Philosemitismus Im Barock

Philosemitismus Im Barock SHORTER NOTES PHILOSEMITISMUS IM BAROCK Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die modernen Bestrebungen eine judisch-christliche Verstandigung einzuleiten, wie sie etwa in der alljahrlich abgehaltenen "Woche der Br3derlichkeit" versucht wird, alte Ahnen hat. Insbesonders im 17. Jahrhundert, das immer noch im Halbschatten steht und der gelehrten Forschung erst nach und nach seine Geheimnisse erschliesst, ist dies der Fall gewesen. Die christ- lichen Annaherungsversuche an die Juden in jenem seltsamen Jahr- hundert zwischen Reformation und Aufklarung sind von mir in einem kurzlich im Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen, erschienenen Werk Philo- semitismus im Barock erstmalig dargestellt worden. Aus verschollenen Schriften und Urkunden, ungedruckten Briefen und Reiseberichten, meist schwedischen Archiven entstammend, gelang es mir, einige v6l- lig unbekannte Trager philosemitischer Bestrebungen wieder zu ent- decken. Die Geschichte des Antisemitismus ist schon wiederholt geschrieben worden, die des Philosemitismus noch nie. Freilich verhalten sie sich zueinander wie ein trige fliessendes Rinnsal zu einem breiten Strom. Doch die Motive, die zum Philosemitismus fuhren, sind mindestens so interessant wie die entgegengesetzten - wiewohl in ganz anderen Hin- sichten. Soweit ich sehe, sind von der Antike bis zur Gegenwart ffnf verschiedene Typen des Philosemitismus zu unterscheiden: i. der christlich-missionarische Typus, dem das Judentum in http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Numen Brill

Philosemitismus Im Barock

Numen , Volume 2 (1): 135 – Jan 1, 1955

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Publisher
BRILL
Copyright
© 1955 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0029-5973
eISSN
1568-5276
D.O.I.
10.1163/156852755X00042
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Abstract

SHORTER NOTES PHILOSEMITISMUS IM BAROCK Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die modernen Bestrebungen eine judisch-christliche Verstandigung einzuleiten, wie sie etwa in der alljahrlich abgehaltenen "Woche der Br3derlichkeit" versucht wird, alte Ahnen hat. Insbesonders im 17. Jahrhundert, das immer noch im Halbschatten steht und der gelehrten Forschung erst nach und nach seine Geheimnisse erschliesst, ist dies der Fall gewesen. Die christ- lichen Annaherungsversuche an die Juden in jenem seltsamen Jahr- hundert zwischen Reformation und Aufklarung sind von mir in einem kurzlich im Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen, erschienenen Werk Philo- semitismus im Barock erstmalig dargestellt worden. Aus verschollenen Schriften und Urkunden, ungedruckten Briefen und Reiseberichten, meist schwedischen Archiven entstammend, gelang es mir, einige v6l- lig unbekannte Trager philosemitischer Bestrebungen wieder zu ent- decken. Die Geschichte des Antisemitismus ist schon wiederholt geschrieben worden, die des Philosemitismus noch nie. Freilich verhalten sie sich zueinander wie ein trige fliessendes Rinnsal zu einem breiten Strom. Doch die Motive, die zum Philosemitismus fuhren, sind mindestens so interessant wie die entgegengesetzten - wiewohl in ganz anderen Hin- sichten. Soweit ich sehe, sind von der Antike bis zur Gegenwart ffnf verschiedene Typen des Philosemitismus zu unterscheiden: i. der christlich-missionarische Typus, dem das Judentum in

Journal

NumenBrill

Published: Jan 1, 1955

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