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Proklos’ Argument aus De malorum subsistentia 31,5–21 in der modernen Interpretation

Proklos’ Argument aus De malorum subsistentia 31,5–21 in der modernen Interpretation Proklos’ Argument aus De malorum subsistentia 31,5–21 in der modernen Interpretation Christian Schäfer, Universität Regensburg Das Problem der Möglichkeit einer Existenz von Bösem im Plotinischen Sy- stem, dessen Grunddogma die Annahme eines alleinigen und vollkommen guten ontologischen Grunds für alles Seiende darstellt, ist nach wie vor eine Art Gretchenfrage einer schlüssigen Gesamtinterpretation Plotins. Wenn nämlich das Auftreten von Bösem hier nicht geleugnet werden soll, das Böse aber augenscheinlich keine andere Ursache als das gute Erste haben kann, so scheint das Gute als Ursache des Bösen naheliegenderweise selbst – zumindest zum Teil, nämlich indem es Böses wirkt – als böse angesehen werden zu müssen. Daß das Gute aber irgendwie böse sei, schließt Plotin nachdrücklich aus (Enn. I.8[51].2,25 f, II.9[33].13,27 ff u. ö.). Plotin selbst hat das Böse keineswegs geleugnet (es sei notwendig, sagt er in I.8.6 wiederholt im Anschluß an Platons Äußerung in Theaitetos 176a), daneben aber am vollkommenen, abstrichslosen Gutsein des ersten Prinzips festgehal- ten. Als das Böse hat er dabei augenscheinlich plausiblerweise diejenige Deri- vationsstufe vom Ersten her identifiziert, die dem Guten am weitesten entfernt steht, also ontologisch am unähnlichsten ist, nämlich die Materie : Textstellen wie I.8.3,35 ff; 5,8 f; 12,5; 13,9, etc. scheinen ausdrücklich dafür zu http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Proklos’ Argument aus De malorum subsistentia 31,5–21 in der modernen Interpretation

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00201013
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Abstract

Proklos’ Argument aus De malorum subsistentia 31,5–21 in der modernen Interpretation Christian Schäfer, Universität Regensburg Das Problem der Möglichkeit einer Existenz von Bösem im Plotinischen Sy- stem, dessen Grunddogma die Annahme eines alleinigen und vollkommen guten ontologischen Grunds für alles Seiende darstellt, ist nach wie vor eine Art Gretchenfrage einer schlüssigen Gesamtinterpretation Plotins. Wenn nämlich das Auftreten von Bösem hier nicht geleugnet werden soll, das Böse aber augenscheinlich keine andere Ursache als das gute Erste haben kann, so scheint das Gute als Ursache des Bösen naheliegenderweise selbst – zumindest zum Teil, nämlich indem es Böses wirkt – als böse angesehen werden zu müssen. Daß das Gute aber irgendwie böse sei, schließt Plotin nachdrücklich aus (Enn. I.8[51].2,25 f, II.9[33].13,27 ff u. ö.). Plotin selbst hat das Böse keineswegs geleugnet (es sei notwendig, sagt er in I.8.6 wiederholt im Anschluß an Platons Äußerung in Theaitetos 176a), daneben aber am vollkommenen, abstrichslosen Gutsein des ersten Prinzips festgehal- ten. Als das Böse hat er dabei augenscheinlich plausiblerweise diejenige Deri- vationsstufe vom Ersten her identifiziert, die dem Guten am weitesten entfernt steht, also ontologisch am unähnlichsten ist, nämlich die Materie : Textstellen wie I.8.3,35 ff; 5,8 f; 12,5; 13,9, etc. scheinen ausdrücklich dafür zu

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 1999

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