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Leibniz’ Theorie des Raums und die Existenz von Vakua: Überlegungen zum Briefwechsel mit Clarke

Leibniz’ Theorie des Raums und die Existenz von Vakua: Überlegungen zum Briefwechsel mit Clarke Leibniz’ Theorie des Raums und die Existenz von Vakua: Überlegungen zum Briefwechsel mit Clarke* Wolfgang Malzkorn, Universität Bonn 1. Einleitung Es ist allgemein bekannt, daß die Natur des Raumes ein zentraler Gegen- stand der berühmten Debatte zwischen Gottfried Wilhelm Leibniz und Samuel Clarke aus den Jahren 1715–1716 ist. Leibniz und Clarke, der in der Debatte nicht nur den Standpunkt Newtons vertrat, sondern von diesem bei der Abfas- sung seiner Briefe sogar unterstützt wurde, streiten dabei nicht über die (geo- metrische oder physikalische) Struktur des Raumes, sondern über den onto- logischen Status desselben. Der Kernpunkt des Streites ist dabei die Frage, ob der Raum unabhängig von physikalischen Gegenständen (Körpern) exi- stiert, wie Clarke behauptet, oder nur in einer besonderen, später genauer zu untersuchenden Abhängigkeit von physikalischen Gegenständen, wie Leibniz dafürhält. In einem engen Zusammenhang mit diesem Streitpunkt steht eine weitere Meinungsverschiedenheit über die Existenz von Vakua in der Natur. Während Leibniz bestreitet, daß es leere Räume geben könne, behauptet Clarke die Existenz von Vakua. Im vorliegenden Aufsatz werde ich mich im wesentlichen mit der Leibniz- schen Position in der erwähnten Debatte beschäftigen. Im unmittelbar folgen- den Abschnitt werde ich versuchen, die Theorie des physikalischen Raumes, welche Leibniz in seinen Briefen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Leibniz’ Theorie des Raums und die Existenz von Vakua: Überlegungen zum Briefwechsel mit Clarke

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00301007
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Abstract

Leibniz’ Theorie des Raums und die Existenz von Vakua: Überlegungen zum Briefwechsel mit Clarke* Wolfgang Malzkorn, Universität Bonn 1. Einleitung Es ist allgemein bekannt, daß die Natur des Raumes ein zentraler Gegen- stand der berühmten Debatte zwischen Gottfried Wilhelm Leibniz und Samuel Clarke aus den Jahren 1715–1716 ist. Leibniz und Clarke, der in der Debatte nicht nur den Standpunkt Newtons vertrat, sondern von diesem bei der Abfas- sung seiner Briefe sogar unterstützt wurde, streiten dabei nicht über die (geo- metrische oder physikalische) Struktur des Raumes, sondern über den onto- logischen Status desselben. Der Kernpunkt des Streites ist dabei die Frage, ob der Raum unabhängig von physikalischen Gegenständen (Körpern) exi- stiert, wie Clarke behauptet, oder nur in einer besonderen, später genauer zu untersuchenden Abhängigkeit von physikalischen Gegenständen, wie Leibniz dafürhält. In einem engen Zusammenhang mit diesem Streitpunkt steht eine weitere Meinungsverschiedenheit über die Existenz von Vakua in der Natur. Während Leibniz bestreitet, daß es leere Räume geben könne, behauptet Clarke die Existenz von Vakua. Im vorliegenden Aufsatz werde ich mich im wesentlichen mit der Leibniz- schen Position in der erwähnten Debatte beschäftigen. Im unmittelbar folgen- den Abschnitt werde ich versuchen, die Theorie des physikalischen Raumes, welche Leibniz in seinen Briefen

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 2000

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