Leib - "höchste der Hieroglyphen"

Leib - "höchste der Hieroglyphen" Leib - "höchste der Hieroglyphen" Elemente einer synoptischen Somatologie Von ALFRED LOCKER, Wien "Der Mensch ist ... durch und durch Leiblichkeit" Hildegard v. Bingen "Nichts ist dem Menschen natürlicher als die Liebe zu seinem Leib und seinen Gliedern" Hamann 1. Phdnomenangepafltheit als Methodik einer Leibeswissenschaft Der Leib ist jedem Menschen, wie sein Ich, das Allerndchste; Selbstgegeben- heit schlechthin, die seinem Dasein ungebrochenen Ausdruck verleiht. Dieser Urtatsache zum Trotz, lastet uber dem Leibsein das Verhdngnis des Mif3verste- hens ; wie sonst k6nnte hier 3berhaupt ein Problem, ein Hindernis also fur freudige Annahme des Geschenkten, entstehen? Nicht so sehr in der ungel6sten Spannung zwischen Leibverachtung und Leibbejahung liegt das Ungeklarte; die Hauptschuld ist vielmehr der Überwucherung und Zuruckdrangung des Un- mittelbaren durch blasse Abstraktion anzulasten. Sie 3bt eine so machtige Faszination aus, dat3 der von ihr Ergriffene nicht mehr zum ungeschwdchten Gewahrwerden seiner eigenen, schlichten Leibhaftigkeit gelangt; durch ein gedankliches und zugleich unuberlegtes Zufassen entzieht er das einer Vermitt- lung gar nicht Bed3rftige seinem Begreifen. Seltsamerweise arbeiten hier "philo- sophia perennis", die ihre offene Wunde gerne verbirgt, und Wissenschaft, die den Verstand iberbewertet, daher den Leib aus dem Zusammenspiel der ihn (vermeintlich) allein ausmachenden stofflichen Gegebenheiten und Krafte zu- sammensetzt http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archive for the Psychology of Religion Brill

Leib - "höchste der Hieroglyphen"

Archive for the Psychology of Religion, Volume 20 (1): 194 – Jan 1, 1992

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Publisher
Brill
Copyright
© 1992 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0084-6724
eISSN
1573-6121
D.O.I.
10.1163/157361292X00158
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Abstract

Leib - "höchste der Hieroglyphen" Elemente einer synoptischen Somatologie Von ALFRED LOCKER, Wien "Der Mensch ist ... durch und durch Leiblichkeit" Hildegard v. Bingen "Nichts ist dem Menschen natürlicher als die Liebe zu seinem Leib und seinen Gliedern" Hamann 1. Phdnomenangepafltheit als Methodik einer Leibeswissenschaft Der Leib ist jedem Menschen, wie sein Ich, das Allerndchste; Selbstgegeben- heit schlechthin, die seinem Dasein ungebrochenen Ausdruck verleiht. Dieser Urtatsache zum Trotz, lastet uber dem Leibsein das Verhdngnis des Mif3verste- hens ; wie sonst k6nnte hier 3berhaupt ein Problem, ein Hindernis also fur freudige Annahme des Geschenkten, entstehen? Nicht so sehr in der ungel6sten Spannung zwischen Leibverachtung und Leibbejahung liegt das Ungeklarte; die Hauptschuld ist vielmehr der Überwucherung und Zuruckdrangung des Un- mittelbaren durch blasse Abstraktion anzulasten. Sie 3bt eine so machtige Faszination aus, dat3 der von ihr Ergriffene nicht mehr zum ungeschwdchten Gewahrwerden seiner eigenen, schlichten Leibhaftigkeit gelangt; durch ein gedankliches und zugleich unuberlegtes Zufassen entzieht er das einer Vermitt- lung gar nicht Bed3rftige seinem Begreifen. Seltsamerweise arbeiten hier "philo- sophia perennis", die ihre offene Wunde gerne verbirgt, und Wissenschaft, die den Verstand iberbewertet, daher den Leib aus dem Zusammenspiel der ihn (vermeintlich) allein ausmachenden stofflichen Gegebenheiten und Krafte zu- sammensetzt

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Archive for the Psychology of ReligionBrill

Published: Jan 1, 1992

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