstest fiir pflanzenparasitäre Nematoden

Nematologica, Volume 11 (1): 155 – Jan 1, 1965
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Publisher
Brill
Copyright
© 1965 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0028-2596
eISSN
1875-2926
D.O.I.
10.1163/187529265X00591
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Abstract

SHORT COMMUNICATION H. GOFFART1): Vergleichende Versuche über die Fälrbung mit Meldola-Blau und Neublau-R als Vitalitätstest fiir pflanzenparasitäre Nematoden. Shepherd (1962) beschrieb ein Verfahren, durch Verwendung von Neublau-R lebende und tote Nematoden voneinander zu unterscheiden. Wahrend lebende Nematoden ungefarbt bleiben, werden tote Tiere nach Anfarben mit Neublau-R mauvefarben bis tiefpurpur. Bei unseren Versuchen benutz- ten wir Meldola-Blau, einen dem Neublau-R nahe verwandten Farbstoff der Firma Chroma-Gesell- schaft Schmid und Co., Stuttgart-Untert3rkheim 2). Der Farbstoff ist wasserlbslich und nicht toxisch. Dr. Shepherd uberlief3 mir freundlicherweise eine kleine Menge von Neublau-R, sodaQ es gleich- zeitig moglich war, beide Farbstoffe miteinander zu vergleichen 3). F3r die Versuche benutzten wir Zysten von Heterodera ro.rtochien.ri.r, die aus feuchter Erde gewonnen waren und zunachst zwischen 24 und 96 Stunden in Wasser aufgehoben wurden. Trockene Zysten müssen entsprechend langer in Wasser vorquellen. Bei dem Verfahren sollte destilliertes Wasser verwendet und mindestens einmal gewechselt werden, da sonst die Gefahr einer Ausflockung des Farbstoffs besteht. Nach Ablauf der genannten Zeit wurde ein Teil der Zysten vor Anwendung des Farbtestes bestimmten Nematiziden (DD, Methylisothiocyanat, Vapam) 24 Stunden bei 30° C in Dampfform ausgesetzt. Vergleichsweise wurden dieselben Versuche auch mit Neublau-R angestellt. Jede Versuchsreihe bestand aus 20 Zysten mit Brutinhalt. Nach dem Farben in 0,05% wassriger Losung, das 7 Tage dauerte, wurden die Zystenschalen mit Hilfe einer durch einen Ruhrmotor betriebenen Spindel zertrummert und der Zysteninhalt nach gefarbten und nicht gefarbten Eiern und Larven ausgezahlt. Das Auszahlen erfolgte unter einem stereoskopischen Binokular mit Oc. 12,5 X und Objektivpaar 4 oder 8. F3r die Durchfuhrung des Vitaltestes genugte es zwar, wenn die aus feuchtem Boden gewonnenen Zysten 1 Tag in Wasser liegen, der Aufenthalt in der Farblosung sollte aber 7 Tage nicht unter- schreiten. Bei Versuchen mit Ditylenchus dipsaci brauchen die Nematoden allerdings nur 24 Stunden in der Farb]6sung zu bleiben. Durch das Anfarben des Brutinhalts mit Meldola-Blau bzw. Neublau-R wird die bisher nicht immer leichte und manchmal unsichere Trennung von gesunden Eiern und solchen, die wdhrend der Entwicklung aus naturlichen Grunden abgestorben sind, wesentlich er- leichtert, was vor allem fur Untersuchungen uber die Populationsdynamik bedeutsam sein kann. Neben ungefarbten und stark gefarbten Eiern und Larven gibt es auch Formen mit einer inter- medihren Farbung, das heifit, einzelne Farbkornchen finden sich teils im Innern der Nematoden, teils haben sie sich an den nat3rlichen Korperoffnungen abgesetzt. Bei entsprechender Vergrofierung sind derartige Tiere gut erkennbar. Sie sind zwar noch lebend, durften aber kaum noch imstande sein, zu infizieren. Daher wird man sie mit einer gewissen Berechtigung den "toten" Tieren hinzu- zdhlen durfen. Daf3 durch den Farbtest in der Tat die Entscheidung iiber die Vitalitat des Versuchs- objekts gefallt werden kann, ergibt sich sehr deutlich aus einem Versuch, den wir mit je etwa 1100 angefdrbten, handverlesenen Eiern und Larven in neunfacher Wiederholung und mit je 1200 un- gefarbten, handverlesenen Eiern und Larven in siebenfacher Wiederholung im Biotest (sterilisierter Boden, nach Vornahme der Infektion Auslegen einer Kartoffelknolle) anstellten. Im ersten Falle entwickelten sich in zwei Gefassen nur je eine Zyste, im zweiten Falle hingegen bis zu 34 (Mittel 21) Zysten. Beide Farbstoffe sind auch verwendbar, wenn die Zysten zuvor mit nematiziden Stoffen in Ber3hrung gekommen sind. Durch den Farbtest kann dann deutlich die nematizide Wirkung ermittelt werden. Meldola-Blau hat sich somit als ein zur Bestimmung der Vitalitat pflanzenparasitarer Nematoden brauchbarer und dem Neublau-R ebenburtiger Farbstoff erwiesen; es kann den zeitaufwendigen Biotest ersetzen. SHEPHERD, AUDREY, M. (1962). New blue-R, a stain that differentiates between living and dead nematodes. Nematologica 8, 201-208. 1) Biologische Bundesanstalt, Münster (Westf.), Deutschland. 2) Neublau-R Meldola-Blau = -N(C2 H5)2. 3) Hierfür sei Dr. Shepherd bestens gedankt.

Journal

NematologicaBrill

Published: Jan 1, 1965

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