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Makulatur

Makulatur Barbara Vinken (Konstanz/Yale) Oder: Von der Schwierigkeit zu lesen Claude Simons Ler;on de choses Von Anfang an sind die Romane Claude Simons wenn nicht exempla­ risch für die Entwicklung des Nouveau Roman so doch Paradigmen des li­ teraturwissenschaftlichen Strukturalismus geworden. Der exemplarische Austausch von Theorie und Praxis, der Nouveau und Nouveau Nouveau Roman charakterisiert, läßt sich in der Bedeutung Simons für die struktura­ listische Analyse von Texten auf den Nenner einer ganzen Theorieforma­ tion bringen, so daß man zu sagen versucht ist, mit Sirnon habe der literari­ sche Strukturalismus den Nobelpreis gewonnen. Am Werk Simons läßt sich deshalb auch die Grenze der wechselseitigen Erhellung von strukturaler Theoriebildung und literarischer Praxis in den Blick nehmen - eine Gren­ ze, die sich im späteren Werk Simons vom älteren, linguistischen Struktura­ lismus verschiebt zu Problemen der intertextuellen Verfassung literarischer Texte. Die Intertextualitätsdiskussion, zu deren weiterführender Differen­ zierung Sirnon die eindrucksvollsten Beispiele liefert, geht nicht mehr auf in Rahmenkonzepten wie ,auto-generation' oder ,auto-repn!sentation'. Obwohl sich die strukturale Kritik immer um dieselbe Arbeit der Signifi­ kanten dreht, lassen sich zwei Ansätze unterscheiden, die zwei Phasen des Strukturalismus charakterisieren: eine erste, rhetorische, und eine zweite, daraus hervorgehende intertextuelle. Die erste, vom linguistischen Struktu­ ralismus geprägte http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Poetica Brill

Makulatur

Poetica , Volume 21 (3-4): 26 – Aug 7, 1989

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0303-4178
eISSN
2589-0530
DOI
10.30965/25890530-0210304008
Publisher site
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Abstract

Barbara Vinken (Konstanz/Yale) Oder: Von der Schwierigkeit zu lesen Claude Simons Ler;on de choses Von Anfang an sind die Romane Claude Simons wenn nicht exempla­ risch für die Entwicklung des Nouveau Roman so doch Paradigmen des li­ teraturwissenschaftlichen Strukturalismus geworden. Der exemplarische Austausch von Theorie und Praxis, der Nouveau und Nouveau Nouveau Roman charakterisiert, läßt sich in der Bedeutung Simons für die struktura­ listische Analyse von Texten auf den Nenner einer ganzen Theorieforma­ tion bringen, so daß man zu sagen versucht ist, mit Sirnon habe der literari­ sche Strukturalismus den Nobelpreis gewonnen. Am Werk Simons läßt sich deshalb auch die Grenze der wechselseitigen Erhellung von strukturaler Theoriebildung und literarischer Praxis in den Blick nehmen - eine Gren­ ze, die sich im späteren Werk Simons vom älteren, linguistischen Struktura­ lismus verschiebt zu Problemen der intertextuellen Verfassung literarischer Texte. Die Intertextualitätsdiskussion, zu deren weiterführender Differen­ zierung Sirnon die eindrucksvollsten Beispiele liefert, geht nicht mehr auf in Rahmenkonzepten wie ,auto-generation' oder ,auto-repn!sentation'. Obwohl sich die strukturale Kritik immer um dieselbe Arbeit der Signifi­ kanten dreht, lassen sich zwei Ansätze unterscheiden, die zwei Phasen des Strukturalismus charakterisieren: eine erste, rhetorische, und eine zweite, daraus hervorgehende intertextuelle. Die erste, vom linguistischen Struktu­ ralismus geprägte

Journal

PoeticaBrill

Published: Aug 7, 1989

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