Samuel Sandmel: Philos Place in Judaism: A Study of Conceptions of Abraham in Jewish Literature. Augmented edition, Ktav Publishing House New York, 1971, XXIX, 232 pp. (Erstveröffentlichung in Hebrew Union College Annual 25, 1954, 209-237; 26, 1955, 151-332; monographisch Cincinnati 1956)

Samuel Sandmel: Philos Place in Judaism: A Study of Conceptions of Abraham in Jewish Literature.... 176 Buchbesprechungen Samuel Sandmel: Philos Place in Judaism: A Study of Conceptions of Abraham in Jewish Literature. Augmented edition, Ktav Publishing House New York, 1971, XXIX, 232 pp. (Erstveröffentlichung in Hebrew Union College Annual 25, 1954, 209-237; 26, 1955, 151-332; monographisch Cincinnati 1956). Sandmels im erweiterten Nachdruck vorliegende anregende und beachte.nswerte Studie bem3ht sich um die religions- und geistesgeschiditliche Stellung Philos im Judentum, eines der - kontrovers behandelten - Hauptrobleme der Forschung. Philo erscheint dem Autor als "someone outside the ultimately dominant rabbinic Judaism" (210), Philos Judentum wird als "marginal, aberrative version" (211) gewertet. Seine Hellenisierung ist so vollstandig wie einem der Torah gegeniiber loyalen Juden nur moglich ; der Unterschied zwischen Philo und den Rabbinen in ihrer Sicht von Judentum entspricht dem zwischen philosophischer Mystik und halachischer Gesetzlichkeit; schlieglich hat Philo entweder keine Kenntnis der rabbinischen Exegese, oder aber er verwirft ihren charakteristisdlen Inhalt (ebd). Das verbindende Element zwischen Philo und dem Rabbinat ist die Bibel als ihr gemeinsames Erbe (26), deren - je eigenstandige - Auslegung zu "relatively common deductions" (25) fihrt, weshalb Parallelen nicht auf eine Abhangigkeit Philos von den Rabbinen schliegen lassen (22.210). Diese weitreichenden und vielfach generalisierenden Ergebnisse gewinnt Sandmel aus der im Hauptteil des Buchs (30-211) er6rterten Konz.eptiori Abrahams, die Philo in De Abrabamo ("the literal Abraham", 104-141) und De migratione Abrahami ("the allegorical Abraham", 141-185) entwickelt, während die nicht- philonischen Gestalten des Patriarchen in der jiidischen Literatur (30-95) den Hintergrund der Darstellung abgeben. Dcr Nachdruck wurde um eine Einleitung (IX-XXVIII) und ein den Ge- brauch erleichterndes Sachverzeichnis (219-232) erweitert. Neben einer nicht voll- stdndigen "brief bibliographical note" (IX-X) enthalt die Einleitung Bemer- kungen zu "Philo and Gnosticism" (X-XVII), die, nur in sehr lockerem Zusammenhang mit dem Buch selbst stehend, ein neueres Problem der Philo- forschung markieren. Sandmel sieht keinen Gewinn darin, Philo mit dem Etikett eines Gnostikers zu versehen (XXV). Ob dem Autor mit diesem Abschnitt der Einleitung ein iiber den - von Versehen nicht ganz freien - Hinweis auf bisherige Literatur hinausgehender Beitrag gelungen ist, mag fraglich sein. Wolfgang Reister Buchbesprechungen Günter Mayer: Ein Zaun um die Tora. Tradition und Interpretation im Rabbi- nischen Recht dargestellt am Toseftatraktat Kil'ajim, Kohlhammer Verlag Stuttgart 1973, 83 pp. Dies Bilchlein ist eine Art Einf3hrung in die talmudische Literatur durch cine Seitent3r: den Toseftatraktat Kil'ajim. Dieser behandelt die verbotenen Art- misehungen - im wesentlichen nach Lev. 19, 19 und Deut. 22, 9-11 -, eine so entlegene Vorschriftengruppe, da6 die einzige noch befolgte Vorschrift, Sa'atnes, und die Moglichkeit ihrer Befolgung heute nur noch wenigen bekannt ist. Und Tosefta ist der Teil der Uberlieferung, der bewuf3t nicht in die Mischna aufge- nommen wurde. Zunachst mochte man von dieser Quelle neue Aufschlusse iiber die vor-mischnaische Tradition erhoffen; aber schlieglich geht doch Tosefta, iiber R. Hijja und R. Nechemja, ebenso wie Mischna uber Rabbi und R. Meir, doch wieder auf die Schule des R.'Aqiba zuruck. Verf. gibt einen gro6en Teil des Traktats in guter Obersetzung mit vielen Anmerkungen und Referenzen zu anderem rabbinischen Schrifltum und j3disdaen wie nidatj3disdaen antiken Quellen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Samuel Sandmel: Philos Place in Judaism: A Study of Conceptions of Abraham in Jewish Literature. Augmented edition, Ktav Publishing House New York, 1971, XXIX, 232 pp. (Erstveröffentlichung in Hebrew Union College Annual 25, 1954, 209-237; 26, 1955, 151-332; monographisch Cincinnati 1956)

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BRILL
Copyright
© 1974 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007374X00367
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Abstract

176 Buchbesprechungen Samuel Sandmel: Philos Place in Judaism: A Study of Conceptions of Abraham in Jewish Literature. Augmented edition, Ktav Publishing House New York, 1971, XXIX, 232 pp. (Erstveröffentlichung in Hebrew Union College Annual 25, 1954, 209-237; 26, 1955, 151-332; monographisch Cincinnati 1956). Sandmels im erweiterten Nachdruck vorliegende anregende und beachte.nswerte Studie bem3ht sich um die religions- und geistesgeschiditliche Stellung Philos im Judentum, eines der - kontrovers behandelten - Hauptrobleme der Forschung. Philo erscheint dem Autor als "someone outside the ultimately dominant rabbinic Judaism" (210), Philos Judentum wird als "marginal, aberrative version" (211) gewertet. Seine Hellenisierung ist so vollstandig wie einem der Torah gegeniiber loyalen Juden nur moglich ; der Unterschied zwischen Philo und den Rabbinen in ihrer Sicht von Judentum entspricht dem zwischen philosophischer Mystik und halachischer Gesetzlichkeit; schlieglich hat Philo entweder keine Kenntnis der rabbinischen Exegese, oder aber er verwirft ihren charakteristisdlen Inhalt (ebd). Das verbindende Element zwischen Philo und dem Rabbinat ist die Bibel als ihr gemeinsames Erbe (26), deren - je eigenstandige - Auslegung zu "relatively common deductions" (25) fihrt, weshalb Parallelen nicht auf eine Abhangigkeit Philos von den Rabbinen schliegen lassen (22.210). Diese weitreichenden und vielfach generalisierenden Ergebnisse gewinnt Sandmel aus der im Hauptteil des Buchs (30-211) er6rterten Konz.eptiori Abrahams, die Philo in De Abrabamo ("the literal Abraham", 104-141) und De migratione Abrahami ("the allegorical Abraham", 141-185) entwickelt, während die nicht- philonischen Gestalten des Patriarchen in der jiidischen Literatur (30-95) den Hintergrund der Darstellung abgeben. Dcr Nachdruck wurde um eine Einleitung (IX-XXVIII) und ein den Ge- brauch erleichterndes Sachverzeichnis (219-232) erweitert. Neben einer nicht voll- stdndigen "brief bibliographical note" (IX-X) enthalt die Einleitung Bemer- kungen zu "Philo and Gnosticism" (X-XVII), die, nur in sehr lockerem Zusammenhang mit dem Buch selbst stehend, ein neueres Problem der Philo- forschung markieren. Sandmel sieht keinen Gewinn darin, Philo mit dem Etikett eines Gnostikers zu versehen (XXV). Ob dem Autor mit diesem Abschnitt der Einleitung ein iiber den - von Versehen nicht ganz freien - Hinweis auf bisherige Literatur hinausgehender Beitrag gelungen ist, mag fraglich sein. Wolfgang Reister Buchbesprechungen Günter Mayer: Ein Zaun um die Tora. Tradition und Interpretation im Rabbi- nischen Recht dargestellt am Toseftatraktat Kil'ajim, Kohlhammer Verlag Stuttgart 1973, 83 pp. Dies Bilchlein ist eine Art Einf3hrung in die talmudische Literatur durch cine Seitent3r: den Toseftatraktat Kil'ajim. Dieser behandelt die verbotenen Art- misehungen - im wesentlichen nach Lev. 19, 19 und Deut. 22, 9-11 -, eine so entlegene Vorschriftengruppe, da6 die einzige noch befolgte Vorschrift, Sa'atnes, und die Moglichkeit ihrer Befolgung heute nur noch wenigen bekannt ist. Und Tosefta ist der Teil der Uberlieferung, der bewuf3t nicht in die Mischna aufge- nommen wurde. Zunachst mochte man von dieser Quelle neue Aufschlusse iiber die vor-mischnaische Tradition erhoffen; aber schlieglich geht doch Tosefta, iiber R. Hijja und R. Nechemja, ebenso wie Mischna uber Rabbi und R. Meir, doch wieder auf die Schule des R.'Aqiba zuruck. Verf. gibt einen gro6en Teil des Traktats in guter Obersetzung mit vielen Anmerkungen und Referenzen zu anderem rabbinischen Schrifltum und j3disdaen wie nidatj3disdaen antiken Quellen.

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Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1974

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