Soziologische Anmerkungen zum Buch Hiob

Soziologische Anmerkungen zum Buch Hiob ALPHONS SILBERMANN Soziologische Anmerkungen zum Buch Hiob I. Bei dem Unterfangen, soziologische Aspekte des Buches Hiob her- auszuarbeiten, ist vorderhand zu prffen, ob sich im Sinne des Selbstver- stdndnisses der Soziologie in dieser zu Anfang des 5. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung entstandenen biblischen Dichtung gesellschaftli- che Relevanzen finden. Dem muB wohl so sein, wenn wir von seiten der Historiker lesen, daB das Buch Hiob Klarheit in der Gedankentriibung der Zeitgenossen, d. h. der Denkenden innerhalb der babylonisch-judi- schen Gemeinde bringen sollte; daB es Belehrung bezweckte, allerdings nicht mehr in der so anziehenden Weise des Psalmes oder der Spruch- weisheit.1 Eine derartig vorgebrachte gesellschaftliche Relevanz bel£0t den soziologischen Blick in der Vergangenheit, was der Soziologie als einer Gegenwartswissenschaft nicht genugen darf. Drum hat sich der Soziologe in der Gegenwartsgesellschaft umzusehen, hat festzustellen, ob sich dort zumindest Indizien finden, die darauf hindeuten, daB dieser Versuchungsgeschichte gesellschaftliche Erheblichkeit zugewiesen wer- den kann. In der Tat finden wir sie in dem die Gesellschaft umgebenden Sym- bolmilieu, und zwar nicht - wie man vermeinen mochte - nur in der Li- te----tur, Ala!crc; . --.- ll · teratur, Bildhaucrci und Euchillu5t.Ltitiûíl, SùilJ¿fil v wi alicill 1111 Sprachgebrauch. Oder etwa nicht, wenn gesagt wird: "Das http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Soziologische Anmerkungen zum Buch Hiob

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Publisher
Brill
Copyright
© 1989 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007389X00019
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Abstract

ALPHONS SILBERMANN Soziologische Anmerkungen zum Buch Hiob I. Bei dem Unterfangen, soziologische Aspekte des Buches Hiob her- auszuarbeiten, ist vorderhand zu prffen, ob sich im Sinne des Selbstver- stdndnisses der Soziologie in dieser zu Anfang des 5. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung entstandenen biblischen Dichtung gesellschaftli- che Relevanzen finden. Dem muB wohl so sein, wenn wir von seiten der Historiker lesen, daB das Buch Hiob Klarheit in der Gedankentriibung der Zeitgenossen, d. h. der Denkenden innerhalb der babylonisch-judi- schen Gemeinde bringen sollte; daB es Belehrung bezweckte, allerdings nicht mehr in der so anziehenden Weise des Psalmes oder der Spruch- weisheit.1 Eine derartig vorgebrachte gesellschaftliche Relevanz bel£0t den soziologischen Blick in der Vergangenheit, was der Soziologie als einer Gegenwartswissenschaft nicht genugen darf. Drum hat sich der Soziologe in der Gegenwartsgesellschaft umzusehen, hat festzustellen, ob sich dort zumindest Indizien finden, die darauf hindeuten, daB dieser Versuchungsgeschichte gesellschaftliche Erheblichkeit zugewiesen wer- den kann. In der Tat finden wir sie in dem die Gesellschaft umgebenden Sym- bolmilieu, und zwar nicht - wie man vermeinen mochte - nur in der Li- te----tur, Ala!crc; . --.- ll · teratur, Bildhaucrci und Euchillu5t.Ltitiûíl, SùilJ¿fil v wi alicill 1111 Sprachgebrauch. Oder etwa nicht, wenn gesagt wird: "Das

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1989

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