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Text und Bild Andreas Bihrer (Freiburg) Bemerkungen zur Visualisierung literarischer Texte im 14. Jahrhundert Von der Ahnlichkeit, welche die Poesie und Malerei mit einander haben, macht sich Spence die allerseltsamsten Begriffe. Er glaubet, daB beide Ki.inste bei den Alten so genau verbunden gewesen, daB sie bestiindig Hand in Hand gegangen, und der Dichter nie den Maler, der Maler nie den Dichter aus den Augen verloren babe. DaB die Poesie die weitere Kunst ist; daB ihr Schonheiten zu Gebote stehen, welche die Malerei nicht zu erreichen vermag [ ... ]: daran scheinet er gar nicht gedacht zu haben. Und weiter: ,,Es bleibt dabei: die Zeitfolge ist das Gebiete des Dichters." Lessing sieht in seiner 1766 gedruckten Schrift Laokoon: oder iiber die Gren­ zen der Malerei und Poesie die Dichtung und die bildende Kunst als Konkurren­ ten, von denen die Poesie der tiberlegene sei. Der groBte Mangel der bildenden Kunst sei, so Lessing, daB sie keine Handlungen darstellen und somit nicht erzahlen konne. Das Verhaltnis der beiden Ktinste wie auch das Urteil Lessings soil im folgenden an einer Gattung tiberprtift werden, der selbst Lessing eine gewisse, wenn auch gegentiber der Dichtkunst geringere Achtung entgegen­ brachte: ,,Wie kommt es, daB wir dem Ktinstler nichts von http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Poetica Brill

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Poetica , Volume 29 (3-4): 35 – Aug 14, 1997

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0303-4178
eISSN
2589-0530
DOI
10.30965/25890530-0290304003
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Abstract

Andreas Bihrer (Freiburg) Bemerkungen zur Visualisierung literarischer Texte im 14. Jahrhundert Von der Ahnlichkeit, welche die Poesie und Malerei mit einander haben, macht sich Spence die allerseltsamsten Begriffe. Er glaubet, daB beide Ki.inste bei den Alten so genau verbunden gewesen, daB sie bestiindig Hand in Hand gegangen, und der Dichter nie den Maler, der Maler nie den Dichter aus den Augen verloren babe. DaB die Poesie die weitere Kunst ist; daB ihr Schonheiten zu Gebote stehen, welche die Malerei nicht zu erreichen vermag [ ... ]: daran scheinet er gar nicht gedacht zu haben. Und weiter: ,,Es bleibt dabei: die Zeitfolge ist das Gebiete des Dichters." Lessing sieht in seiner 1766 gedruckten Schrift Laokoon: oder iiber die Gren­ zen der Malerei und Poesie die Dichtung und die bildende Kunst als Konkurren­ ten, von denen die Poesie der tiberlegene sei. Der groBte Mangel der bildenden Kunst sei, so Lessing, daB sie keine Handlungen darstellen und somit nicht erzahlen konne. Das Verhaltnis der beiden Ktinste wie auch das Urteil Lessings soil im folgenden an einer Gattung tiberprtift werden, der selbst Lessing eine gewisse, wenn auch gegentiber der Dichtkunst geringere Achtung entgegen­ brachte: ,,Wie kommt es, daB wir dem Ktinstler nichts von

Journal

PoeticaBrill

Published: Aug 14, 1997

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