"Risiko und Wagnis" Interdisziplinäre Ansätze als Herausforderung der industriellen Welt

"Risiko und Wagnis" Interdisziplinäre Ansätze als Herausforderung der industriellen Welt "Risiko und Wagnis" Interdisziplinäre Ansätze als Herausforderung der industriellen Welt Tschemobyl. Bhopal. Ozonloch. Die Januskbpfigkeit unserer "modernen" Zivilisation zeigt sich an diesen zu traurigen Symbolen des Fortschritts gewordenen Begriffen. Genmutationen, unkontrollierbare und Jahrtausende wahrende Strahlungsverfallsprozesse, eine vergiftete Umwelt und damit ein- hergehendes Absterben von Fauna und Flora sprechen dem menschlichen Denken und Handeln ein beredtes Zeugnis. Die Lage der modemen Welt scheint zementiert in falschem Fortschritts-, kurzfristigem Gewinndenken und einer uniiberschaubaren Zersplitterung aller menschlichen Wissenschaf- ten und Titigkeiten. Ohne Riickbindung an das Ganze des Wirklichen, steht dem riicksichtslosen Marschtritt von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik die Rilckschrittlichkeit des Wachens und Wachsens menschlicher Verantwor- tung fiir alles Leben auf unserem Planeten beinahe hilflos gegenuber. Die faktische Krisensituation hat langst jede eingrenzbare Regionalitatund Temporalitat iiberholt. Die Konzentration auf die Technik hat die Besinnung auf den Menschen verdrangt und wo heute Grol3risiken globalen AusmaBes erzeugt werden, trifft man zu oft ein archaisch anmutendes Risiko- und WertbewuBtsein: Der Fortschritt unserer hochtechnisierten Welt wirft seine langen Schatten nicht nur auf seinen Erzeuger, den Menschen, sondem auf die Schtipfung im Ganzen. Erfordemis der Stunde ist nicht Parteinahme fiir oder gegen die Technik, sondem eine niichterne Bestandsanalyse. Doch Zahlen alleine bringen nicht weiter. Die sogenannten Sachzwange http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

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Publisher
BRILL
Copyright
© 1992 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007392X00259
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Abstract

"Risiko und Wagnis" Interdisziplinäre Ansätze als Herausforderung der industriellen Welt Tschemobyl. Bhopal. Ozonloch. Die Januskbpfigkeit unserer "modernen" Zivilisation zeigt sich an diesen zu traurigen Symbolen des Fortschritts gewordenen Begriffen. Genmutationen, unkontrollierbare und Jahrtausende wahrende Strahlungsverfallsprozesse, eine vergiftete Umwelt und damit ein- hergehendes Absterben von Fauna und Flora sprechen dem menschlichen Denken und Handeln ein beredtes Zeugnis. Die Lage der modemen Welt scheint zementiert in falschem Fortschritts-, kurzfristigem Gewinndenken und einer uniiberschaubaren Zersplitterung aller menschlichen Wissenschaf- ten und Titigkeiten. Ohne Riickbindung an das Ganze des Wirklichen, steht dem riicksichtslosen Marschtritt von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik die Rilckschrittlichkeit des Wachens und Wachsens menschlicher Verantwor- tung fiir alles Leben auf unserem Planeten beinahe hilflos gegenuber. Die faktische Krisensituation hat langst jede eingrenzbare Regionalitatund Temporalitat iiberholt. Die Konzentration auf die Technik hat die Besinnung auf den Menschen verdrangt und wo heute Grol3risiken globalen AusmaBes erzeugt werden, trifft man zu oft ein archaisch anmutendes Risiko- und WertbewuBtsein: Der Fortschritt unserer hochtechnisierten Welt wirft seine langen Schatten nicht nur auf seinen Erzeuger, den Menschen, sondem auf die Schtipfung im Ganzen. Erfordemis der Stunde ist nicht Parteinahme fiir oder gegen die Technik, sondem eine niichterne Bestandsanalyse. Doch Zahlen alleine bringen nicht weiter. Die sogenannten Sachzwange

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Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1992

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