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Missionarische Umkehr und Klärung der Rollen. Zwei Seiten der einen Medaille der Instruktion

Missionarische Umkehr und Klärung der Rollen. Zwei Seiten der einen Medaille der Instruktion 1Die SchweigespiraleDie bekannte Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann hat bereits in den 70er Jahren den Begriff der Schweigespirale geprägt: Je weniger die eigene Meinung dem Trend in der medial vermittelten Öffentlichkeit entspricht, umso weniger trauen sich Menschen, Dissens zu äußern.1 Doch durch ihr Schweigen entsteht am Ende der Eindruck, es gebe überhaupt nur noch eine Meinung, nämlich die öffentlich präsente. Sie erscheint nun alternativlos. Diese Spirale lässt sich auch in der innerkirchlichen Diskussion beobachten, insbesondere auch bei den Äußerungen zur Zukunft der Pfarrseelsorge. Deutlich ist da in den letzten Jahren ein geradezu erdrückender Konsens entstanden, der jenseits seiner Schablonen kaum mehr Platz für Differenzierung bietet. Er wird in kirchlichen Veröffentlichungen und Statements immer wieder vorgetragen, bis er als definitive Diagnose erscheint: Die Pfarrei ist chronisch krank. Doch dagegen kann man begründeten Dissens vorbringen, also die Schweigespirale durchbrechen.1. Da wird behauptet: Die Pfarrei sei am Sterben. Leben und Aktivitäten gingen zurück, Ehrenamtliche seien immer weniger zu finden, von Aufbruchsstimmung sei nichts zu spüren. Die Corona-Einschränkungen hätten diese Entwicklung geradezu eklatant beschleunigt. So erkennt Herbert Haslinger eine Krise der Gemeindepastoral: „Man stellt fest, dass ‚etwas nicht mehr passt‘, dass die Passung verloren gegangen ist. Im Fall der Gemeinde geht es um die (fehlende) http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Katholisches Kirchenrecht Brill

Missionarische Umkehr und Klärung der Rollen. Zwei Seiten der einen Medaille der Instruktion

Archiv für Katholisches Kirchenrecht , Volume 188 (1): 12 – Jul 27, 2022

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0003-9160
eISSN
2589-045X
DOI
10.30965/2589045x-1880108
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Abstract

1Die SchweigespiraleDie bekannte Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann hat bereits in den 70er Jahren den Begriff der Schweigespirale geprägt: Je weniger die eigene Meinung dem Trend in der medial vermittelten Öffentlichkeit entspricht, umso weniger trauen sich Menschen, Dissens zu äußern.1 Doch durch ihr Schweigen entsteht am Ende der Eindruck, es gebe überhaupt nur noch eine Meinung, nämlich die öffentlich präsente. Sie erscheint nun alternativlos. Diese Spirale lässt sich auch in der innerkirchlichen Diskussion beobachten, insbesondere auch bei den Äußerungen zur Zukunft der Pfarrseelsorge. Deutlich ist da in den letzten Jahren ein geradezu erdrückender Konsens entstanden, der jenseits seiner Schablonen kaum mehr Platz für Differenzierung bietet. Er wird in kirchlichen Veröffentlichungen und Statements immer wieder vorgetragen, bis er als definitive Diagnose erscheint: Die Pfarrei ist chronisch krank. Doch dagegen kann man begründeten Dissens vorbringen, also die Schweigespirale durchbrechen.1. Da wird behauptet: Die Pfarrei sei am Sterben. Leben und Aktivitäten gingen zurück, Ehrenamtliche seien immer weniger zu finden, von Aufbruchsstimmung sei nichts zu spüren. Die Corona-Einschränkungen hätten diese Entwicklung geradezu eklatant beschleunigt. So erkennt Herbert Haslinger eine Krise der Gemeindepastoral: „Man stellt fest, dass ‚etwas nicht mehr passt‘, dass die Passung verloren gegangen ist. Im Fall der Gemeinde geht es um die (fehlende)

Journal

Archiv für Katholisches KirchenrechtBrill

Published: Jul 27, 2022

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