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Stephan Steiner: Weimar in Amerika. Leo Strauss’ Politische Philosophie (=Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, Nr. 76), Tübingen: Mohr-Siebeck 2013, S. XIII + 307.

Stephan Steiner: Weimar in Amerika. Leo Strauss’ Politische Philosophie (=Schriftenreihe... Buchbesprechungen mensurable überhaupt wahrzunehmen, zu denken und zu reflektieren. Das In- kommensurable erscheint vielmehr als Hindernis, als eine Verletzung des Identitätsprinzips, und muss deshalb beseitigt, ‚gleichgemacht werden, geschlif- fen‘. Auch hier handelt es sich um ein Prinzip des Denkens, das einen wesentli- chen Zug der modernen bürgerlichen Gesellschaft bildet und in ‚Auschwitz‘ sei- nen radikalen Ausdruck findet.“ (S. 275). Während Kierkegaard jedoch noch daran ‚glaubt‘, dass sich Subjektivität gera- de in extremen Situationen (=Grenzerfahrungen) konstituiert, der Verlust aller Maßstäbe für das Verstehen des Außen das Subjekt zu sich selbst führt, so leitet eben nach Adorno, einem Bewunderer Samuel Becketts, dieser Verlust zu keinem „Ausweg“: Es gibt keine „Möglichkeit einer Selbstfindung“ (S. 190). Aber Fatalismus ist für Angermann nicht die Konsequenz aus Adornos Theorie: Die „Erkenntnis über die Faktoren der eigenen Verunmöglichung [der Ironie, M.A.]“ „eröffnet“ „gerade die Möglichkeit […], aus der prekären Situation heraus einen Blick auf die Inkommensurabilität zu riskieren, die immer verdeckter, subtiler wird, aber noch besteht. Gerade die beschädigte Ironie hält die Wunde der Negativität offen – und damit den inneren Impuls der Kritik.“ (S. 286). Es irritiert ein wenig, dass der hoch differenziert schreibende Autor von „Spät- kapitalismus“ (S. 19, S. 180, S. 254) spricht, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Stephan Steiner: Weimar in Amerika. Leo Strauss’ Politische Philosophie (=Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, Nr. 76), Tübingen: Mohr-Siebeck 2013, S. XIII + 307.

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
DOI
10.1163/15700739-90000139
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Abstract

Buchbesprechungen mensurable überhaupt wahrzunehmen, zu denken und zu reflektieren. Das In- kommensurable erscheint vielmehr als Hindernis, als eine Verletzung des Identitätsprinzips, und muss deshalb beseitigt, ‚gleichgemacht werden, geschlif- fen‘. Auch hier handelt es sich um ein Prinzip des Denkens, das einen wesentli- chen Zug der modernen bürgerlichen Gesellschaft bildet und in ‚Auschwitz‘ sei- nen radikalen Ausdruck findet.“ (S. 275). Während Kierkegaard jedoch noch daran ‚glaubt‘, dass sich Subjektivität gera- de in extremen Situationen (=Grenzerfahrungen) konstituiert, der Verlust aller Maßstäbe für das Verstehen des Außen das Subjekt zu sich selbst führt, so leitet eben nach Adorno, einem Bewunderer Samuel Becketts, dieser Verlust zu keinem „Ausweg“: Es gibt keine „Möglichkeit einer Selbstfindung“ (S. 190). Aber Fatalismus ist für Angermann nicht die Konsequenz aus Adornos Theorie: Die „Erkenntnis über die Faktoren der eigenen Verunmöglichung [der Ironie, M.A.]“ „eröffnet“ „gerade die Möglichkeit […], aus der prekären Situation heraus einen Blick auf die Inkommensurabilität zu riskieren, die immer verdeckter, subtiler wird, aber noch besteht. Gerade die beschädigte Ironie hält die Wunde der Negativität offen – und damit den inneren Impuls der Kritik.“ (S. 286). Es irritiert ein wenig, dass der hoch differenziert schreibende Autor von „Spät- kapitalismus“ (S. 19, S. 180, S. 254) spricht,

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Oct 13, 2014

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